Keine nennenswerten Probleme durch Feuer auf der Ölplattform
Nach der, durch die Explosion auf der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon am 20. April hervorgerufenen, Umwelt-Katastrophe größten Ausmaßes, ist eine Sensibilität bezüglich ähnlicher Vorfälle absolut verständlich. So weckte der gestern auf einer Plattform der Firma Mariner Energy entstandene Brand in Kürze enormes Interesse. Dazu kam, dass erste Meldungen über Ölschwaden auf der Meeresoberfläche plötzlich widerrufen waren. Der Verdacht, dass wieder ein Versuch der Vertuschung unternommen wurde, lag nahe. Doch, nachdem die ersten Wellen geglättet sind, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass keine nennenswerten Umweltschäden zu befürchten sind.
Die betroffene Ölplattform rund 150 km vor der Küste von Louisiana unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von der namens Deepwater Horizon. Erstens, handelt es sich um eine Förder- und keine Bohrplattform und, zweitens, wird Öl und Gas aus einer Tiefe von knapp über 100 Metern gewonnen. Das Bohrloch von BP befand sich in 1.500 Metern Tiefe. Außerdem scheint es als wäre das Unglück nicht durch eine Explosion, sondern durch ein ausgebrochenes Feuer entstanden.
Die 13 Arbeiter, die sich durch einen Sprung ins Wasser vor dem Feuer in Sicherheit brachten, wurde alle gerettet. Nur einer von ihnen wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.
Meldungen bezüglich möglicher Ölaustritte finden sich zum gegebenen Zeitpunkt nicht einmal als Gerüchte, was zu dem erfreulichen Schluss führt, dass es sich beim gestrigen Vorfall im Golf von Mexiko um ein relativ harmloses Unglück handelt. Die Ermittlungen, die Ursachen und mögliches menschliches Verschulden betreffend, sind im Gange.



