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Die besonnene Energiewende: Cleantech-Chancen in der Schweiz

new_value_chartDie Geschäftsleitung der Schweizer Risiko-Kapitalgesellschaft New Value AG hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Sie hat die Aktionäre ihres Unternehmens, das sich auf die Beteiligung an Firmen aus dem Bereich Cleantech und Health spezialisiert hat, in das Zürcher Erlebnisrestaurant „Triibhuus“ (Treibhaus) eingeladen. Gemeinsames Kochen steht auf dem Programm – in der Hoffnung, dass den Aktionären das Essen weniger auf den Magen schlägt als der Aktienkurs. Im Vergleich zum Schweizer Marktindex SMI schneidet die Firma im Jahresvergleich denkbar schlecht ab.

Wie konnte es dazu kommen? Müsste sich der Aktienkurs nicht angesichts des Runs auf Cleantech-Technologien nach der AKW-Katastrophe von Fukushima äusserst positiv entwickelt haben? Mitnichten. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Eine der Ursachen ist firmenintern: Dem Unternehmen fehlt das Highlight im Portfolio. Im letzten Jahr fusionierte New Value ihre erfolgreiche Solarbeteiligung 3S mit Meyer Burger, einem der innovativsten Schweizer Zulieferer der Branche. Für New Value ist der Verkauf von 3S weiterhin eine strategische Erfolgsstory. Für die New-Value-Aktionäre sieht das anders aus, denn sie haben von dem imposanten Kursanstieg der Meyer-Burger-Aktie in Höhe von knapp 40% seit Jahresbeginn nicht mehr profitiert. Immerhin hat die New Value AG aus dieser Erfahrung gelernt. Sie möchte der Solarbranche treu bleiben und investieren nunmehr verstärkt in das Photovoltaik-Unternehmen Solar Industries. In diesem Jahr ist geplant, dass die Firma die Modulproduktion in der Schweiz aufnimmt. Produktionsstätten in Deutschland und Italien sind bereits im Betrieb.

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Marktseitig schlägt ein weiterer Faktor negativ zu Buche. Der Ausbaustandard der Schweizer Cleantech-Industrie ist im internationalen Vergleich niedrig. Auch wenn die Schweiz gemäss neuestem Cleantech-Report einen Spitzenwert im Bereich der Forschung hält, bleibt die Anwendung der Technologien im eigenen Land sehr begrenzt. Nur sehr geringe Anteile der Energieversorgung stammen aus der Solar- (0,13%) bzw. Windenergie (0,004%). Die Industrie ist deshalb auf den Export angewiesen. Zum einen liegt dies daran, dass die Schweiz bisher sehr stark auf die Nutzung der Kernenergie setzt, ca. 40% der Stromerzeugung kommen aus AKW’s. Dank des starken Mixes aus Atomstrom und Wasserkraft, deren Pumpkraftwerke ebenfalls mit Atomstrom betrieben werden, hat die Schweiz die beste CO2-Bilanz Europas. Zum anderen ist die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung überzeugt, dass der Staat nicht auf die Wirtschaftsentwicklung Einfluss nehmen sollte. Einmischungen in die „unsichtbaren Hände“ des Marktes sind weithin verpönt. Subventionierungen erneuerbarer Energien sind daher eher symbolischer Natur. So finanzierte der Bund im Jahr 2009 mit nur 16 Mio. Schweizer Franken die Solarenergie – ein Tropfen auf den heissen Stein im Vergleich zu den milliardenschweren Subventionen in Deutschland.

Nach Fukushima ist die Hoffnung in umweltpolitischen Kreisen gross, dass sich die Schweizer auf die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien besinnen. Die erwarteten Genehmigungen für drei neue AKW’s sind Mitte März vorerst ausgesetzt worden. Es gibt also viel zu tun für die neuen Energiewerker. Genau aus diesem Grund lädt die New Value AG ihre Aktionäre zur jährlichen Hauptversammlung im August auf eine Baustelle ein, dem zukünftigen Produktionsstandort der Solar Industries im Schweizer Mittelland.


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