Montag , 27 Juni 2016
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Depressionen erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall

depression_frauPsychische und körperliche Erkrankungen können auf vielfältige Weise, u.a. vermittelt über problematische Verhaltensweisen im Bereich Ernährung, miteinander im Zusammenhang stehen. In einer aufwendigen Längsschnittstudie an 80.574 Frauen im Alter von 54 bis 79 Jahren konnten jetzt Wissenschaftler unter Leitung von An Pan von der Harvard School of Public Health, im Rahmen der sogenannten Nurses‘ Health Study, einen Zusammenhang zwischen Depression und erhöhtem Risiko für Schlaganfall feststellen.

Die Studie wurde dieser Tage im Journal of the American Heart Association veröffentlicht. Eine ausführliche Darstellung der Studie in englischer Sprache findet sich bei ScienceDaily.com.

Bei den Teilnehmerinnen der Studie wurde zu unterschiedlichen Zeitpunkten das Ausmaß depressiver Symptome (1992, 1996 und 2000), der Gebrauch antidepressiver Medikamente (ab 1996) und ärztliche Diagnosen von Depression (ab 2000) erfasst. Bei 22 Prozent der Frauen wurden depressive Symptome bzw. eine ärztlich diagnostizierte Depression festgestellt. Im Zeitraum von 2000 bis 2006 wurde anschließend das Auftreten von Schlaganfällen untersucht. Insgesamt konnten 1033 Schlaganfälle festgestellt werden, d.h. Knapp 1,3 Prozent der Untersuchungsteilnehmerinnen waren davon betroffen.

Frauen mit depressiven Symptomen, bzw. einer ärztlichen diagnostizierten Depression in der Vorgeschichte, hatten dabei ein um 29 Prozent erhöhtes Risiko eines Schlaganfalls. Bei Frauen, die auch aktuell an depressiven Symptomen litten, war das Risiko sogar um 41 Prozent erhöht, bestanden die Symptome dagegen nur in der Vergangenheit, so lag das Risiko im Durchschnitt um 23 Prozent höher. Bei Frauen mit antidepressiver Medikation in der Vorgeschichte war das Risiko insgesamt um 39 Prozent erhöht.

Die Zusammenhänge sind signifikant, allerdings als eher moderat einzustufen. Das erhöhte Risiko sagt dabei trotz des Längsschnittdesigns der Studie auch noch nichts über Ursache und Wirkung aus. Ausgehend von dieser Studie wäre zu überprüfen, inwieweit antidepressive Medikamente das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen. Der Gebrauch dieser Medikamente kann aber auch als Indikator für den Schweregrad der Depression angesehen werden, was bedeuten würde, dass nicht die Medikation, sondern der Schweregrad das Risiko erhöht.

Interessant sind allerdings weitere Unterschiede zwischen depressiven und nichtdepressiven Untersuchungsteilnehmerinnen: Depressive Frauen waren häufiger Single, Raucher und weniger körperlich aktiv. Sie hatten einen höheren Body-Maß-Index und wiesen in stärkerem Maße weitere Schlaganfall-Risikofaktoren auf, darunter hohen Blutdruck, Herzerkrankungen und Diabetes.

Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass bei der Behandlung von Depressionen nicht nur die psychische Erkrankung und deren Symptome betrachtet werden dürfen, sondern auch das Risiko für Folgeerkrankungen, infolge gesundheitskritischer Verhaltensweisen, berücksichtigt werden muss.

Offen bleibt bei dieser Studie, inwieweit die Frauen mit ärztlich diagnostizierter Depression im Rahmen ihrer Behandlung lediglich antidepressive Medikamente oder aber auch eine psychologisch fundierte Therapie erhielten. Insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie setzt stark auf eine Aktivierung der Betroffenen (z.B. durch Verweis auf positive Aktivitäten und Ereignisse) und den Abbau negativer Gedanken und Einstellungen, was indirekt auch dazu beitragen kann, problematische Verhaltensweisen wie Bewegungsmangel und einseitiger Ernährung zu reduzieren.

Beitrag von Falk Richter – http://www.falkrichter.de

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