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Wenn Menschen über Krieg und Frieden entscheiden

Nicht jene Menschen, die den Krieg beginnen, nicht diejenigen, die ihn fordern und Profit aus dem Sterben anderer schlagen, sondern Menschen wie Sie und ich, denen es in der Geschichte immer wieder passiert ist, gegen ihren Willen zu den Waffen gerufen zu werden. Seit Monaten steckten Männer in ihren feuchten kalten Schlammlöchern, feuerten Schüsse auf die anderen, von denen gesagt wurde, dass sie Feinde seien. Doch am ersten Heiligabend, seit dieser Krieg ausgebrochen war, erkannten diese Männer, dass die auf der anderen Seite, die sogenannten Feinde, ebenfalls Menschen waren. Und auch sie gedachten des Weihnachtsfestes. Und plötzlich schien der Krieg stillzustehen.

Weihnachtsfrieden_Originalfoto_1914

In Sarajevo wurde ein Thronfolger erschossen. Ein Monat später erklärte Österreich Serbien den Krieg. Bündnispartner Deutschland wollte einer russischen Offensive zuvorkommen und griff zuerst an. Frankreich unterstützte wiederum die Russen und stellte sich gegen Deutschland. Und letztendlich ergriff England die Partei Frankreichs. Wenige Monate später stand halb Europa im Krieg.

Es gibt einen Spruch aus der Zeit der Hippies:

„Was ist, wenn Krieg ist, und keiner geht hin?“

„Was ist, wenn Krieg ist, und keiner schießt?“

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Es soll seinen Anfang an der Frontlinie nahe Ypres in Belgien genommen haben. Am 24. Dezember 1914 begannen deutsche Soldaten, Schützengräben und Bäume mit Kerzen zu schmücken. Weihnachtslieder wurden gesungen. Auf der anderen Seiten lagen die Engländer. Plötzlich begannen auch sie, Weihnachtslieder anzustimmen. Nach gemeinsamem Gesang und gegenseitigen Zurufen, „Frohe Weihnachten“, „Merry Christmas“, folgten die ersten vorsichtigen Kontaktaufnahmen im Niemandsland. Einfache Geschenke, Nahrung und Zigaretten, wurden ausgetauscht, Verletzte geborgen, Tote begraben.

Über Feldtelefone verbreitete sich die Nachricht. In kürzester soll die Zahl der Soldaten, vorwiegend Deutsche und Engländer, aber auch einige Franzosen, die sich spontan und aus eigenem Antrieb zu einem Waffenstillstand entschlossen, an die 100.000 betragen haben. In manchen Frontabschnitten hielt der vorübergehende Frieden nur Stunden an, in anderen Tage.

Die militärische Führung, und zwar auf allen Seiten, war außer sich. In einigen Fällen, wenn Drohungen nicht ausreichten, wurden sogar Einheiten verlegt, um mit neuen Feinden konfrontiert zu werden, die ihre Menschlichkeit noch nicht unter Beweis stellen konnten.

Es war eine spontane Willensäußerung. Trotz aller Propaganda, trotz monatelanger Hetze, erkannten Menschen auf beiden Seiten der Front die Sinnlosigkeit des gegenseitigen Abschlachtens. Was gab es in diesem Krieg zu gewinnen? Wem brachte dieser Krieg letztendlich Vorteile? Nicht den Besiegten und auch nicht den Siegern, zumindest nicht den Menschen, die jahrelang litten, um für irgend jemanden diesen Sieg zu erkämpfen.

Es gibt einen Spielfilm, „Merry Christmas“, der die Ereignisse vom Dezember 1914 zum Inhalt hat. Auch einige Lieder erzählen die Geschichte. Eines davon heißt „Christmas in The Trenches“, von John McCutcheon. Eine Geschichte, eine menschliche Geschichte, die niemals vergessen werden sollte.

 



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