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Ein vergessenes Verbrechen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs

russische_panzer_WWIIJedes Schulkind weiß, dass Hitlers Überfall auf Polen am 1. September des Jahres 1939 den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hatte. England und Frankreich sahen sich gezwungen, am 3. September Deutschland den Krieg zu erklären. Genau zwei Wochen später, am 17. September, marschierte die Rote Armee von Osten her in Polen ein. Das vermutlich schlimmste aller Massaker ereignete sich in Katyn. Der tragische Flugzeugabsturz in Smolensk, im April des Vorjahres, bei dem die polnische Regierungsspitze ums Leben kam, erinnerte daran. Warum England und Frankreich nur der Westhälfte Polens Schutz anboten, bleibt bis heute ungeklärt.

Polen, das Geburtsland von Frederic Chopin und Marie Curie, zählt zu jenen Ländern Europas, die während des 20. Jahrhunderts wohl den schlimmsten Leiden ausgesetzt waren. Nachdem Nazi-Deutschland durch den Einmarsch am 1. September den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hatte, überschritten sowjet-russische Soldaten am frühen Morgen des 17. September die polnische Grenze von Osten her. Die dabei geschehenen Kriegsverbrechen werden von Wikipedia in wenigen Sätzen zusammengefasst:


Während der Eroberung des ostpolnischen Gebietes hat sich die Rote Armee zahlreicher Kriegsverbrechen schuldig gemacht. Der Historiker Andrzej Friszke beziffert die Opfer auf 2.500 ermordete Kriegsgefangene (Soldaten und Polizisten) und mehrere Hundert Zivilisten. Gleichzeitig rief die sowjetische Militärführung die ukrainische und weißrussische Zivilbevölkerung zu Mord und Gewalt an Polen auf. Die am meisten bekannt gewordenen Verbrechen fanden in Katyn, Rohatyn, Grodno, Nowogródek, Sarny, Tarnopol, Wo?kowysk, Oszmiana, ?wis?ocz, Mo?odeczno und Kosów Poleski statt.

Warum auf die Zahl von 2.500 ermordeten Kriegsgefangenen verwiesen wird, ist unklar. Wie in einem anderen Artikel bei Wikipedia erklärt wird, wurden allein beim Massaker von Katyn zwischen 24.000 und 25.000 Menschen ermordet. Am 10. April des Vorjahres befand sich die polnische Regierungsspitze, mit an Bord Präsident Lech Kaczy?ski, am Weg zu Gedenkfeierlichkeiten, als ihre Maschine während einer Nebellandung abstürzte, wie die offiziellen Berichte besagen.

Über die Verbrechen Stalins wurde schon an anderer Stelle berichtet. Die Auswirkungen des sowjet-kommunistischen Imperialismus erstrecken sich jedoch über halb Europa. Unzählige Menschen wurden ihres Besitzes beraubt. Hunderte Millionen blieben ihr Leben lang gezwungen, dieses jenseits des Eisernen Vorhanges zu verbringen. Tausende wurde bei Fluchtversuchen erschossen. Und oft wundert es: Ist die Gefahr, dass ein derartiges politisches System wieder aufflammen könnte, tatsachlich so undenkbar, dass so selten an die Verbrechen erinnert wird?

Über Konrad Hausener