Montag , 26 Juni 2017
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Asbest ist tödlich und wird trotzdem weiter verwendet

thetford_minesAsbest ist ein Sammelbegriff für bestimmte, natürlich vorkommende Mineralien. Die bekannten Gesundheitsprobleme entstehen durch die extreme Feinfasrigkeit, wodurch Asbest in die Atemwege und die Lungen gerät. In 52 Ländern der Welt, die EU eingeschlossen, ist die Verwendung des nachweislich krebserregenden Materials verboten oder zumindest deutlich eingeschränkt. Im Rest der Welt wird fleißig weiter damit gearbeitet. Allein im Vorjahr wurden 2.200 Millionen Tonnen davon verkauft. Monatelange Ermittlungen haben nun ergeben, dass Asbest-Lobbys seit 1980 100 Millionen Dollar in die Erhaltung internationaler Märkte investierten. 

In Deutschland ist die Verwendung von Asbest seit dem Jahr 1993 untersagt. Trotzdem, in vielen älteren Gebäuden, Bauteilen und auch Elektrogeräten ist Asbest verarbeitet. Die Zahl asbestbedingter Todesfälle wurde im Jahr 2005 für Deutschland mit 5.850 beziffert.

Angaben der Weltgesundheitsorganisation entsprechend, sind es weltweit 125 Millionen Menschen, die an ihrem Arbeitsplatz mit Asbest konfrontiert werden. Die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen berichtet von 100.000 Todesfällen pro Jahr.

Den Langzeitstudien der Gesundheitsexperten stehen die Argumente der Industrie gegenüber, die sich bemüht, diesen Wirtschaftszweig zu erhalten. Von Lobbys finanzierte Forscher veröffentlichten Hunderte von Artikeln, die behaupten, „Weißer Asbest“ sei deutlich harmloser als „Brauner“ oder „Blauer Asbest“. Dr. J. Corbett McDonald, Professor Emeritus an der McGill-University in Montreal, argumentiert folgendermaßen: „Es ist sehr preisgünstig. Würde man versuchen, Haiti ohne Asbest wieder aufzubauen, würde das wesentlich teurer kommen. Gesundheitliche Auswirkungen sind belanglos, falls es solche überhaupt gibt.“ Mit Mitteln der Quebec Asbestos Mining Association begann Professor McDonald Mitte der 1960er Jahre die Auswirkungen von Asbest auf Arbeiter zu studieren.

Eine Journalistenvereinigung namens International Consortium of Investigative Journalists brachte nach neun Monate dauernden Recherchen ans Tageslicht, dass praktisch alle Argumente, die für die weitere Verwendung von Asbest sprechen, letztendlich durch die Asbestindustrie selbst bzw. durch von dieser finanzierten Vereinigungen verbreitet werden.

Zu den größten Abnehmern von Asbest zählen China, Indien, Russland, Kasachstan und Brasilien. Während man sich in den EU-Staaten darüber den Kopf zerbricht, wie sich vorhandene, und als giftig eingestufte, Asbeststoffe am sichersten entsorgen lassen, werden weiterhin Millionen von Tonnen in Minen abgebaut und, vorwiegend an Drittweltländer, veräußert.

 

Quellen: McClatchy, Wikipedia

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