Gehirnforschung: Mobile Mikroskope für den tiefen Einblick
Das menschliche Gehirn ist komplex. Seit Jahrhunderten wird versucht, die einzelnen Abläufe, Verbindungen, Impulse oder auch Erkrankungen im Hirn zu verstehen und folglich aufzuschlüsseln. Dank Mikroskop, Röntgen und dem Einsatz von Magnetresonanztomografen konnten bislang sehr viele Aktivitäten des Gehirns dokumentiert werden, allerdings in der Regel zumeist in einem Ruhezustand des Menschen und nicht in der direkten alltäglichen Bewegung. Ein neu entwickeltes mobiles, winziges Laser-Rastermikroskop könnte nun dazu verhelfen, den Blick in den menschlichen Kopf und somit den permanent ablaufenden Aktivitäten der Gehirnzellen, tiefer auf den Grund gehen zu können.
Entwickelt wurde das Laser-Rastermikroskop am Tübinger Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und erweist sich in seiner Größe von nur drei Zentimetern als äußerst klein. So klein, dass inzwischen die Wissenschaftler Experimente mit Ratten durchführen können, denen das Mikroskop auf dem Kopf angebracht wird, um mittels eines hochenergetischen pulsierenden Lasers, sowie der damit verbundenen Fiberglasoptik gleichzeitig mehrere fluoreszierende Gehirnzellen beobachten zu können.Die Tiere befinden sich bei den Untersuchungen keinesfalls wie gewohnt in einer ruhigen Körperhaltung, sondern bewegen sich vollkommen frei. Den Forschern wird es dank diesem Laser-Rastermikroskop ermöglicht, die exakte Position des Versuchstieres zu bestimmen und erstmalig Beobachtungen zur Dokumentation gelangen zu lassen, welche Gehirnzellen und folglich Gehirnfunktionen beim Laufen oder während der Nahrungsaufnahme aktiviert werden.
Webseite des Max Planck Instituts in Tübingen




