Bundesweiter Tag der Organspende - und das Leben geht weiter
Am 5. Juni 2010 wird erneut ein Aktionstag für Organspende durchgeführt. Das Motto der diesjährigen Aktion lautet „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig“ und macht deutlich, dass eine Organspende Leben rettet. Ein Leben, das ohne ein Spenderorgan einem Ende entgegensieht, jedoch durch eine Spende nach dem eigenen Tod weitergehen kann. Ein Bericht, der nicht nur zum Tag der Organspende verdeutlicht, dass täglich die Zeit der Hilfe im Land gefragt ist und dem persönlichen Ableben damit einen tiefen Sinn gibt.
In diesem Jahr findet die zentrale Veranstaltung zum „Tag der Organspende“ in Hannover statt, die unter der Schirmherrschaft der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration Aygül Özkan, sowie dem Ministerpräsidenten Christian Wulff steht. Bereits zum 28. Mal jährt sich diese bundesweite Aktion, in der Selbsthilfeverbände, kirchliche Einrichtungen, Gesundheitsämter, Ministerien, sowie die Deutsche Stiftung Organtransplantation sich mit vielen Ärzten, Experten und Helfern dahingehend engagieren, für ein Thema zu sensibilisieren, das grundsätzlich jeden treffen kann.
Jährlich benötigen hier in Deutschland rund 12.000 Kinder, Frauen und Männer ein Spenderorgan, um gesund weiterleben zu können. Ob durch eine schwere Erkrankung oder einen Unfall - es gibt zahlreiche Ursachen, die eine Transplantation bedingen, um ein oder mehrere irreparable Organe zu ersetzen und somit ein Überleben zu sichern. Ein Überleben, das täglich durchschnittlich für drei Menschen nicht gegeben ist, weil es an einem geeigneten Spenderorgan fehlt. Obwohl in Deutschland einer Umfrage zufolge etwa 67% der Bevölkerung eine Organtransplantation befürworten, zeigt sich in der Realität, dass lediglich 17% einen Organspende-Ausweis bei sich tragen. Zuwenig, um all diejenigen mit einer Niere, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse oder Leber retten zu können, die mitunter seit fünf oder sechs Jahren auf ein Dialysegerät oder ein künstliches Herz angewiesen sind.
Allein 2008 warteten hier im Land 8.003 Menschen auf eine Spenderniere, weil ihre eigene den Dienst versagt hat, doch nur 2.753 Patienten hatten das Glück eine Niere aufgrund eines Organspenders zu erhalten. Zahlen, die in vielen Nachbarländern deutlich höher liegen, nicht zuletzt durch ein engmaschiges Netz von Ärzten, Klinikpersonal, Experten und Referenten, die eingehend über dieses sensible, jedoch sehr wichtig Thema interessierte Menschen aufklären. Eine Aufklärung, die, wie man an den bereits genannten Zahlen, hierzulande noch deutlichen Nachholbedarf beinhaltet. Für Menschen, die sich grundsätzlich für das wichtige und hilfreiche Thema Organspende interessieren, stellen sich viele Fragen. Neben der Tatsache, dass der eigene Tod keine erfreuliche Angelegenheit ist, die gerne verdrängt wird, zeigt sich vielfach, dass eine thematische Unsicherheit Frauen und Männer davon abhält einen Spenderausweis bei sich zu tragen. Letzterer zeigt die persönliche Zustimmung zu einer Organentnahme nach dem Eintreten des Todes und ermöglicht es medizinischem Personal umgehend reagieren zu können, da Zeit ein ausschlaggebender Faktor der Transplantation eines Spenderorgans ist, und somit den Wettlauf gegen den Tod bedeutet.
Nicht nur am bundesweiten „Tag der Organspende“ können sich Interessierte an vielen Stellen über dieses lebenswichtige Thema informieren. Generell sind Apotheken, Ärzte, Gesundheitsämter, sowie Internetseiten und Organisationen oder Kliniken Ansprechpartner, um alle offenstehenden Fragen rund um die Thematik eingehend und ausführlich zu beantworten. Den Organspende-Ausweis, der übrigens jederzeit die Möglichkeit in sich birgt die Zustimmung zur Organentnahme nach dem Tod zu widerrufen, ist ebenfalls bei diesen Stellen, sowie als Download über das Internet erhältlich. Helfen, wenn man eigentlich selbst nicht mehr aktiv helfen kann, wird somit zur Realität und lässt Leben da weitergehen, wo es fast schon als beendet betrachtet wird. Eine Situation, in der man selbst täglich sehr schnell stehen kann, denn, so unangenehm der Gedanke auch sein mag, vor einer schweren Krankheit oder einem Unfall mit Organverletzungen ist wirklich keiner gefeit.
Weitere Infos zum Thema bei:
DSO - Deutsche Stiftung Organspende









