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BP stellt 20 Milliarden für Kompensationszahlungen bereit

BP_stocks_june16Und trotzdem stieg der Aktienkurs am Mittwoch, an dem Tag, an dem die Bereitstellung dieser doch ansehnlichen Summe verkündet wurde. Diese Verlautbarung war für Investoren also keine Überraschung, auch wenn sie, sozusagen, „freiwillig“ erfolgte. Gewiss, der Unmut in der Bevölkerung stieg mit jedem Tag, und zwar gegen BP genauso wie gegen die Obama-Regierung, die bis jetzt nur wenig Engagement zeigte, zumindest gegenüber der Öffentlichkeit. Die Mittel werden auch nicht sofort erlegt, sondern über einen Zeitraum von vier Jahren. 

Wie wir bereits erklärt haben, gibt es seit dem Unfall der Exxon-Valdez einen Fond, der für jeden einzelnen Vorfall bis zu einer Milliarde Dollar bereit stellt. Darüber hinaus ist die Haftung für den Ölkonzern mit 75 Millionen begrenzt. Zumindest, solange keine Fahrlässigkeit oder andere kriminelle Aspekte ins Spiel kommen (Oil Pollution Act 1990) oder die Gerichte anders entscheiden. Nachdem die Ausmaße dieser Katastrophe alle Erwartungen bei weitem übertreffen, war es also an der Zeit, eine Regelung zu finden, all jene Menschen und Unternehmen zu entschädigen, die durch die Vorfälle im Golf von Mexiko dramatische finanzielle Einbußen erleiden.

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Wie das Wall Street Journal berichtet, stiegen die Kurse deswegen leicht an, weil Investoren, in den Wochen der Unklarheit, grundsätzlich mit dramatischeren Auswirkungen rechneten.

Dazu kommt noch, dass der neu gegründete Entschädigungsfond von niemand geringerem als Kenneth Feinberg verwaltet werden wird. Wie in manchen Zeitungen zu lesen ist, so handelt es sich bei ihm um einen Sonderbeauftragten der Regierung zur Überprüfung von Manager-Gehältern. Allerdings, Kenneth Feinberg war auch für die Entschädigungszahlungen der Opfer des Terroranschlages in New York, vom 11. September 2001, verantwortlich. Auch in diesem Zusammenhang erinnert das Wall Street Journal, dass die damaligen Opfer auf Klagen verzichten mussten, um Kompensationszahlungen zu erhalten. Natürlich konnte niemand dazu gezwungen werden. Die Wahl lag allerdings zwischen einer bescheidenen Entschädigung, die sofort ausbezahlt wurde, oder einer angemesseneren, nach vielen Jahren Gerichtsstreit. Es ist somit zu erwarten, dass im Fall BP die gleiche Strategie angewandt werden wird, was die anlaufenden Kosten reduzieren sollte.

Die zugesagte Summe von 20 Milliarden gilt dabei jedoch nicht als Obergrenze und bezieht sich ausschließlich auf Entschädigungszahlungen. Es bedarf ausführlicher Recherchen, um herauszufinden, wie viele Menschen und Betriebe wirtschaftlich unter der Ölpest leiden werden, doch, die genannte Summe wäre schon aufgebraucht, wenn eine Million Menschen jeweils 20.000 erhielten.

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