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Gesunde Ernährung im Kindesalter steigert die Intelligenz

obstDass der Genuss von Früchten und frischem Gemüse die Gesundheit im allgemeinen fördert, wird wohl niemanden überraschen. Das vorliegende Ergebnis einer Langzeit-Studie, die an knapp 4.000 Kindern durchgeführt wurde, befasst sich jedoch mit der Intelligenz. Und diese liegt bei Kindern, die im entscheidenden Alter auf Junk-Food verzichten, deutlich höher. Auch unter Berücksichtigung anderer Einflüsse wie Erbfaktoren und dem sozialen Umfeld. Was bei der plötzlichen Veröffentlichung dieser neuen Weisheit jedoch überrascht ist die zeitliche Verzögerung. Den Angaben zufolge, sollte das Ergebnis eigentlich schon seit 10 Jahren bekannt sein.

Die zur Verfügung stehenden Angaben gehen auf ein Projekt zurück, das unter dem Namen „Avon Longitudinal Study of Parents and Children“ (ALSPAC) in der ehemaligen Grafschaft „County of Avon“ in Westengland begann. Insgesamt 14.000 schwangere Frauen mit voraussichtlichen Geburtsterminen zwischen April 1991 und Dezember 1992 erklärten sich zu einer Zusammenarbeit bereit. Organisiert und geleitet wurde das Projekt durch ein Forscherteam der Universität von Bristol.

Bei dem nun zur Veröffentlichung gelangtem Zusammenhang zwischen Ernährung und Entwicklung der Intelligenz handelt es sich nur um einen Teilbereich der Studie. Gesammelt wurden Angaben der Eltern bezüglich der verabreichten Nahrungsmittel, wobei auch Details wie Fettgehalt der Milch, Qualität von Brot und die Auswahl von Erfrischungsgetränken Berücksichtigung fanden.

Im Alter von 8,5 Jahren wurde die Intelligenz von insgesamt 3.966 Kindern, nach dem Konzept von David Wechsler, gemessen. Informationen bezüglich der Ernährung lagen für das jeweilige Alter von 3, 4, 7 und 8,5 Jahren vor. Für die Qualität der Nahrungsmittel stand eine Skala, von –2 für die schlechteste (Fertiggerichte, Junk-Food) und +10 für die beste (Obst, Gemüse, Salat, Fisch, Teigwaren), zur Verfügung. Die Messungen der Intelligenz ergaben, dass jeder Punkt in der Skala der Ernährungsqualität der Dreijährigen mit einem höheren IQ von 1,67 im Alter von acht und einem halben Jahr korrespondiert. Die Art der Ernährung im späteren Kindesalter, also ab vier, wirkte sich auf die spätere Intelligenz jedoch nicht aus.

Erklärt wird dieser Umstand dadurch, dass bis zum Alter von drei Jahren das Gehirn seinen größten Wachstumsprozess hinter sich gebracht hat. Es sei an dieser Stelle jedoch erwähnt, dass Konsequenzen auf die physische Entwicklung und den allgemeinen Gesundheitsstand in dieser spziellen Daten-Analyse nicht berücksichtigt wurden.

Entsprechend dem Beginn der Studie (1991/92) und den Messungen der Intelligence im Alter von 8,5 Jahren ergibt sich, dass die Werte seit dem Jahr 2000 zur Verfügung stehen. Offensichtlich hatte bis dato niemand die Idee, eine Studie über den Zusammenhang zwischen Intelligenz und Ernährung zu erarbeiten. Insbesondere für Eltern von Kleinkindern sollte dieses Ergebnis mit Sicherheit als Anregung dienen, auf die Ernährung ihrer Sprösslinge besonders zu achten. Vorausgesetzt, es wird Wert darauf gelegt, seine Kinder zu denkenden Menschen zu erziehen.

 

Quellen: Journal of Epidemiology and Community Health, Time, The Telegraph

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