Dienstag , 28 März 2017
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Schluss mit Datenklau! Das hilft wirklich, gegen Identitätsdiebstahl im Internet

Unsere persönlichen Daten sind sehr wertvoll, denn sie enthalten nicht nur Informationen über unser Konsumverhalten, sondern im schlimmsten Fall auch Kreditkarten und Kontoverbindungen, die Kriminelle nutzen können, um Geld abzuheben oder Bestellungen zu tätigen. 2014 schaffte es eine Hacker-Gruppe, die Rechner von 14 Millionen Deutschen zu infizieren und E-Mail-Adressen und Passwörter zu erhaschen. Immer wieder passiert es zudem, dass auch großen Firmen die Daten abhandenkommen.

Wie jüngst dem amerikanischen Suchmaschinenanbieter Yahoo, dem Elektro-Riesen Sony oder dem Softwarehersteller Adobe. Der größte Marktplatz für geklaute Daten ist das Dark Web, die „dunkle Seite“ des Internets, die nur mit speziellen Browsern besucht werden kann. Hier kann ein kompromittierter Datensatz gleich mehrfach verkauft werden.

Zwar ist ein 100-prozentiger Schutz gegen Datendiebstahl selbstverständlich nicht möglich, dennoch gibt es einige Maßnahmen, welche die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Daten gestohlen werden, stark verringern. Zwar muss man für die Umsetzung ein wenig seines gewohnten Komforts aufgeben, aber es lohnt sich, denn je mehr Zeit Hacker für eine Sache brauchen, desto eher verlieren sie die Motivation.

Die Sache mit den Passwörtern

In 90% aller Fälle wird zur Authentifizierung im Internet eine Kombination aus Benutzername und Passwort bzw. E-Mail-Adresse und Passwort verwendet. Vielen Nutzern ist bewusst, dass möglich lange und komplizierte Passwörter den Schutz stark erhöhen. Verwendet man beispielsweise acht statt sieben Zeichen bei einer Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, erhöht sich die benötigte Zeit, um alle Kombinationen auszuprobieren, von etwa 7 Stunden auf 15 Tage. Das große Problem: Es ist sehr schwierig sich wirklich sichere Passwörter zu merken. Vor allem deswegen, weil sich die benötigte Anzahl in den letzten Jahren stark erhöht hat. Abhilfe hierfür kann ein Passwort-Manager schaffen. Dabei handelt es sich um ein kleines Programm für den Computer oder das Smartphone, in das alle Passwörter eingetragen werden, die am Ende durch ein sehr sicheres Passwort geschützt werden. Häufig kommen hier generierte Passwörter zum Einsatz, die entsprechend lang und kompliziert sind, dafür muss man sich von diesen aber nur eins merken.

OwlDetect – Die Wacheule für Ihre Daten

OwlDetect ist ein relativ neuer Dienst, der einen ganz anderen Ansatz verfolgt, als die meisten Maßnahmen. Anstatt der Prävention des Datendiebstahls geht es nämlich hier darum aufzupassen, dass möglicherweise gestohlene Daten nicht genutzt werden. Sören Timm ist Geschäftsführer von CPP Deutschland und weiß warum Identitätsdiebstahl so verheerend ist. „In der Regel dauert es einen ganzen Monat, bis Verbraucher bemerken, dass die Daten kompromittiert wurden“, heißt es in einem Interview auf dem hauseigenen Blog von Owl. Bis dahin kann also bereits ein großer finanzieller Schaden entstehen. OwlDetect sucht in vielen spezifischen Quellen, unter anderem auch dem Dark Web, nach Ihren Daten und warnt Sie, wenn sie dort auftauchen. Das gibt Ihnen genügend Zeit Kreditkarten und Bankkonten zu sperren. Der Schaden kann gar nicht erst entstehen. Der Dienst kostet 4,49 EUR monatlich inkl. Mehrwertsteuer und man erhält darüber hinaus auch Tipps zum Thema digitaler Datenschutz.

Zwei-Faktor-Authentifizierung

Überall dort, wo es um finanzielle Belange geht, sind die eigenen Daten besonders gefährdet. Das haben auch die Dienstleister bemerkt, weswegen in den letzten Jahren immer öfter die sogenannte „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ angeboten wird.

Das Konzept dahinter ist einfach: Anstatt sich nur auf ein Passwort oder eine PIN zu verlassen, wird eine zweite, davon möglichst unabhängige Authentifizierung verlangt. Häufig wird dafür das Smartphone genutzt, beispielsweise in Form einer App, die Einmalcodes generiert und an den Account gebunden werden. Bei einigen Banken kann die Zwei-Faktor-Authentifizierung zudem über ein spezielles Gerät, eine Art Codegenerator erfolgen, der auch in der Lage ist, die Kontokarte auszulesen. Von Experten wird dies als besonders sicher angesehen, da durch das Auslesen der Karte eine weitere Sicherheitsebene hinzukommt. Doch selbst die Kombination aus Passwort + SMS bzw. App sind schon ein guter Schritt in Richtung Sicherheit.

Das Smartphone ist genauso wichtig wie der Computer

Während eigentlich als selbstverständlich geltende Sicherheitsaspekte wie ein Virenschutz und eine Firewall immerhin auf den meisten Computern zum Standard gehören, ist dies bei Smartphones nicht der Fall. Im Gegenteil: Viele Nutzer verzichten sogar bewusst auf die Hilfe solcher Programme, weil sie befürchten, ihren gewohnten Komfort zu verlieren. Dabei ist vor allem in den letzten Jahren das Smartphone immer öfter ein ernstzunehmendes Ziel und mit Bluetooth, Infrarot, mobiler Datenverbindung und W-LAN stehen Hackern hier gleich mehrere Angriffspunkte zur Verfügung. Leider benötigen gerade die Firewalls für Googles Android-Betriebssystem häufig Administratorrechte, also Root-Access. Mittlerweile gibt es aber auch Alternativen, die per VPN funktionieren und Apps einzeln White-Listen, sodass nach außen funkende Schadsoftware keine Chancen mehr hat. Wichtig ist, dass Datenschutz auch auf dem Smartphone endlich ernst genommen wird, denn nur, weil es weniger Viren und Trojaner gibt, die auf Android und iOS abzielen, heißt das nicht, dass diese keinen Schaden anstellen können. Im Gegenteil: Hat man sich einmal damit infiziert, kann oft nur noch der Hersteller sie loswerden.

Regelmäßig Updaten

Sowohl Windows als auch Android und iOS bringen ständig neue Updates für das Betriebssystem und die Software heraus. Das ist für viele Nutzer nervig, weil sie ihre Aktivität unterbrechen müssen und kann darüber hinaus auch ein Datenvolumen verbrauchen. Trotzdem ist es wichtig, den Aufforderungen so schnell wie möglich Folge zu leisten, denn oftmals schließen sie Sicherheitslücken, die Angreifern sonst Tür und Tor öffnen. Gerade neue Programme und Apps sind häufig von sogenannten „Zero Day Exploits“ betroffen. Dabei handelt es sich um manchmal bewusst und manchmal unbewusst offenstehende Hintertüren, die schon vor der Veröffentlichung der Software gefunden werden und am Tag der Verbreitung für Attacken genutzt werden können. Es existiert ein ganzer Markt, auf dem nur diese Sicherheitslücken verkauft werden, allerdings ist es möglich, durch rechtzeitig herausgebrachte und installierte Patches und Updates, diese schnell zu schließen.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: krulua / 123RF Lizenzfreie Bilder
Smartphone Schutz – Urheber: scanrail / 123RF Lizenzfreie Bilder

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