R³ - Land-Grabbing: EU-Erweiterung mal anders
Am Morgen des 01.06.2010 berichtete der Deutschlandfunk, dass die EU außerhalb ihrer Staatsgrenzen zusätzliche Agrar-Nutzflächen kauft oder pachtet. Diese zusätzlichen Flächen sind so groß wie Deutschland. Das ist mehr als das was China für seine 1,3 Milliarden Staatsbürger an Mehrbedarf hat. Und das Ganze hat auch schon einen Namen: Land-Grabbing. Innerhalb der EU werden Ackerflächen mit Subventionsgeldern re-naturiert. Außerhalb der EU sorgen wir jetzt dafür das Brandrohdung noch attraktiver und für manchen hungernden Bauer in der 3. Welt wahrscheinlich noch überlebenswichtiger wird. Nachdem unsere Hochsee-Fischerei-Flotte die Gewässer vor der afrikanischen Atlantikküste leergefischt hat und wir die arbeitslosen einheimischen Fischer mit EU-Geldern versorgen ist Land-Grabbing der logische Folgeschritt.
Wie würden wir uns fühlen, wenn Erdöl unerschwinglich teuer für uns wäre, wenn afrikanische Fischereiflotten die Nordsee und unsere Flüsse leerfischen würden, wenn chinesische Bergwerkskonzerne unsere Stein- und Braunkohle abbauen und außer Landes bringen würden? Wenn vor unseren Augen riesige Weizen- und Maisfelder wachsen und unsere Kinder hungern. Wenn Land vor unserer Haustür von Hedge-Fonds gekauft und verkauft wird, um Reiche noch reicher zu machen. Wenn unsere Regierung nur noch die Marionetten weit entfernter Konzerne sind?
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Wir sind freie Bürger in einem freien Land. Es sind nicht "die da Oben" oder "die in Brüssel" da das tun, sondern die, die wir in freien, gleichen und geheimen Wahlen als unsere Vertreter in die nationalen Parlamente und ins EU-Parlament geschickt haben. Auch wir tragen somit Schuld an dieser von Menschen gemachten Tragödie welche das Gewinnstreben Einzelner höher wertet, als die Versorgung der Ärmsten der Armen mit dem Nötigsten.
Guten Appetit - beim nächsten Fischbrötchen oder der nächsten Banane



