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Der Schwindel mit der Wohltätigkeit geht weiter

bill_gates_windZuerst meldete sich Forbes zu Wort. Dann folgten Schlagzeilen rund um die Welt: „Milliardäre öffnen Geldbörse“, „Reiche sollen spenden“, „Das halbe Vermögen für die Wohltätigkeit“. Würden alle offiziellen US-Milliardäre dem Aufruf folgen, kämen rund 650 Milliarden Dollar zusammen. Über Warren Buffett wird sogar berichtet, er hätte bereits 99 Prozent seines Vermögens verschenkt. Wie niedlich! Wer sind die Empfänger der Großzügigkeit? Wohltätigkeits-Fonds! Und dabei handelt es sich um übernationale mächtige Finanzinstitutionen. 

Wie der Bill&Melinda-Gates-Fond wirklich arbeitet, haben wir bereits ausführlich berichtet. (Artikel: Der Schwindel mit den Spendengeldern) Wie viel Geld lässt sich für ein luxuriöses Leben aufwenden? Hundert Millionen, fünfhundert, eine Milliarde? Und wozu dient der Rest? Vermögen, die im elfstelligen Bereich liegen (z. B. $ 47.000.000.000 im Falle von Warren Buffett) dienen nicht mehr dem Komfort, sondern der Macht. Und wo liegt der Unterschied, ob diese, vorwiegend unversteuerten, Unsummen in einem sogenannten Familienfond oder in einem Wohltätigkeitsfond untergebracht sind? Auch wenn gelegentlich wirklich ein paar Millionen verschenkt werden, die Gelder werden investiert, und zwar gewinnbringend. Die Fonds wachsen weiter an, greifen weltweit in die wirtschaftlichen Entwicklungen ein, werden zu unkontrollierbaren Monstern.

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Jetzt plötzlich, zur Zeit einer Wirtschaftskrise, die noch in ihren ersten Anfängen steckt, taucht plötzlich die Idee auf, private Vermögen der Wohltätigkeit zu „opfern“. Zu einer Zeit, in der die Bürger der sogenannten reichen Länder immer ärmer werden und Milliardäre immer reicher. Könnte es sich bei diesem Schritt vielleicht um einen Weg handeln, die offiziellen Zahlen in den Statistiken der finanziellen Weltelite etwas zu beschönigen? Oder, Werte zeitgerecht in Sicherheit zu bringen? Keinesfalls gibt es Anlass zur Freude darüber, dass irgend jemandem auf dieser Welt plötzlich großzügig geholfen werden wird.

John Tamny schreibt im jüngsten Artikel bei Forbes sogar, dass das Verschenken der Vermögen der Wirtschaft schade, denn diese brauche Investitionen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Er nennt es „die Umsetzung von Produktionsmittel in Konsummittel“. Glaubt dieser John Tamny denn wirklich daran, dass die „gespendeten“ Gelder irgend jemandem zum Ausgeben überlassen werden? In einem Punkt kann er natürlich recht haben. Nämlich, dass Auflagen, die besagen, dass Gelder, die unversteuert in Familienfonds liegen, nicht außer Landes gebracht werden dürfen, umgangen werden können. Wenn’s der Wohltätigkeit dient, dann mag dies, wie sich oft zeigt, durchaus möglich sein. Und das schadet zweifellos der nationalen Wirtschaft.


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