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„Windel-Willi“ - saubere Energie durch volle Windeln

WindelVolle Windeln sind nicht wirklich der Hit und in der Regel versucht man diese auf eine flotte und dezente Art und Weise verschwinden zu lassen. Ob in Haushalten mit Windelkindern, in Alten- und Pflegeheimen oder in Kliniken - Windeln fallen in großen Mengen an und wollen entsorgt werden. Zumeist landen diese im Restmüll und folgend auf der Deponie und je nach „Produktionsstätte“ entstehen Müllgebühren zwischen einigen hundert bis zu zig tausenden Euro im Jahr. Von der Umweltbelastung einmal ganz zu schweigen. Dass es auch anders geht die Windeln loszuwerden und dabei auch noch die Umwelt zu schonen, zeigt die innovative Anlage „Windel-Willi“ aus Meckenbeuren auf, die begierig ist mit vollen Windeln gefüttert zu werden.

Anrüchiger Abfall als sauberer Energielieferant? Im ersten Moment klingt das eher wie ein Scherz, aber wer einmal von der Heizanlage der Stiftung Liebenau in Meckenbeuren gehört hat, wird rasch erkennen können, dass hier eine wirklich beeindruckende Anlage steht. Getauft auf den Namen „Windel-Willi“, sind die geistigen Väter und Entwickler, Marco Nauerz und Michael Staiber, zu Recht stolz auf diesen besonderen Heizofen, der ein wahres Vorbild an innovativem Umweltschutz und Effektivität in Sachen Energiegewinnung darstellt. Nach vier Jahren der Tüftelei, zeigt sich diese Heizanlage in der Tat als etwas Besonderes und das Thema volle Windeln erzielt eine gänzlich andere Dimension. Windeln fallen in Millionenhöhe an, kosten Gelder der Entsorgung und belasten zusätzlich die Umwelt. Wer im Landkreis Ravensburg wohnt, hat es da seit einiger Zeit leichter die Windelberge loszuwerden und das auch noch unter dem großen Aspekt somit einen sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

4200 Tonnen Windeln und Verbandsmaterial benötigen keine Ressourcen

„Windel-Willi“ ist im Grundsatz ein Heizofen, der weder mit Öl, Gas oder Kohle, sondern mit Zellulose befeuert wird. Diese wiederum befindet sich mit einem Anteil von rund 80% in Baby- und Erwachsenenwindeln. Dank einer bestimmten Vorrichtung, innerhalb der Verbrennungs- und Heizanlage, dringen bei der Lagerung der Windeln und weiterer  Inkontinenzabfälle sowie Verbandsmaterial aus Zellulose, keine unangenehmen Gerüche nach außen. Technisch betrachtet, erweist sich diese Anlage, welche übrigens ein nun zur Serienreife gelangter und patentierter Prototyp mit betrieblichen Erfahrungswerten ist, als äußerst umweltfreundlich und effizient. So wird bei der Verbrennung ein Wirkungsgrad von annähernd 93% erzielt sowie die die Bagatell-Werte der Abgasverordnung um das zwanzigfache unterschritten. Bis zu 4200 Tonnen volle Windeln kann „Windel-Willi“ im Jahr verbrennen und hierbei die Nutzung von der gewonnenen Energiemenge zu 100% ökologisch wie ökonomisch umsetzen. Zu Recht sind die Entwickler stolz auf dieses Ergebnis, das durchaus als Vorbild für Kommunen gelten kann.

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Was wird in der Stiftung Liebenau nun eigentlich alles mit der Energie der verbrannten Windeln gemacht? Die erzielte Energie wird unter anderem zur Versorgung der betriebseigenen Wäscherei und der Großküche, zur vegetationsfreundlichen Versorgung der Treibhäuser oder zum Trocknen von Lagerholz eingesetzt. Inzwischen bringen schon viele Gemeinden aus einem Radius von rund 80km derartigen Müll zur Anlage. Vorbildlich sind da die entscheidenden Köpfe der Orte, denn neben der Verteilung kostenloser Windelsäcke an die Bevölkerung, bieten sie sogar Sammelstellen für die Windelabfälle an, von denen aus die Lieferung an die Heiz- und Verbrennungsanlage „Windel-Willi“ erfolgt. Die Bevölkerung und die Gemeinden sparen somit eine nicht zu verachtende Summe an Entsorgungskosten, sondern gehen mit einem beachtenswerten ökologischen Vorbild voran. Vielleicht eine Vorbildfunktion mit Erfahrungswerten dieser umweltfreundlichen Anlage, die durchaus innerhalb Deutschlands an weiteren Standorten ihren sinnvollen Mehrfacheffekt unter Beweis stellen könnte.


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