Mittwoch , 29 Juni 2016
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EHEC und andere Todesursachen

garten_des_todesIm Themenbereich Gesundheit und Krankheit war in den Medien das dominierende Thema der letzten Wochen das EHEC-Bakterium bzw. das dadurch ausgelöste Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Auch ich hatte mich an dieser Stelle damit auseinandergesetzt. Dem Robert-Koch-Institut sind dabei bis zum 14.06. bundesweit 3244 EHEC-Erkrankungsfälle, davon 784 klinisch bestätigte HUS-Fälle und insgesamt 36 an EHEC bzw. HUS Verstorbene gemeldet worden. Am 14.06. ist nach Medienberichten ein weiteres Todesopfer, diesmal ein kleines Kind, dazugekommen.

Es wird davon ausgegangen, dass die Betroffenen sich frühestens Anfang Mai mit dem Erreger infiziert haben. Seit dem 23.05. verzeichnet das RKI einen kontinuierlichen Rückgang der gemeldeten Neuerkrankungen. Wenn wir die bisher 36 Toten einmal grob auf einen Monat beziehen, wären das theoretisch 432 Tote in einem Jahr. Zwar können weitere Todesopfer nicht ausgeschlossen werden. Allerdings ist dabei wohl eher mit geringen Fallzahlen zu rechnen.

Jeder einzelne Fall ist tragisch. Diejenigen, die nicht daran gestorben sind, sind immer noch mit dem Risiko von bleibenden Nierenschäden und neurologischen Beeinträchtigungen konfrontiert. Allerdings erscheint es mir vor dem Hintergrund der Fallzahlen sinnvoll, auch einmal andere Todesursachen zu betrachten, denen Menschen zum Opfer fallen. Eine solche Betrachtung lohnt vor allem im Hinblick auf Faktoren, die man durch gesundheitsbewusstes Verhalten selbst beeinflussen oder denen man zumindest durch Früherkennung (bestimmte Krebsarten) begegnen kann.

Das Statistische Bundesamt hat für 2009 insgesamt 854.544 Todesfälle verzeichnet. Infekte und parasitäre Krankheiten verursachten dabei insgesamt 15.496 Tote, was lediglich 1.8 % aller Todesfälle ausmacht. Dies weist darauf hin, dass sowohl hygienische Standards als auch die Therapie von derartigen Krankheiten in Deutschland ein sehr hohes Niveau aufweisen.

Die anteilmäßig wichtigste Todesursache bildeten mit 41.7 % Krankheiten des Kreislaufsystems. 26.0 % der Todesfälle gingen auf Neubildungen (Krebs) zurück. In 7.4 % der Fälle waren es Krankheiten des Atmungssystems. Weitere wichtige Ursachengruppen sind Erkrankungen des Verdauungssystems (5.0 %), Verletzungen (3.7 %) sowie endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (3.3 %). Letzteres beinhaltet beispielsweise Diabetes.

Die zehn häufigsten Einzelursachen umfassen dabei verschiedene Krankheiten des Herzens (19.771 bis 73.899 Tote) sowie Herzinfarkt (56.226 Tote), Krebs im Bereich der Bronchien, der Lunge (42.221 Tote), des Dickdarms (17.501 Tote) und der weiblichen Brust (17.196 Tote), Schlaganfall (25.425), chronisch obstruktive Lungenkrankheit (25.216) und Lungenentzündungen (21.029).

Wenn man einmal die Medienberichterstattung über EHEC zur Anzahl der Erkrankten und Toten in’s Verhältnis setzt – wie lange und wie umfangreich müsste dann eigentlich über Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen berichtet werden? Ich habe es einmal ausgerechnet: Nachdem ich bisher einen Beitrag über EHEC publiziert habe, müsste ich z.B. 1562 Beiträge über den Herzinfarkt schreiben.

Zu chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) hatte ich bereits etwas geschrieben und dabei insbesondere auf die Risiken des Rauchens verwiesen. Auch Diabetes, eine Stoffwechselerkrankung, die im weiteren auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems nach sich zieht, lässt sich wesentlich durch Ernährungsverhalten und Sport beeinflussen (zumindest Typ-2-Diabetes).

Neben äußeren Faktoren wie Umweltbelastungen und Stress beeinflussen vor allem Bewegungsmangel, einseitige Ernährung und der exzessive Gebrauch von Genussmitteln und andere riskante Verhaltensweisen das Risiko, ernsthaft zu erkranken. Auch wenn das im Zuge der EHEC-Krise so ausgesehen haben mag, dürfte der Genuss von frischem Gemüse und Obst wohl in den wenigsten Fällen zu einem erhöhten Erkrankungs- oder Todesrisiko führen.

Bei Krebserkrankungen spielen natürlich vor allem Vorsorgeuntersuchungen eine Rolle, wobei insbesondere erblich vorbelastete Personen und andere Risikogruppen (z.B. Raucher) solches regelmäßig durchführen sollten. Frauen sollten sich bei der Brustkrebsvorsorge übrigens nicht auf die sogenannten Reihenuntersuchungen mittels Mammografie verlassen, sondern auf einer Kombination aus unterschiedlichen Diagnoseverfahren bestehen. Dazu zählt regelmäßiges Abtasten (darin sollte frau sich vorher gründlich unterweisen lassen) und eine Ultraschalluntersuchung.

Ein weiteres Thema, das in den letzten Jahren eher in den Hintergrund gerückt ist, ist HIV/AIDS. Im Jahr 2009 waren in Deutschland offiziell 431 Menschen daran gestorben. Jährlich wird bei knapp 3000 Menschen in Deutschland erstmalig HIV diagnostiziert.

Und dann sind da noch die übrigen Verkehrstoten, die sich ebenfalls durch ein erhöhtes Maß an sicherem Verhalten reduzieren ließen. In 2009 waren dies 4152 Todesfälle. Wobei diesbezüglich allerdings in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen ist.

Beitrag von Falk Richter – http://www.falkrichter.de

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