Sonntag , 2 Oktober 2016
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Stressfrei und erholt durch den Urlaub

schlechtwetter_urlaubManche haben ihn bereits hinter sich, andere sind mitten drin und einige haben ihn vermutlich noch vor sich – den Sommerurlaub. Urlaub soll ja eigentlich der Erholung dienen, beinhaltet für viele allerdings zunächst Stress. Manches bleibt dabei deutlich hinter den eigenen Erwartungen und Ansprüchen zurück, sei es der Stau auf der Autobahn, das schlechte Wetter, die Einrichtung des Hotelzimmers, die Bedienung im Restaurant oder auch das Familienklima. Besonders das schlechte Wetter der letzten Wochen dürfte bei dem einen oder anderen erheblich die Stimmung gedrückt haben. Eigentlich wollte man Baden und beim Sonnen am Strand sein Hautkrebs-Konto aufladen. Und nun konnte man womöglich nur im Regencape und mit dickem Pullover am Strand entlang wandern.

Auf den ersten Blick sind es solche äußeren Bedingungen, die das Wohlbefinden und die Erholung beeinträchtigen. Psychologisch betrachtet, hängt Stress allerdings nur bedingt von solchen äußeren Faktoren ab. Wir erleben Stress nämlich nur dann, wenn wir bestimmte Ansprüche haben und Ziele verfolgen, diese auch unbedingt erreichen wollen, allerdings einsehen müssen, dass diese Ansprüche zu hoch und die Ziele nicht erreichbar sind. Weil wir bestimmte Gegebenheiten nicht beeinflussen können oder meinen, diese nicht beeinflussen zu können.

Umgekehrt lässt sich Stress vermeiden, indem man seine Ansprüche auf ein realistisches Ausmaß reduziert und gleichzeitig das Ausmaß an Kontrolle über die Situation erhöht.

Wie kann man also Stress im Urlaub reduzieren?

Zunächst sollte man sich bewusst machen, welche Faktoren der Urlaubsplanung der eigenen Kontrolle unterliegen und welche nicht. Das Wetter kann man üblicherweise nicht beeinflussen (außer man wählt ein Urlaubsziel, wo zu einer bestimmten Jahreszeit garantiert ein bestimmtes Wetter zu erwarten ist). Einen Stau kann man möglicherweise umgehen, indem man sich vorab über alternative Fahrtrouten informiert und einen geeigneten Abfahrtszeitpunkt wählt. Die Automobilclubs bieten dazu teilweise Informationen, z.B. im Hinblick auf besonders staubelastete Strecken.

Das Thema familiärer Konflikte im Urlaub möchte ich einmal nicht weiter ausführen. Allerdings sei zumindest der Hinweis gegeben, dass bei einem gemeinsamen Urlaub mit anderen Menschen auch deren jeweilige Bedürfnisse zu berücksichtigen sind.

Die Kontrolle lässt sich erhöhen, wenn man sich vorab Handlungsmöglichkeiten überlegt, bei denen man nicht von äußeren Bedingungen abhängig ist. Auf welche Weise kann die Laune auch bei einem längeren Stau aufrechterhalten werden? Welche Aktivitäten lassen sich am Urlaubsort auch bei schlechtem Wetter durchführen? Welche Sehenswürdigkeiten sind vielleicht interessant? Welche Möglichkeiten für Sport und Unterhaltung gibt es?

Der perfekte Strandurlaub setzt wohl für die meisten warme Luft- und Wassertemperaturen sowie einen weitgehend blauen Himmel voraus. Man kann den Aufenthalt am Strand allerdings auch dann genießen und baden, wenn zwischendurch einmal ein Schauer droht. Die Bekleidung und sonstige Gegenstände in einen Plastiksack gesteckt, sind diese währenddessen am Strand vor Regen sicher.

Der Abbau von Stress gelingt vor allem, wenn man sich viel bewegt und nachfolgend entspannt. Bloßes Faulenzen bewirkt dagegen nur einen geringen Erholungseffekt. Wenn man sich dann beim Liegen am Swimmingpool durch das kleinste Geräusch oder durch spielende Kinder gestört fühlt, macht man definitiv etwas falsch. In diesem Falle sollte man sich vielleicht nach einer Möglichkeit zum Holzhacken umschauen.

Dass schlechtes Wetter eine schlechte Stimmung zur Folge hat, ist auf unterschiedliche Wirkmechanismen zurückzuführen. Zum einen beeinflusst die Dauer der Sonnenscheinstunden den menschlichen Hormonhaushalt und damit verbunden die Stimmung relativ direkt. Zum anderen sinkt mit schlechtem Wetter und eingeschränkter Aktivität auch die Wahrscheinlichkeit angenehmer Erlebnisse. Wer dabei nur drinnen hockt und darauf wartet, dass das Wetter besser wird, schafft damit die beste Voraussetzung für das Anhalten seiner schlechten Stimmung.

Dem kann allerdings wirkungsvoll begegnet werden. Eine Grundlage dafür ist, dass man zunächst etwas unternimmt. Bei der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Depressionen wird in diesem Zusammenhang gern auf sogenannte „Listen positiver Aktivitäten und Erlebnisse“ zurückgegriffen.

Gemeinsam mit den Betroffenen werden dabei Aktivitäten erarbeitet und vereinbart, die der Klient im Weiteren regelmäßig ausführen soll, um darüber vermittelt seine Stimmung positiv zu beeinflussen. Solche Listen sind allerdings auch im Alltag für Nichtdepressive ein geeignetes Instrument, um vor allem im Herbst und Winter oder ganz allgemein bei anhaltend schlechtem Wetter nicht in schlechte Stimmung zu verfallen. Entweder man wählt aus einer solchen vorgegebenen Liste konkrete Aktivitäten aus oder man notiert sich aus freier Überlegung mögliche Aktivitäten. Idealerweise sollte man dies tun, bevor man in einer schlechten Stimmung angelangt ist.

Um nicht gerade im Urlaub in eine schlechte Stimmung zu verfallen, ist eine angemessene Urlaubsvorbereitung wichtig. Dazu zählt auch, dass man sich mit den Gegebenheiten vor Ort auseinandersetzt und sich bereits vorab überlegt, was man bei schlechtem Wetter unternehmen kann. Anhaltender Regen und geringe Temperaturen sind dabei auch kein Grund, völlig auf das Baden zu verzichten. Vielerorts befinden sich attraktive, wenngleich auch nicht ganz billige Erlebnisbäder. Und wenn jemand meint, sich mit seiner wenig trainierten Figur dort nicht zeigen zu können: Andere sehen auch nicht viel besser aus.

Beitrag von Falk Richter – http://www.falkrichter.de

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