Freitag , 26 August 2016
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Strauss-Kahn sprach sich gegen den US-Dollar als Leitwährung aus

dollarregenDer, am vergangenen Samstag in New York wegen angeblich versuchter Vergewaltigung eines Zimmermädchens verhaftete, ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, galt als Gegner einer Beibehaltung des US-Dollars als internationale Leitwährung. Wie aus mehreren, bereits länger zurückliegenden, Meldungen hervorgeht, schien Strauss-Kahn dran interessiert gewesen zu sein, die künstliche, vom IWF herausgegebene, Währung, genannt Sonderziehungsrechte, in ihrer Bedeutung anzuheben. Nach Leistung einer Kaution in Millionenhöhe steht Strauss-Kahn mittlerweile unter Hausarrest.

Am vergangenen Samstag wurde Strauss-Kahn, wenige Minuten vor dem Start der Air-France-Maschine nach Paris, von der New Yorker Polizei verhaftet. Ein 32-jähriges Zimmermädchen aus Guinea beschuldigt ihn u. a. der versuchten Vergewaltigung. Rund zwei Wochen davor, am 28. April, gestand Strauss-Kahn in einem Gespräch mit der französischen Zeitung Libération seine Schwäche für Frauen ein. Gleichzeitig erklärte er, dass es ein Leichtes wäre, ihm in diesem Zusammenhang eine Falle zu stellen. Er zitierte die Möglichkeit, dass eine Frau, der man vielleicht eine halbe oder eine ganze Million Eure bezahle, behaupten könnte, er hätte sie auf einem Parkplatz vergewaltigt.

Dominique Strauss-Kahn ist am Mittwoch von seiner Position als geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds zurückgetreten. Gegen eine Kaution von einer Million Dollar, zuzüglich einer Bürgschaft von fünf Millionen, wurde Strauss-Kahn mittlerweile aus der Untersuchungshaft entlassen. Auch musste er seinen Reisepass abgeben und sich bereit erklären, elektronische Fußfesseln zu tragen. Außerdem wird er, wofür er selbst die Kosten zu tragen hat, in der New Yorker Wohnung seiner Tochter rund um die Uhr bewacht.

Strauss-Kahns Einstellung zum Dollar als internationale Leitwährung wird in der englischen Ausgabe von Wikipedia mit folgenden Worten zusammengefasst:

Strauss-Kahn sagte: „Ich bin entschlossen, die für den IWF notwendigen Reformen ohne Verzögerung fortzusetzen, sodass finanzielle Stabilität der internationalen Gemeinschaft zugute kommt, bei gleichzeitiger Unterstützung von Wachstum und Beschäftigung.“ Die Bestrebungen des IWF unter Strauss-Kahn schlossen den Ruf nach einer möglichen Ablöse des Dollars als internationale Leitwährung ein. Ein Bericht des IWF vom Januar 2011 verlangte nach einer stärkeren Rolle der Sonderziehungsrechte.

Bei den sogenannten Sonderziehungsrechten handelt es sich um eine künstliche, 1969 vom Internationalen Währungsfond eingeführte, Währungseinheit. China und Russland stellten im März 2009 die Forderung, die Bedeutung der Sonderziehungsrechte auszubauen, und diese als „supranationale Reservewährung“ zu etablieren. Eine Bestrebung, die offensichtlich von Strauss-Kahn unterstützt wurde.

Eine Beibehaltung des US-Dollars als Leitwährung wird insbesondere des regelmäßigen ansteigenden Volumens wegen heftig kritisiert. Seit dem Jahr 2006 unterlässt es die private amerikanische Notenbank, Federal Reserve Bank, die als „M3“ bekannte Summe der weltweit existierenden Dollarguthaben zu veröffentlichen. Insbesondere während der vergangenen Jahre wurde, durch dramatisch reduzierte Zinssätze, sogenannte „quantitative Lockerung“ betrieben. Aufgrund von dramatischer Überschuldung, anhaltend hohen Kriegskosten und einer rapid stagnierenden amerikanischen Wirtschaft, könnte das Vertrauen in die US-amerikanische Währung drastisch einbrechen, würde sie ihre Rolle als internationale Leitwährung verlieren. Als besonders zugespitzt erscheint die Situation nach einer, im April erfolgten, Ankündigung einer zu erwartenden Herabsetzung der amerikanischen Kreditwürdigkeit durch die führende Ratingagentur Standard & Poor’s.

Über Konrad Hausener

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