Herzinfarkt durch Lärm am Arbeitsplatz
Lärm ist nicht nur lästig. Lärm gefährdet nicht bloß das Gehör. Wie eine kompetente Studie belegt, belastet Lärm auch das Herz und führt zu drastisch erhöhtem Risiko eines Infarkts. Ging man bis jetzt davon aus, dass Rauchen, falsche Ernährung, Fettleibigkeit und der Mangel an Bewegung zu den ersten Ursachen von Herzschäden zählen, so stellte sich nun heraus, dass der regelmäßige Einfluss von Lärm die Wahrscheinlichkeit, einem Herzinfarkt zu erliegen, mehr als verdoppelt. Am ehesten ist eine solche Situation natürlich am Arbeitsplatz gegeben. Wer seine Stimme deutlich anheben muss, um von Kollegen verstanden zu werden, dem sei geraten, diese Warnung ernst zu nehmen.
Das Londoner Fachjournal Occupational and Environmental Medicine veröffentlichte das Ergebnis einer, von der Universität von Britisch Kolumbien durchgeführten, langfristigen Studie. Daten von 6.307 Personen standen zur Verfügung. Selbst die Forscher gaben sich überrascht. Das Risiko eines Herzinfarktes lag bei Menschen, die auf ihrem Arbeitsplatz regelmäßiger Lärmbelastung ausgesetzt waren, mehr als zweimal höher.
Die Ursachen dafür sind noch nicht eindeutig geklärt, dürften jedoch im Zusammenhang mit psychologischem und emotionalem Stress stehen. Auch stehen vorläufig noch keine exakten Messdaten bezüglich des Lärmpegels, bei dem ein erhöhtes Risiko zu verzeichnen ist, zur Verfügung. Zu den ernstlich Gefährdeten sollte sich grundsätzlich jeder zählen, der seine Stimme anheben muss, um während der Arbeit mit Kollegen zu kommunizieren.
Selbstverständlich führen die anfangs genannten Faktoren, wie Rauchen, Fettleibigkeit und mangelnde Bewegung, zu einem nochmals erhöhten Risiko. Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn diese neue Studie, die gesunden Menschenverstand weniger überrascht als die Expertenmeinung, zu weiteren Analysen führt. In einer Gesellschaft, der modernste Technologien zur Verfügung stehen, sollte der Arbeitsplatz keinesfalls zu jenen Faktoren zählen, die des Menschen Gesundheit einschneidend gefährden.









