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Neue Priscus-Liste: Auskunft über riskante Medikamente für Senioren

zu_viele_pillenÄltere Menschen unterliegen dem natürlichen Verlauf, dass die Kräfte nachlassen oder sich Beschwerden und Erkrankungen zeigen, die sehr häufig bedingen, dass Medikamente verschrieben werden, um eine gesundheitliche Verbesserung oder Stabilität einer Erkrankung zu ermöglichen. Schon seit längerem herrscht unter vielen Medizinern und Wissenschaftlern die These, dass allerdings für einen auftretenden Schwindel oder gar einen Sturz eine Medikamentenüberversorgung ebenso verantwortlich sein kann, als auch die Inhaltsstoffe eines Arzneimittels an sich. Wahre Pillencocktails fördern mögliche Nebenwirkungen und stehen gerade bei älteren Menschen auf der Tagesordnung. Die sogenannte Priscus-Liste soll nun für eine bessere Aufklärung für Senioren sorgen.

Die Liste umfasst 83 Wirkstoffe, die für ältere Menschen zu riskanten Nebenwirkungen führen können. Gestern berichtete der SWR in der Sendung „Report Mainz“ darüber und machte deutlich, wie brisant dieses Thema hier in Deutschland ist. So werden mittlerweile rund 40% der alten Menschen in Altersheimen mit Medikamenten behandelt, die für gefährliche Nebenwirkungen beim Patienten sorgen. Eine Studie, deren Daten ebenfalls gestern durch die Professorin Petra Thürmann, tätig am Philipp Klee-Institut für klinische Pharmakologie, veröffentlich wurde, macht diesen Missstand deutlich. Es ist keine Seltenheit, wenn Senioren mit weit mehr als zehn unterschiedlichen Wirkstoffen behandelt werden, was einem wahren Cocktail an synthetisch hergestellten Präparaten gleichkommt.

Vielfach erweist sich dieser Pillen-Mix als riskant, da die einzelnen Wirkstoffe sich unter anderem negativ auf die Tätigkeit des Gehirns auswirken und nicht nur neue Beschwerden verursachen, sondern auch die gefürchteten Stürze samt Oberschenkel- und Hüftfrakturen mit sich bringen. Wie kann es zu solch einer hohen Gabe von vermeintlich hilfreichen Medikamenten kommen? Eine berechtigte Frage, die leider häufig die Antwort erhalten muss, dass entweder die behandelnden Ärzte zu wenig Zeit für die älteren Patienten haben oder, was noch tragischer ist, zu wenig Wissen über die einzelnen Arzneimittel und deren Wirkstoffe ihr Eigen nennen können. Wechselwirkungen sind hierbei sehr oft festzustellen und zudem, wie bereits erwähnt, auch negative Auswirkungen auf den Gleichgewichtssinn oder auch wichtige Organe.

Die Priscus-Liste soll nun mehr Sicherheit bieten, wenn es um die Reduzierung von Nebenwirkungen geht, die besonders oft ältere, kranke Menschen doppelt schwer treffen. In den USA gibt es solch eine Liste schon seit längerer Zeit, da über diese Zusammenhänge zwischen Schwindel, Stürzen und viele weitere Folgen der überdosierten Einnahme von Medikamenten, eindeutige Erkenntnisse gesammelt werden konnten. Glücklicherweise kann nun auch hierzulande für ein Mehr an Aufklärung gesorgt werden, die hoffentlich vielen älteren Menschen dazu dient, sich besser zu fühlen und vor allem unnötige Stürze und weitere medikamentenbedingte Schäden eine deutliche Eingrenzung erfahren lassen kann.

Die aktuelle Priscus Liste lässt sich hier kostenlos als PDF herunterladen

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