Der Fluch der Effizienz
Da werden heute, am 09.06., wohl etliche Abonnenten der Süddeutschen Zeitung und auch dem Handelsblatt in die Röhre schauen. Stromausfall in der Druckerei. Als der Fehler behoben war, ging es mit Volldampf voran, doch konnte bis zum Auslieferungszeitpunkt nicht die Gesamtauflage bewältigt werden. „Shit happens“ möchte man sagen!
Interessant aber, da der gewonnene Abonnent einsichtig und eine sichere Bank ist, wurde entschieden, vorrangig Kioske und freie Verkaufsstellen zu beliefern. Abonnenten hatten das Nachsehen. Der Vorteil des Abonnements verkehrt sich so ins Gegenteil. Gut zu wissen.
Was das mit Effizienz zu tun hat?
Jahrelang wurde der Vorsorgegedanke erwogen und das Notstromaggregat debattiert. Aber das stand als ungenutzter Kostenblock nur sinnlos herum und wurde im Zuge der Verschlankung abgeschafft.
Eigentlich ist Vorsorge der luxuriöse Gedanke, Mittel für einen Notfall zu haben, der hoffentlich nie eintritt. Man hätte vorgesorgt. Geht natürlich auch durch eine Vorsorgeversicherung. Die hat den Wesenszug, den Schaden im Ernstfall an einem vorbei zu leiten, damit er einen anderen trifft. Diesmal den Abonnenten. Es geht nicht darum, den Schaden zu verhindern, sondern an andere durchzureichen. Ist einfach billiger für einen selbst.
Also wenn bei einer Herzoperation der Strom ausfällt, wäre der Patient womöglich tot, die Hinterbliebenen unvermutet reich und das Krankenhaus bekommt den Imageschaden zusätzlich mit Geld aufgewogen. Ein Verlierer ist nicht in Sicht. Der Tote merkt ja nichts mehr.
Da fragt man sich mitunter, ob Geld tatsächlich einen Gebrauchswert hat.
Franz Wanner - http://blog.corporatebookstore.de



