top_abstand_2
top_abstand_1000x4
weiterempfehlen_banner

Das Gehirn entscheidet, was gegessen wird

pizzaZu süß, zu salzig, zu fettreich. Der Mensch, als sogenannter Allesesser, ernährt sich im Besonderen in den industriellen Ländern nicht unbedingt auf eine Art und Weise, die man als ausgewogen bezeichnen kann. Angesichts der zunehmenden Ess-Störungen, stellt sich nicht nur den Ernährungsexperten die Frage, weshalb der Mensch zu Nahrungsmitteln oder Getränken greift, die nicht zwingend notwendig mit „gesund“ deklariert werden können. Wer oder was steuert das Essverhalten, lautet folglich die als alltäglich zu betrachtende Frage, wenn es um die Nahrungsaufnahme und deren Folgen geht.

Wissenschaftler am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien gingen dieser Fragestellung tiefer auf den Grund und konnten anhand einer Studie mit Fruchtfliegen, interessante Ansätze im Rahmen dieser Thematik entdecken, welche durchaus auf den Menschen übertragbar sein könnten und aufzeigen: Das Gehirn entscheidet, was gegessen wird.

Der Mensch scheint in vielen Fällen fast wahllos zu Essbarem zu greifen. Eine Tatsache, die nicht nur immer häufiger mit dafür verantwortlich gemacht wird, dass Ess-Störungen wie Bulimie oder Magersucht ausgelöst werden, sondern ergänzend im zunehmenden Maße eine Steigerung der Adipositas-Betroffenen (Fettsucht) verzeichnen lässt. Doch hat der Mensch wirklich die bewusste Entscheidung dafür in der Hand, was er nun isst oder handelt das menschliche Gehirn eigenständig und übernimmt folglich die Steuerung des Essverhaltens? Eine spannende Frage, die versucht wurde anhand einer Studie mit Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), intensiver zur Klärung zu bringen. Forscher rund um Barry Dickson und Carlos Ribeiro, tätig am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) Wien, nahmen das Fressverhalten der Fruchtfliegen genauer unter die wissenschaftliche Lupe und konnten hierbei herausfinden, dass nicht nur diese Tierart, hingegen viele andere ebenfalls, genau zu dem Futter greift, das ihr Körper gerade benötigt. Ein Sensor im Gehirn, so eine der gewonnenen Erkenntnisse der Wissenschaftler, fragt hierbei ständig den Status der Protein-Versorgung im Organismus ab und steuert, je nach „Meldung“, den Appetit und folgerichtig somit die Wahl der Nahrungsmittel.

Mit experimentellen Tricks dem Fressverhalten auf der Spur

Nicht nur die Größe macht es für Wissenschaftler schwierig genaue Untersuchungen bei den Fruchtfliegen durchführen zu können, sondern verständlicherweise auch deren Umtriebigkeit. Um eine Dokumentation des Fressverhaltens ermöglichen zu können, wurde mit experimentellen Tricks vorgegangen. Blau eingefärbtes, und mit dem Inhalt von Hefe versehenes Futter, sowie rot gefärbtes zuckerreiches Fressen, konnte es den Forschern ermöglichen das Fressverhalten der Fliegen eingehend zu studieren. Hierbei stellte sich unter anderem heraus, dass sich das Ernährungsverhalten je nach Nährstoffbedürfnis des Organismus veränderlich aufzeigte. Während die Fruchtfliegen bei einem hohen körperlichen Gehalt von Eiweiß und Zucker auf eine weitere Aufnahme von eiweißreicher Kost verzichten, steigt dieser „Appetit“, wenn sie einer eiweißarmen Diät unterzogen werden. Wobei desweiteren festgestellt werden konnte, dass hinsichtlich dieser Präferenz, die Weibchen eine raschere Änderung der Futter-Vorliebe vollziehen als es bei den Männchen der Fall ist.

Anzeige
Nach dem Kenntnisstand der Forscher entscheidet aufgrund eines speziellen Sensors das Gehirn, was nun gegessen werden sollte, sobald eine Schwankung der Nährstoffversorgung eintritt. Die Experten tragen sich nun mit der These, dass genau dieser Vorgang auch beim Menschen stattfinden könnte. Zudem vermuten sie, dass diese Protein-Balance bei Moskitos gleichsam als Parallele vorliegt, was bedeuten würde, dass nach einer tieferen Entschlüsselung deren Blutsaugenverhaltens (Eiweiß wird für die Entwicklung neuer Eier benötigt), ein wissenschaftliches Eingreifen in das Fresshalten der Bazillen-Überträger möglich gemacht werden könnte. Das zur Dokumentation gebrachte neue Wissen soll nun in weiteren Studien besonders auch im Sinne des menschlichen Ess-Verhaltens weiter gefestigt werden, um unter Umständen  hier eine Möglichkeit zu finden, wie ein vermutlich vorhandener Steuerungs-Sensor im Gehirn, und folgerichtig die Nahrungsaufnahme, verändert werden kann.

AddThis
blog comments powered by Disqus
 
internetanbieter.info


The Intelligence Social Media
TwitterFacebookGoogleYoutubeFeed
Zitat des Tages

Das Schicksal der Welt hängt heute in erster Linie von den Staatsmännern ab, in zweiter Linie von den Dolmetschern.
Trygve Halvdan Lie

kolumnistenschwein logo

tv_tipp_des_tages_32

ZDF: 20:15 - 21:45 Uhr
Maria, ihm schmeckt's nicht
Komödie

Aktueller denn je!
Aktuelles Wetter
Berlin 19 °C
Hamburg 17 °C
München 19 °C
Köln 24 °C
Frankfurt 23 °C
Stuttgart 21 °C
Wien 19 °C
Zürich 17 °C
  24.05.2012 The Intelligence

banner galapagos

NNE_banner_200