Internationale Währungskrise wird dramatisch – Staatspleiten könnten bevorstehen
Nun also erwischt es offenbar Irland als Nächstes. Die Kurse irischer Staatsanleihen geraten erneut unter Druck. Die zehnjährige Rendite stieg in der Spitze auf ein Rekordhoch von 7,9 Prozent. Der Risikoaufschlag für irische Staatsanleihen gegenüber 10-jährigen Bundesanleihen vergrößerte sich auf 552 Basispunkte und ist damit so hoch wie noch nie seit der Euro-Einführung. Auch die Lage in Portugal ist äußerst kritisch, in Griechenland werden die Zahlen auch immer schlechter. Dazu kommt die Politik der US-Notenbank Fed. Diese druckt immer neue Dollars und verunsichert dadurch immer mehr seinen größten Gläubiger China. Chinas größte Rating-Agentur hat den Dollar schon herabgestuft und malt düsterste Szenarien zur Zukunft der US-Währung. Die Folgen eines Dollar-Crashs wären katastrophal für die ganze Welt, deshalb ließ man bisher immer Nachsicht walten mit den USA. Wie lange noch?
Die EU bereitet schon einen Notfallplan zur Stützung z.B. von Irland vor. Der Stabilitätspakt soll aktiviert werden. Das Geld des deutschen Steuerzahlers wird nun benötigt und Bundeskanzlerin Angela Merkel müsste das alles den Wählern bei den entscheidenden Landtagswahlen nächstes Jahr verkaufen. Hier baut sich nicht nur ein finanzpolitisches, sondern auch ein innenpolitisches Krisenszenario auf.
Nun versuchen die G20 auf ihrem Weltfinanz-Gipfel einen Ausweg zu finden. Als die Krise auf dem Höhepunkt stand, da waren die Staaten in der Lage, eine zumindest vorübergehende Lösung zu erreichen. Jetzt, da ein gewisser Wirtschaftsaufschwung eingetreten ist, stoßen die Egoismen wieder aufeinander. Es ist ein denkwürdiger Umstand, dass hinter dem Deckmantel einer allgemeinen Beruhigung sich die Krise weiter verschärft. Alle Zahlen deuten auf eine neue heiße Phase der Finanzkrise hin. Diesmal aber auf einem ganz anderen Niveau, weil nun immer mehr die Staaten selbst von den Märkten getestet werden. Es wird spannend sein zu sehen, wann die Politik gezwungen ist, Farbe zu bekennen und den Steuerzahler zur Kasse zu bitten und mit welcher Begründung das geschehen wird.
Weltbank-Chef Robert Zoellick spielt bereits mit dem Gedanken an einen neuen Gold-Standard und stellt damit die zentrale Rolle des US-Dollar in Frage. Im Hintergrund werden zurzeit sicher etliche Szenarien durchgespielt. Die Panik an den Märkten nimmt in diesen Tagen wieder zu, die Mächtigen haben allen Anlass, sich etwas einfallen zu lassen. Ob das aber die Probleme grundlegend löst, bleibt abzuwarten. Es ist faszinierend zu sehen, wie unsere Staatsführer angeblich stets die Probleme lösen und sich dann herausstellt, dass in der Substanz nichts erreicht wurde. Liegt es an der professionellen PR oder an der Unvorhersehbarkeit der Entwicklung? In jedem Fall scheint diese in friedlicher Ruhe sozialisierte Politiker-Generation reichlich überfordert.




