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Die Euro-Rettungsfront bröckelt. Kommt das Aus für Griechenland?

iwf_hauptsitzEs war die Meldung der Woche. Der Internationale Währungsfonds IWF droht damit, aus der Reihe der Kreditgeber für Griechenland auszusteigen. Er gibt nämlich einem Land nur dann Geld, wenn dieses für mindestens ein Jahr zahlungsfähig bleibt. Anscheinend hat der IWF bei Griechenland diesen Glauben verloren. Ein Menetekel für die Euro-Retter. Die Front bröckelt, die Lage wird immer verwickelter. Tatsache ist, die Meldungen in den letzten Wochen deuten auf eine Verschärfung der Lage in Griechenland hin. Das Land hat sich wohl übernommen bei dem Versuch, die strengen Auflagen des Rettungsfonds und des IWF zu erfüllen. Nun schlägt bald die Stunde der Wahrheit oder es müssen zur Vertuschung weitere Milliarden ins Land gepumpt werden.

Viel ist derzeit von einer Umschuldung die Rede. Ein Schuldenschnitt („Haircut“) würde bedeuten, dass die griechischen Staatsanleihen um einen bestimmten Prozentsatz abgewertet würden, z.B. um 50 Prozent. Es bedeutet, alle Gläubiger verlören in diesem Fall 50 Prozent ihrer Ansprüche. Das ist hart, wird aber akzeptiert, damit die Gläubiger überhaupt noch Geld bekommen. Das hört sich natürlich einfacher an, als es ist. Selbstverständlich verzichtet kein Gläubiger freiwillig auf Geld, es wird hart verhandelt.

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Entscheidend bei Griechenland ist, wer überhaupt noch Schuldner ist. Das Interessante an der Entwicklung in den letzten Monaten besteht darin, dass die Banken ihre griechischen Schuldpapiere immer mehr abgestoßen oder neu bewertet haben und jetzt die Staaten und damit Bürger die großen Gläubiger geworden sind. Je länger eine Umschuldung Griechenlands, oder jede andere grundsätzliche Lösung, auf sich warten lässt, desto mehr gerät der deutsche Steuerzahler in Haftung. Ein Skandal, der von Politikern und etablierten Medien geflissentlich übersehen wird. Dazu kommt, dass unter den Banken vor allem die staatlichen oder verstaatlichten Banken die höchsten Summen in griechischen Staatsanleihen halten. Beispiele dafür sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 8,4 Mrd. Euro und die Hypo Real Estate, insbesondere deren Bad Bank FMS Wertmanagement mit 7,4 Mrd. Euro. Die Commerzbank hingegen ist nur noch mit 2,9 Mrd. Euro dabei und die Deutsche Bank mit 1,6 Mrd. Euro. Zuerst wurden also die privaten Banken mit Unterstützung des Staates gerettet vor den Folgen ihrer eigenen riskanten Geschäftspraktiken, jetzt nutzen sie die Taten- und Entschlusslosigkeit der Politik, um auch den letzten Rest an Verantwortung zu eliminieren.

Vor diesem Hintergrund zunehmender Währungsunsicherheiten erreicht der Goldpreis einen neuen Höhepunkt mit 1088 Euro pro Feinunze (31,1 Gramm). Das Gold ist stark nicht nur im Vergleich zu anderen Währungen, sondern auch zu vielen Rohstoffen wie Kupfer oder Öl. Gold gilt immer noch als sicherer Hafen. Im Vergleich zum Papiergeld ist Gold in jedem Fall ein besseres Wertaufbewahrungsmittel, wenn die Krise weitergeht. Seit Jahrtausenden wird Gold als Zahlungs- und Tauschmittel anerkannt. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass auch der Wert des Goldes auf einer Übereinkunft beruht. Gold kann man nicht essen. Land und Wasser sind noch viel grundlegendere Werte. Viele Vermögende decken sich deshalb damit ein und kaufen Ackerland. Schon vor einiger Zeit begann ein regelrechter Run auf landwirtschaftliche Flächen z.B. in Ostdeutschland. Die Preise stiegen extrem. Für radikale Krisentheoretiker ist also eigentlich Landkauf die letzte Zuflucht. Man sollte allerdings bedenken, dass der Besitz von Land bei einem radikalen gesellschaftlichen und ökonomischen Umbruch auch nicht garantiert ist. Nicht nur einmal wurden bei Umstürzen die Grundbesitzer enteignet. Auf den Grundbucheintrag zu verweisen hilft da nicht weiter. Falls eine ganz radikale Krise auf uns zukommt, kann man sich auf diese ohnehin kaum vorbereiten. Ganz abgesehen davon, dass sich der Normalbürger nicht mal eben 100 ha gutes Ackerland kaufen kann. Für den Durchschnittsbürger kommt es darauf an, durch ein intelligentes Investment seine Kaufkraft einigermaßen über die Krise zu retten. Falls es ganz schlimm kommt, helfen am besten soziale Netzwerke Gleichgesinnter. In denen kann man sich gegenseitig helfen und wird sogar gesellschaftlich aktionsfähig. Das Motto heißt dann Humankapital statt Finanzkapital.

Ein Kommentar von Christian Weilmeier


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