Geldschöpfung – Werte aus dem Nichts schaffen
Fragen wir uns, was das Leben praktisch aller Menschen auf dieser Welt am stärksten beeinflusst, dann führt kein Weg daran vorbei, als Antwort Geld zu nennen. Direkt oder indirekt bestimmt es unser Leben. Und, obwohl jeder damit vertraut ist, jeder damit hantiert, Werte in Geld angegeben werden, was wissen wir eigentlich wirklich darüber? Wie viel Geld gibt es auf dieser Welt oder auch nur in diesem Land? Wer kontrolliert es? Überschätzen Sie dabei nicht den Einfluss staatlicher Nationalbanken, andernfalls die Staatsschulden nicht in derart dramatische Höhen gestiegen wären.
Märchen werden oft sogar über Jahrhunderte in fast unveränderter Form weitererzählt. Allerdings, wird wohl niemand daran glauben, dass Rotkäppchen wirklich vom bösen Wolf gefressen wurde. Das Märchen aber, dass Geld von Nationalbanken in Umlauf gesetzt würde, in irgend einer Form durch andere Werte gedeckt sei, dass es die Aufgabe der privaten Banken sei, dieses Geld in Tresoren zu verwahren und an Schuldner zu verleihen, dieses Märchen hält sich nicht nur seit Generationen, es wird von vielen, wenn nicht sogar von den meisten Menschen, für wahr gehalten.
Es mag sich vielleicht herumgesprochen haben, dass es auch im theoretischen Sinne schon seit Jahrzehnten keine Golddeckung mehr gibt. Kein Problem, könnte man sagen, denn mit dem Guthaben, über das ich selbst verfüge, kann ich schließlich jederzeit Gold oder andere langfristig sichere Anlageformen erwerben. Dass sich der Einzelne selten für die Hintergründe des Prozesses der Geldschaffung interessiert, mag daran liegen, dass das Wissen darum nichts an seiner eigenen Situation ändert. Entweder haben wir genug davon (selten) oder es fehlt daran (meistens). Trotzdem, wollen wir auch nur halbwegs verstehen, wie Wirtschaft und Politik funktionieren, betrachten wir uns als mündige Bürger demokratischer Staaten, dann sollten wir diesem Punkt doch etwas mehr Beachtung schenken. Wenn Sie nicht ohnehin schon mit den Mechanismen der Erschaffung des Geldes vertraut sind, dann verspreche ich Ihnen, dass Sie sich beim Weiterlesen gewaltig wundern werden. Und wenn Sie mir nicht glauben, dann klicken Sie auf einen der Links und überprüfen Sie meine Angaben.
Stellen Sie sich vor, ein Freund fragt Sie, ob Sie ihm eine Million Euro leihen könnten. Sie überprüfen seine Sicherheiten, handeln einen Zinssatz aus, und dann greifen Sie zum Scheckbuch und überreichen ihm den gewünschten Betrag. Sie hätten keine Million Euro verfügbar? Gut, dann funktioniert es natürlich nicht. Es sei denn, Sie wären eine Bank. Denn Banken brauchen kein Geld um Kredite zu geben. Banken setzen Geld im Form von Krediten in Umlauf. Sie kreieren es. Mit jedem neuen Kredit erhöht sich das gesamte Geldvolumen und verringert sich wieder, wenn dieser beglichen ist.
Ich kann mir vorstellen, dass Sie mir das nicht glauben. Die Banken verwalten das Geld der Anleger und Sparer. Doch, dass sie es selbst aus dem Nichts erschaffen, wie sollte das möglich sein? Alle Banknoten verweisen doch schließlich auf die Nationalbank. Außerdem, wenn dem so wäre, das wäre doch unvorstellbar. Wofür verlangen Banken schließlich so hohe Zinsen? Nur um den Verwaltungsaufwand abzudecken? Nein, das gibt’s nicht. Außerdem, wie könnten Banken jemals pleite gehen, wenn Sie derartige Traumgeschäfte, das, was sie nicht haben, gegen Zinsen zu verleihen, wirklich durchführen könnten?
Was Sie vielleicht auch noch nicht wissen, es gibt zwei Arten von Geld, nämlich einerseits in Form von Geldscheinen und Münzen, und dieses stammt wirklich von der Notenbank, und sogenanntes Buchgeld. Der exakte Prozentsatz ist von Land zu Land verschieden, doch liegt das Verhältnis etwa bei 5 zu 95. Die fünf Prozent beziehen sich dabei auf das Geld, das von der Nationalbank in Umlauf gesetzt wird. Der Rest, 95 Prozent, wird von privaten Banken in Form von Krediten erschaffen. Sie lesen richtig: Banken erschaffen Geld, verleihen es gegen Zinsen und setzen es dadurch in Umlauf. Buchgeld existiert als Guthaben auf verschiedenen Kontenformen und kann jederzeit gegen Bargeld abgelöst werden. Durch Banküberweisungen bzw. Bezahlung mittels Schecks, wird Buchgeld aber auch zum direkten Zahlungsmittel.




