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Biosiegel wirkt auf das Gehirn verführerisch

bio_logoNicht nur in Zeiten der Lebensmittel-Skandale greifen immer häufiger Verbraucher zu Produkten, die mit einem Siegel als „Bio-Ware“ bezeichnet sind. Bio verspricht möglichst wenige Schad- und Zusatzstoffe und folglich ein kontrollierter Anbau oder Viehwirtschaft. Allerdings erweist sich hierbei das Bio-Siegel als ein Logo mit großer Verführungskraft, denn wie Wissenschaftler nun herausfanden, wirkt es direkt auf das Belohnungssystem des Gehirns und animiert zu einer unbewussten Handlung während des Einkaufes. 

Essen und Trinken sind unabdingbare Bestandteile des Lebens und eine gesunde, schadstoffarme Ernährung wird den Verbrauchern Tag für Tag ans Herz gelegt. Dass aufgrund mehrerer Lebensmittel-Skandale und zunehmenden Allergien unter der Bevölkerung inzwischen sehr häufig zu Produkten gegriffen wird, die das Biosiegel aufzeigen, verwundert folglich kaum. Wie so häufig bei den Themen Kaufen und Verkaufen spielt neben der hinweisenden Auszeichnung von Waren, auch der psychologische und manipulierende Effekt bei Etiketten und Logos eine gewichtige Rolle. Ein Rolle, die das Bio-Siegel, einst initiiert durch die ehemalige Verbraucherschutzministerin Künast, bestens erfüllt und kürzlich Wissenschaftler dazu animierte, die Wirkung des Siegels auf das Verbraucherverhalten einmal näher zu durchleuchten.

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Um den Effekt des Biosiegels herausfinden zu können, ließen Forscher der Universitäten Greifswald und Bonn 30 Personen an einem Experiment teilnehmen. Im diesem Rahmen wurden den Probanden Bilder gezeigt, deren Motive Eier, Brot oder Bananen beinhalteten. Hierbei sahen die Teilnehmer des Experiments jeweils Bilder mit „normalen“ Lebensmitteln und einem fiktiven Logo, sowie solche, die das Bio-Siegel trugen. Vor dem Experiment durften die Teilnehmer vier Stunden lang nichts essen, jedoch nach dem Betrachten der Bilder mit hungrigem Magen einkaufen gehen. Bestandteil der Shoppingtour war, dass die Probanden Lebensmittel ersteigern und diese wiederum tatsächlich bezahlen mussten.

Interessanterweise bezahlten die Teilnehmer durchschnittlich 45% mehr für Produkte, die das Biosiegel aufwiesen, als es bei konventionellen Waren der Fall war. Obwohl dieses experimentelle Ergebnis die Wissenschaftler nicht verwunderte, wurde deren Erstaunen doch etwas größer, als sie die Auswertung der gleichzeitig durchgeführten Hirnscans zur Analyse brachten. Eine der Erkenntnisse: Das Biosiegel wirkt direkt auf das ventrale Striatum, das sich in der Region befindet, welches das Belohnungssystem des Gehirns darstellt. Besonders aktiv erwies sich diese Region bei den Teilnehmern des Experiments, wenn sie auch sonst sehr oft auf Bio-Lebensmittel zugreifen. Für die Forscher konnte somit klar nachgewiesen werden, wie stark sich Etikettierungen und gerade auch Logos auf das menschliche Kaufverhalten auswirken. Verführung mittels Optik, löst folglich nicht nur ein gutes Gefühl, sondern vor allem auch gesteigerte Einkäufe aus.

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