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Experten warnen: Testosteron-Therapie riskant für ältere Männer

alter_mann_auf_bankTestosteron ist das Männer-Hormon schlechthin. Obwohl es auch in geringeren Mengen im weiblichen Organismus vorhanden ist, zeigt sich demgegenüber, dass dieses Hormon bei Männern für weitaus mehr zuständig ist als nur für die sexuelle Libido. Ein natürlicher Verlauf ist hierbei, dass die Testosteronproduktion bei einem zunehmenden Alter abnimmt und somit sowohl zu einer verringerten Libido als auch zu einer abnehmenden Muskelkraft führt. Eine Testosteron-Therapie scheint hier fast schon ein Wundermittel zu sein, um auch älteren Männern die Kraft zu erhalten. Doch wie nun eine Studie zeigt, birgt diese Therapie Gefahren, die nicht zu verachten sind und folglich zu einer Warnung in der Durchführung einer derartigen Hormontherapie veranlasst.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) aktuell veröffentlicht hat, scheint eine Testosteron-Therapie bei älteren Männern gewisse Risiken zu beinhalten, die sogar dazu geführt haben, dass eine Studie abgebrochen werden musste. Was war geschehen? In der Studie, benannt mit Testosterone in Older Men with Mobility Limitations, Kurzform TOM, wurden insgesamt 209 Männer in einem Alter über 65 Jahren, die unter leicht reduzierten Testosteronwerten litten, untersucht und in zwei Gruppen unterteilt. Während die eine Studiengruppe ein Testosterongel als Therapie erhielt, bekam die Kontrollgruppe lediglich ein Gel ohne das Hormon. Die Studien-Teilnehmer waren aufgrund der geringen Testosteronwerte kaum in der Lage zehn Stufen einer Treppe zu besteigen, geschweige zwei Häuserblöcke weit zu gehen. Rund 80% der Probanden wiesen zudem einen hohen Blutdruck auf, hatten in etwa 50% der Fälle ein starkes Übergewicht und litten unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Im Rahmen der Studie, in deren Zeitraum die Teilnehmer das jeweilige Gel zweimal täglich einsetzen sollten, wurde zwar nach rund zwölf Wochen eine erhöhte Kraft in den Beinen und Armen dokumentiert, jedoch wurden zeitgleich bei 23 von 106 Probanden schwerwiegende „Nebenwirkungen“ festgestellt. Hierunter fielen beispielsweise hohe Wassereinlagerungen, akute Durchblutungsstörungen des Herzens, Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen oder auch ein Schlaganfall. Aufgrund der sehr hohen Nebenwirkungen der Testosteron-Therapie innerhalb der TOM-Studie, in der zudem ein Teilnehmer verstarb, wurde die selbige abgebrochen. Anhand der Auswertungen und der gesammelten Erkenntnisse, die auch im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden, warnen die Experten davor eine Testosteron-Therapie allzu sorglos einzusetzen.

Zwar wurde in einer anderen thematisch gelagerten Meta-Analyse kein signifikantes Risiko durch eine langfristige Testosterongabe ermittelt, doch ist diese für ein allzu sorgloses Umgehen mit Testosteron nicht allein aussagekräftig genug. Folglich betonen die Experten, dass älteren Patienten zwar eine derartige Hormontherapie nicht versagt werden sollte, jedoch zuvor eine intensive Abwägung dahingehend erfolgen muss, ob die Gabe von Testosteron tatsächlich nötig ist. Weitere Studien zu diesem Thema und vor allem dem Zusammenhang zwischen einer Testosteron-Therapie bei älteren Männern und einer Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sollen nun folgen und zu gefestigten Erkenntnissen führen.



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