Die Finanzkrise könnte wiederkehren
Auf dem bisherigen Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 haben es alle gewusst. Überall stand es in den Medien, dass es die Politik des billigen Geldes der US-amerikanischen Zentralbank Fed war, die mit niedrigen Zinsen und damit billigen Krediten die Menschen zum Schuldenmachen animiert hat. Gerissene Bankmanager haben diese Schulden gebündelt als lukrative Pakete wieder am Markt platziert. Diese wurden damals zum Beispiel auch von deutschen Banken gekauft. Als nach einer gewissen Zeit die ersten Schuldner in den USA nicht mehr zahlen konnten, brach alles wie ein Kartenhaus zusammen. Die Beteiligten schwörten, sie hätten die Lektion gelernt und so etwas würde sich nie mehr wiederholen.
Wie lautet nun heute das Erfolgsrezept gegen die Finanzkrise? Was macht die Federal Reserve Bank unter der überwiegenden Zustimmung der Medien und Experten? Die Fed senkt die Zinsen und weitet die Geldmenge immer mehr aus. Man will die gegenwärtige Krise mit genau den gleichen Instrumenten überwinden, die diese Krise überhaupt erst ausgelöst haben. Ein verwunderliches Rezept, noch verwunderlicher aber, dass es kaum Protest dagegen gibt. Dies könnte zu einer veritablen Inflation führen, die sich auch auf die anderen Währungsräume ausbreitet. Schon beginnen bei uns die Lebensmittel- und Rohstoffpreise zu steigen. Viele Ökonomen erwarten für Deutschland eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Die USA werden ziemlich wahrscheinlich auch wieder in eine Rezession schlittern, weil die Probleme am Immobilienmarkt andauern und viele Stützungsmaßnahmen für die Konjunktur auslaufen. Durch die hohe Staatsverschuldung werden die USA eher inflationieren als eine Rezession zuzulassen. Im Gegensatz zu den USA ist Deutschland zum Beispiel sehr viel weniger gegenüber dem Ausland verschuldet und hat deshalb mehr Spielraum.
Die Fed betrachtet demgegenüber eine Deflation als das größte Bedrohungsszenario. In einer Deflation sinken die Preise und das Geld wird immer härter. Gut für Geldbesitzer, aber schlecht für alle anderen. Jeder Konsument wartet mit dem Kauf, bis alles noch billiger wird und so wird kaum mehr konsumiert. Die Wirtschaft gerät in die Krise, Menschen werden entlassen, diese konsumieren noch weniger usw. Wenn das Preisniveau sinkt, dann steigt die Schuldenlast der Unternehmen. Sie bekommen zusammengefasst also immer weniger Geld für ihre Waren, während der Wert der Kredite unverändert bleibt. Die Unternehmen sind dann gezwungen, Investitionen zurückzustellen und die Negativ-Spirale dreht sich weiter. Das Schlimmste aber ist, dass eine Deflation durch die Zunahme des Geldwerts ganz schlecht für Schuldner ist und folglich der größte Schuldner der Welt, die USA, eine Deflation besonders fürchten.
Insofern kann man die Fortsetzung des sogenannten quantitative easing, also die Politik des lockeren Geldes, durch die Fed gut verstehen. In den USA weist man Europa eine Mitschuld an dem ganzen Dilemma zu. Durch die Krise des Euro flüchteten viele Anleger in den Dollar, dieser wertete auf und das bremste den US-Export.
Für Deutschland wäre ein Konjunkturabsturz in den USA äußerst brisant. Stürzen die USA in eine Krise, dann droht auch Deutschland die Rezession. Die vielbeschworenen deutschen Exporte nach China schaffen immer weniger einen Ausgleich, da sich auch das Wirtschaftswachstum in China verlangsamt und dort ebenfalls die Immobilienblase zu platzen droht.








