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Warum fällt der Goldpreis?

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gold_dollar_euroDie Märkte sind verunsichert. Was passiert mit Griechenland? Was mit der Euro-Zone? Zwei italienische Banken, UniCredit SpA und Intesa Sanpaolo, geraten ins Wanken. Die Vereinigten Staaten nähern sich ebenfalls der Zahlungsunfähigkeit. Ein, wie von Prof. Hörmann angekündigter, Zusammenbruch des Währungssystems rückt immer mehr in den Bereich des Wahrscheinlichen. Dementsprechend geben die Aktienkurse nach. Gleichzeitig sinkt auch der Ölpreis, denn ein wirtschaftliches Chaos würde schließlich den Bedarf senken. Doch wohin fließen abgezogene Barmittel? Sollte in einer derartigen Situation nicht eine Flucht in Edelmetalle einsetzen? Sowohl der Gold- als auch der Silberpreis erlitten gegen Ende der Woche deutliche Einbußen.

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Im Laufe der Woche kletterte der Goldpreis bis auf $ 1.552 pro Unze. Am Freitag nachmittag unterschritt er die 1.500er-Marke. Schon am Donnerstag, als der Dow-Jones-Index vorübergehend mehr als 200 Punkte im Minus lag, zeigte sich diese sonderbare Parallele. Diese Tendenz, dass die Preise von Aktien und Edelmetallen gleichzeitig unter Druck standen, trat während der vergangenen Jahre bereits mehrere Male auf.

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Der wichtigste Handelsplatz für Gold ist London, gefolgt von New York, Zürich und Tokio. Aufgrund beschränkter Verfügbarkeit von Gold, hält sich das Handelsvolumen entsprechend in Grenzen. Einem Eintrag bei Wikipedia zufolge, betrug das tägliche Handelsvolumen von Gold im November 2008 im Durchschnitt 18,3 Millionen Unzen ($ 13,9 Mrd.) und von Silber 107,6 Millionen Unzen ($ 1,1 Mrd.). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die gleiche Menge physischen Goldes täglich den Besitzer wechselte. Zum überwiegenden Teil werden Futures, also Lieferversprechen, gehandelt. Einzelne Hedgefonds, wie Spekulationskapital heute genannt wird, verfügen über ausreichende Mittel, um die Preisentwicklung willentlich zu steuern.

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Aus üblicherweise gut informierten Kreisen wurde kürzlich bekannt, dass 2.000 Tonnen physischen Goldes für den baldigen Verkauf aktiviert wurden. Dies entspricht rund einem Viertel der Bestände von Fort Knox bzw. 60 Prozent der deutschen Goldreserven. Beim derzeitigen Goldpreis beträgt der Wert rund 97 Milliarden Dollar.

An dieser Stelle sei auch bemerkt, dass seit Jahren von Experten darauf verwiesen wird, dass der Goldpreis in astronomische Höhen klettern könnte, sobald ein nennenswerter Anteil der Besitzer von auf Gold lautenden Papieren auf eine Einlösung bestünde. Somit ist nicht abschätzbar, ob die aktivierten 2.000 Tonnen – die Korrektheit der Information vorausgesetzt – dazu dienen sollen, den Goldpreis nach unten zu manipulieren oder um eine Explosion nach oben zu verhindern. Beim Beobachten der Preisentwicklung in naher Zukunft, sollten beide Möglichkeiten Berücksichtigung finden.

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In Anbetracht der mehr als nur unsicheren Wirtschaftslage, sollte man grundsätzlich davon ausgehen können, dass Gold noch immer über ein respektables Steigerungspotential verfügt, auch wenn Manipulationen vorübergehend gegenteilige Vermutungen aufkommen lassen könnten. Außerdem, sollten die wertlosen Fiat-Währungen tatsächlich verschwinden, was gleichzeitig einen restlosen Zusammenbruch der Aktienmärkte mit sich bringen würde, was außer Gold und Silber könnte sonst noch zur Wertaufbewahrung dienen?

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Allerdings, wer daran denkt, sein Erspartes in Form von Gold zu sichern, sollte eine Gefahr nicht gänzliche außer Auge lassen. Und zwar ein mögliches Verbot von privatem Goldbesitz, wie es in den Vereinigten Staaten von 1933 bis nach 1971 der Fall war. Mittels Executive Order 6102, unterzeichnet am 5. April 1933, zwang der damalige Präsident Franklin D. Roosevelt alle amerikanischen Bürger, Goldmünzen, Barren und Zertifikate zum Preis von $ 20,67 dem Staat zu überlassen, widrigenfalls bis zu zehn Jahren Gefängnis drohten.

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Vor wenigen Tagen sandte das Online-Trading-Service Forex.com ein Email an seine US-Kunden. Darin stand zu lesen, dass per 15. Juli eine Bestimmung in Kraft trete, wonach allen in den USA ansässigen Personen der außerbörsliche (OTC) Handel mit Edelmetallen untersagt sei. Gleichzeitig kündigte Forex.com an, ab diesem Tag keine derartigen Transaktionen mehr durchzuführen.

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Pläne, unser derzeitiges Geldsystem zu erneuern, sind mit Sicherheit bereits ausgearbeitet. Einen gewissen Einblick in mögliche Projekte bieten die Aufzeichnungen der Vorträge in Bretton Woods, einem von George Soros Anfang April organisierten Treffen internationaler Finanzexperten. Einzelne Themenbereiche verweisen darauf, dass die bereits seit 1969 existierende künstliche Währung, genannt „Sonderziehungsrechte“, die vom Internationalen Währungsfond herausgegeben wird, an Bedeutung gewinnen könnten. Gold zur teilweisen Deckung einer Weltwährung zu verwenden, würde laut Mark Faber, einem Schweizer Finanzexperten, eine massive Aufwertung des Goldpreises erfordern. Dies würde aber gleichzeitig bedeuten, dass selbst eine geringe Menge von Goldmünzen bald ein kleines Vermögen wert sein könnte. Gemeinen Bürgern auf diesem Wege zu Wohlstand zu verhelfen, entspricht mit Sicherheit nicht den Interessen der Drahtzieher. Nachdem demokratische Staaten noch nie sonderliche Scheu gezeigt haben, über ihre Bürger diktatorische Maßnahmen zu verhängen, wäre ein Verbot privaten Goldbesitzes auch in Europa nicht auszuschließen. Wie anno 1933 ließe sich wieder erklären, dass privates „Goldhorten“ die Stabilität der Märkte gefährden könnte.

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Über Konrad Hausener