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Sind Handys nun gefährlich oder nicht

communicatorEs passiert nicht oft, dass die Veröffentlichung eines Studienergebnisses zu so konträren Schlagzeilen führt. Und noch dazu handelt es sich um einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der vorliegenden Studie wurde das Telefonierverhalten von rund 13.000 Menschen in 13 verschiedenen Ländern analysiert, von denen die Hälfte unter Krebs- oder Tumorerkrankungen litt. Während einige Zeitungen freudig die Harmlosigkeit der drahtlosen Kommunikation verkünden, mahnen andere zur Vorsicht, bezeichnen das Ergebnis als enttäuschend oder schreiben: „So schlau als wie zuvor!“

Durchgeführt wurde die Forschungsarbeit von der respektierten, der WHO unterstellten, International Agency for Research into Cancer (IARC). Der Forschungsauftrag wurde im Jahr 2000 erteilt. Die Arbeit konzentrierte sich vor allem auf Gehirntumore und Krebs der Ohrspeicheldrüse und des Gehörnervs. Die Informationen bezüglich der Gewohnheiten im Umgang mit Mobiltelefonen entstammen Fragebögen, die von den Testpersonen ausgefüllt wurden.

Elisabeth Cardis, vom Centre for Research in Environmental Epidemiology in Barcelona, die der Gruppe von 21 internationalen Wissenschaftlern vorstand, erklärte: „Hierbei handelte es sich um eine sehr komplexe Studie und, methodologischer Probleme wegen, waren die Ergebnisse sehr schwer zu interpretieren.“

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Die Angaben der Versuchspersonen basierten ausschließlich auf deren Erinnerung. Nicht zuletzt durch Voreingenommenheit der Befragten, können Ergebnisse, die auf diesem Wege erzielt werden, nicht als wissenschaftlich verlässlich anerkannt werden.

Mireille Toledano, Epidemiologin am Imperial College in London, führt als Vergleich wesentlich verlässlichere Studienergebnisse an, die sich etwa mit den schädlichen Auswirkungen von Asbest befassen. Dabei lassen sich die Stunden, denen Versuchspersonen den möglicherweise schädlichen Auswirkungen ausgesetzt sind, durch den Arbeitgeber problemlos nachprüfen. Gleichzeitig unterstützt sie eine neu begonnene Arbeit, bei der eine Gruppe europäischer Wissenschaftler rund 250.000 Menschen während eines geplanten Zeitraums von 30 Jahren unter Beobachtung halten wird. Wie auch immer, darauf müssen wir also noch lange warten.

Grundsätzlich liegt die Überlegung nahe, eine zuverlässigere Studie unter Zuhilfenahme von Aufzeichnungen der Mobiltelefon-Gesellschaften durchzuführen. Dabei ließe sich mit relativ geringem Aufwand ein Vergleich zwischen Menschen, die ihr Handy extrem oft oder doch eher selten verwenden, herstellen. Voraussetzung dafür wäre natürlich, dass die Unternehmen ihre Daten auch zur Verfügung stellten.

Nachdem die Medien der Verlässlichkeit dieses Studienergebnisses sehr unterschiedlich gegenüber stehen, könnte dies gleichzeitig die Frage aufwerfen, ob dies vielleicht in gewissem Zusammenhang mit den erzielten Umsätzen durch Werbeeinschaltungen für bestimmte Produkte stehen könnte.


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