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Zurück in eine strahlende Zukunft

atom_schiffSo manches Schulaufsatzthema lautet immer mal wieder „Die Welt in 50 Jahren“. Damit sollen Sprach- und Ausdrucksmittel trainiert und gerade aktuell geltende Schreibnormen geprüft werden. Die Themenstellung interessiert eigentlich nicht, der Schüler soll nur abgelenkt werden.  Jeder wird sich erinnern. Erinnert sich jemand? 

In den allermeisten Fällen würde man gewahr werden, dass hier der Zeitpunkt festgemacht werden dürfte, da man sich vom Zukunftsoptimismus freigeschrieben hatte. Je nach Temperament und Scharfsinn wurden irreale Welten entworfen, die zwischen Alptraum und Glückseligkeit changieren. Vom drohenden Platzen eines Annuitätendarlehens wird wohl niemand geschrieben haben. Desillusionierend war nicht nur der Zwang, sich die unbegrenzten Möglichkeiten im Detail vorzustellen und aufzuschreiben, mehr noch die dabei notwendige Hinwendung zur Realität.

Was ist seit diesen Tagen nicht alles nicht passiert und was ganz anderes eben doch.

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Gehungert wird immer noch, Seuchen grassieren, Wasser wird knapp, fruchtbare Erde und Rohstoffe auch und von intergalaktischen Importen sind wir weit entfernt. Kriege und Weltmeisterschaften sind ganz nah und 10.000 Twitterfreunde auch. Den unbekannten Wohnungsnachbarn habe ich über eine Online-Dinner-Agentur kennengelernt und hoffe niemals für einen anrechenbaren Euro die Unkrautrabatte vorm Haus auffrischen zu müssen.

Und täglich tobt der Kampf ums Geschäft.

Aber es gibt eben auch bleibende und ideelle Momente. Wieviel Erde braucht der Mensch, wenn wir nur eine zu schützen haben? Und darf an des Schöpfers Erbgut gebastelt werden? Und auch der ultimative Atomstromstreit blieb erhalten. Sind wir als ehemaliger Weltwissensführer am Ende des Ausstiegs vom Ausstieg? Oder beim Wiedereinstieg? Oder beim Wiedereinstieg in den Ausstieg? Oder einfach nur unentschieden?

Jedenfalls bleiben alle Optionen offen und um nicht gänzlich den Anschluss zu verlieren, bauen wir zwar Atomkraftwerke, nicht aber im eigenen Lande. Dafür aber mit Finanzierung durch Hermesbürgschaft. AREVA dankt.

Im „Gloom, Boom & Doom Report“ hatte Marc Faber vor einiger Zeit darüber sinniert, wie man in diesem Zusammenhang sein Geld ertragsträchtig anlegen kann und kam auf den merkwürdig anmutenden Gedanken: Schiffahrt!

Rund 150 Kernkraftwerke seien derzeit im Bau, weitere 160 geplant und einige Hundert im Betrieb. Selbst wenn man die, zum Betrieb notwendigen, Uranerze bereitstellen und auch aufbereiten könnte, was absolut zweifelhaft sei, gäbe es immer noch den nicht zu schließenden Engpass in der auf Jahre ausgebuchten Hochsicherheitstransportflotte.

In allerhöchster Geschäftsnot werden wir bestimmt die Sicherheitsstandards senken oder umgehen. Und lieber kein Endlager, als ein ungenügendes. Zwischendurch wird improvisiert. Ach ja, laut Auskunft waren bisher alle Kernkraftwerke hochprofitabel.

Also, wir müssen die Kernkraftwerksbetreiber zumindest so lange lebensfähig halten, bis wir die Endrechnung für die Endlagerungskosten ausgefertigt und zugestellt haben, vielleicht sogar mit uns selber als Rechnungsposten.

 

Franz Wanner - http://blog.corporatebookstore.de


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