Freitag , 2 Dezember 2016
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Franz Hörmann: Unser Geldsystem muss erneuert werden

hoermann_franz_wienFranz Hörmann war bei der Sendung „Neugier genügt“ bei WDR5 zu Gast. In allgemein verständlichen Worten erklärte der Wirtschaftsexperte, Hochschullehrer und Autor des Buches „Das Ende des Geldes“, warum unser derzeit angewandtes System von Fiat-Währungen nicht funktionieren kann. Jenseits der Realwirtschaft, betreiben Banken ein Zahlenspiel, durch welches fiktive Werte konstruiert werden. Verlierer ist letztendlich immer der Bürger. Eine Alternative sieht der Wissenschaftler im Ende des Konkurrenzkampfes. Nicht gegeneinander, sondern miteinander zu arbeiten und zu produzieren könnte tatsächlich zu breitem Wohlstand und zum Ende aller Not führen.

Leser von The Intelligence sind nicht nur mit Professor Hörmann, sondern auch mit den tatsächlichen Problemen, mit denen sich die Wirtschaft, vor allem aber unser Geldsystem, konfrontiert sehen, seit langem vertraut. Beobachten wir jedoch die Handlungen und Vorschläge der Politiker, so lässt sich leider nicht das geringste Anzeichen erkennen, dass es Überlegungen für dringend notwendige Änderungen des derzeit praktizierten, untragbaren Finanzsystems geben könnte. Mitschuld an dieser unverzeihlichen Ignoranz ist die mangelnde Informiertheit großer Teile der Bevölkerung.

Umso mehr ist es zu begrüßen, dass der Westdeutsche Rundfunk den in Österreich lebenden Kritiker Franz Hörmann zu Wort kommen ließ. In allgemein verständlicher Art wird dem Zuhörer nahe gebracht, wie das Geldsystem der westlichen Welt letztendlich funktioniert. Mit dem Ursprung der Banknoten im Mittelalter beginnend, erklärt Hörmann Schritt um Schritt, wie es so weit kommen konnte, dass mittlerweile praktisch alles Geld aus „dünner Luft“ erschaffen wird. Nachdem unser materiell orientiertes System auf den Prinzipien des Nullsummenspiels basiert, bedeutet dies gleichzeitig, dass die sagenhaften Reichtümer Einzelner immer nur durch das Verschieben von Besitz, also von den Massen in die Hände Weniger, entstehen konnten. Es wäre dringend zu empfehlen, so viele Menschen wie möglich dazu zu motivieren, sich die 26 Minuten dauernde Aufzeichnung dieses Interviews anzuhören. Wie schon erwähnt, nur eine informierte Öffentlichkeit wäre imstande, den notwendigen Druck auf die Politik des Landes auszuüben, um dringend notwendige Reformen zu erzwingen. Solange die überwiegende Mehrheit der Bürger nicht einmal im Ansatz versteht, wie das vorherrschende Geldsystem überhaupt funktioniert, kann mit solchem Druck jedoch keineswegs gerechnet werden.

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