Duftalarm signalisiert Sicherheitsrisiko bei Fahrradhelmen
Dass ein Fahrradhelm bei einem Sturz den Schädel schützen kann, ist hinlänglich bekannt. Leider zeigt sich jedoch, dass, wenn solch ein Helm einmal aus der Hand fällt, eine große Unsicherheit darüber entsteht, ob nun gefährliche Risse im Material sind oder nicht. Eine innovative Entwicklung des Fraunhofer Instituts lässt nun derartige Bedenken außen vor - bei einem Defekt des Helms wird ein Duftalarm ausgelöst.
Materialrisse bergen das Risiko in sich, dass der Helm bei einem Unfall oftmals nicht mehr den Schutz in sich birgt, den er grundsätzlich aufweisen sollte. Folglich verwundert es kaum, dass selbst Fahrradfachhändler den warnenden Hinweis geben, einen Fahrradhelm lieber nicht mehr zu verwenden, wenn dieser bereits einen Unfall erleben musste oder durch eine Unachtsamkeit auf den Boden gefallen ist. Aufgrund dieser Unsicherheit, werden viele Fahrradhelme entsorgt und das, obwohl diese durchaus noch eine schützende Funktion aufzeigen.
Dieser Umstand führte am Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen dazu, dass sich Wissenschaftler etwas intensiver mit der Thematik beschäftigten. Erfolgreich, denn dadurch konnte ein innovativer Kopfschutz entwickelt werden, der nicht nur den Schädel bei einem Aufprall schützt, sondern anhand ausströmender Duftöle vor gefährlichen Materialrissen warnt. Eingebracht werden die Duftkapseln in dem für Fahrradhelme charakteristischen Material Polypropylen, wobei eine bestimmte Schutzschicht aus Melaminformaldehydharz dafür Sorge trägt, dass die Kapseln nicht willkürlich einen Duft verströmen.
Solch ein Duft soll jedoch dann freigesetzt werden, wenn sich tatsächlich Risse im Fahrradhelme aufzeigen und somit den warnenden Effekt auslösen. Eine innovative Entwicklung, die sowohl den Fahrradfahrer schützt als auch den Geldbeutel, denn durch die neue Funktion des „Duftalarms“ werden unnötige Neuanschaffung nach einem Herunterfallen des Helms zukünftig nicht mehr notwendig. Dieses neue Herstellungsverfahren eignet sich, nach dem derzeitigen Erkenntnisstand der Forscher, für jede Art von Helm, der aufgrund seiner Beschaffenheit nicht gleich und sofort mögliche Defekte ersichtlich werden lässt. Zudem könnte der duftige Alarm auch für Kunststoffleitungen im Bereich Gas- oder Wasserversorgung, sowie bei Wasserschläuchen an Waschmaschinen und viele weitere Materialen zum Einsatz gelangen, bei denen ein frühzeitiges Erkennen von Rissen die Sicherheit erhöhen oder auch eine Kostenreduzierung ermöglicht.
Derzeit werden die Duftkapseln in der Verbindung mit Materialtests weiteren Sicherheits- und Qualitätsstudien unterzogen, allerdings zeigt die Geruchsdetektion bereits tatsächlich einen positiven Effekt auf, so dass es sich gewiss nur um eine Frage der Zeit handelt, bis man als Verbraucher oder Hersteller diese Neuentwicklung erstehen und verwenden kann.




