Konferenz „Der Euro vor dem Zusammenbruch“ macht breites Bündnis sichtbar
Vor einigen Tagen veranstaltete die VOLKSINITIATIVE, eine politisch aktive Gruppe um den Publizisten Jürgen Elsässer, eine Aktionskonferenz zum Thema „Der Euro vor dem Zusammenbruch“ in Berlin. Es kamen mit knapp 700 zahlenden Teilnehmern überraschend viele Menschen. Der Grund war sicherlich, dass es dem Veranstalter gelang, fast alle bedeutenden Kritiker des Euro und der EU zu versammeln: Die Kläger gegen den EU-Vertrag Prof. Wilhelm Hankel und Prof. Karl Albrecht Schachtschneider, Krisen-Prognostiker und Bestsellerautor Prof. Max Otte, TV-Börsenguru Michael Mross, EU-Parlamentarier und Kritiker der EU-Kommission Nigel Farage aus Großbritannien und Goldpapst Walter K. Eichelburg. Dazu ausgewiesene Linke wie den früheren Chef der DDR-Notenbank Dr. Edgar Most und Klaus Blessing, ehemals Staatssekretär im DDR-Wirtschaftsministerium.
Man war sich auf der Konferenz überwiegend einig, dass der Euro schlecht für Deutschland und Europa sei und die Europäische Union eine Gefahr für die Demokratie darstelle. Gegen Schluss der Veranstaltung kam fast so etwas wie Enthusiasmus auf, es wurde eine Abschlusserklärung beschlossen, die konkrete Perspektiven für die praktische Arbeit eröffnen soll. Bemerkenswert war, dass nur das russische Fernsehen von der Konferenz berichtete, obwohl die meisten Referenten deutschlandweit bekannte TV-Gesichter sind. Das Thema ist offenbar sehr heiß.
Nach einer Einführung von Jürgen Elsässer erläuterte Wilhelm Hankel die Hintergründe der europäischen Währungsunion und legte dar, warum sie nicht funktionieren könne. Hauptgründe seien die wirtschaftlichen Ungleichgewichte, die Schuldenberge und die historische Erfahrung, nach der bisher alle reinen Währungsunionen zerbrochen seien. Hankel sieht den Euro bereits gescheitert und in einer großen Inflation enden. Ein genaues Datum für den Zusammenbruch könne man aber nicht nennen, es sei aber näher als manche glaubten. Karl Albrecht Schachtschneider ging darüber hinaus vor allem auf die undemokratische Struktur der EU und der EU-Verträge ein und erläuterte seine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Griechenland-Finanzhilfen. Max Otte äußerte sich überraschend klar gegen den Euro und sagte dessen Ende voraus. Noch stärker als die anderen Referenten gab er aber zu bedenken, dass das System länger halten könne als man gemeinhin glaube. Nigel Farage hielt ein sehr emotionales, rhetorisch brillantes und mit britischem Humor gewürztes Plädoyer gegen die EU und ihre Funktionsweise, die demokratische Nationalstaaten immer mehr entmachtet. Die praktische Seite der Medaille brachte Walter Eichelburg zur Sprache, indem er den Zuhörern die verschiedensten Anlagemöglichkeiten erläuterte, um der Krise zu entkommen. Sein Tipp: Gold, Silber, Rohstoffe und für die reicheren Anleger Immobilien, Grundstücke und landwirtschaftliche Flächen.
Die ganze Veranstaltung wurde gefilmt. Es wird eine DVD und ein Tagungsband erscheinen. Dann können auch Nicht-Teilnehmer die Argumente nochmals im Detail hören. Das Bemerkenswerte an der Konferenz war sicher die Zusammenstellung der Referenten aus verschiedensten politische Lagern. Das hat es so bisher noch nicht gegeben. Da darf man gespannt sein, wie es weitergeht und ob es der VOLKSINITIATIVE gelingt, aus der Konferenz Aktionen folgen zu lassen.









