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Wissen Sie eigentlich, was Sie wirklich essen?

rinder_alpenOhne Zweifel zählt die Art unserer Ernährung zu den wichtigsten Faktoren in der Erhaltung unserer Gesundheit. Die Dokumentation mit Namen „Food Inc. – Was essen wir wirklich“, die heute Abend um 22:10 Uhr auf 3sat gesendet wird, vermittelt einen tiefen Einblick in die Praktiken multinationaler Nahrungsmittel-Konzerne. Regisseur Robert Kenner demonstriert den Gegensatz zwischen der Erwartung des Konsumenten und der bitteren Realität. Nachdem sich die besagten Giganten der Industrie gegen jegliche Kritik weitgehend schützen, musste Kenner, wie er in einem Interview erklärt, mehr Geld für die juristische Beratung investieren als in allen Filmen, die er davor gedreht hatte.

Farbenprächtige romantische Werbebilder traditioneller Bauernhöfe, grasende Kühe, frei laufende Hühner, in der Sonne glänzende Tomaten, versuchen den Eindruck zu vermitteln, dass die Produktion von Nahrungsmitteln auch heute noch ebenso abläuft wie anno dazumal. Dass Kühe jedoch nur selten Gras zu fressen kriegen, dass Hühner auf engstem Raum zusammengedrängt unter ihrem eigenen Körpergewicht zusammenbrechen, dass durch Ethylengas künstlich gereifte Tomaten von weither kommen, bevor sie appetitlich im Supermarkt zur Schau gestellt werden, ist nur wenigen geläufig. Wussten Sie, dass ein Huhn rund sechs Monate braucht, um bei herkömmlicher Ernährung ein Gewicht von anderthalb Kilo zu erreichen? Wussten Sie, dass durch Hormone und andere Zusätze in der Nahrung die Zeit für dieses Wachstum auf nicht mehr als drei Wochen verkürzt wird?

Ebenso wie in jeder anderen Branche, wird auch die Produktion von Nahrungsmitteln von immer weniger Großkonzernen kontrolliert. McDonalds, beispielsweise, ist der weltweit größte Abnehmer von Rindfleisch und Kartoffeln. Was dieses Unternehmen den Produzenten vorschreibt, wird zum Standard. Was den Kühen ins Futter gemischt wird, dass der BigMac auf der ganzen Welt auch wirklich gleich schmeckt, nehmen Sie durch den Verzehr eines solchen auch in ihren eigenen Körper auf.

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Wie Robert Kenner in dieser schockierenden Dokumentation unter anderem nahe zu bringen versucht, ist der Umstand, dass die Profiterwartung der Nahrungsmittelgiganten den Gesundheitsaspekt der Ernährung weit in den Hintergrund drängt. Insbesondere preisgünstige Produkte, mit denen die Regale der Supermärkte überfüllt sind, stehen in deutlichem Widerspruch zu den Erwartungen gesunder Ernährung. Zu den ersten und offensichtlichsten Konsequenzen zählen Fettleibigkeit und Diabetes. Am Beispiel einer Familie, deren Budget durch den regelmäßig Erwerb von Medikamenten in Mitleidenschaft gezogen ist, wird demonstriert, dass gerade die Auswahl von Billigprodukten im Supermarkt die Gesundheit weiter belastet.

In einem Interview mit Robert Kenner, ausgestrahlt vom amerikanischen Sender PBS, wurde ein Vorfall aus dem Jahr 1996 angesprochen. Damals griff die äußerst populäre afroamerikanische Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey den plötzlichen Ausbruch von Rinderwahn in Großbritannien auf. Ihr Gast in der Show, Howard Lyman, verwies auf den möglichen Zusammenhang mit der Fütterung von verarbeiteten Fleischprodukten an Rinder, wie sie auch in den Vereinigten Staaten praktiziert wurde. Oprahs darauf folgender Kommentar, dass diese Erklärung sie davon abhalten werde, jemals wieder einen Hamburger zu essen, brachte ihr prompt eine Klage ein.

Auf derartige Probleme musste sich natürlich auch Robert Kenner vorbereiten. Wie anfangs erwähnt, kostete ihm die Rechtsberatung für diesen Film eine ansehnliche Geldsumme. Somit ist es auch keineswegs auszuschließen, dass er auf die Erwähnung einer Reihe weiterer Fakten schlichtweg verzichten musste, um sich vor rechtlichen Folgen zu schützen. Doch das, worüber er berichtet, reicht durchaus dazu aus, uns den Appetit auf vieles, was wir bis dato bedenkenlos zu uns genommen haben, zu verderben. Ein Film, der jedenfalls nicht versäumt werden sollte. Sonntag, um 22:10 Uhr auf 3sat.


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