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BP-Aktien zeigen wenig Optimismus

bp_aktie_cutDie Meldungen vom erfolgreichen Verschließen der Ölquelle im Golf von Mexiko klingen erfreulich. Die Bilder der Unterwasser-Kameras, wie sie von BP online gezeigt werden, wirken zufriedenstellend. Obamas Worte bei einer kurzfristig angesagten Pressekonferenz sind überzeugend. BP werde für alle entstandenen Schäden aufkommen. Am Donnerstag nachmittag, als die Quelle endlich verschlossen schien, kletterten die Aktienkurse von BP spontan nach oben. Allerdings, Freitag, in der ersten Stunde des Handels an der Wallstreet, fielen die Kurse sofort wieder um rund 4 Prozent. 

Fast drei Monate flossen täglich Millionen von Litern Rohöl ins Meer. Die Ausmaße des Schadens, sowohl für die Natur als auch für die Bewohner der Golfregion, sind noch lange nicht abzuschätzen. Der Sauerstoffgehalt des Wassers ist dramatisch abgesunken. Kein Mensch kennt die Zahl der verendeten Fische. Ölverschmierte Vögel und Schildkröten, die wir gelegentlich zu sehen bekommen, entsprechend dabei wohl nicht einmal dem symbolischen Gipfel des Eisberges. Öl- und Chemikaliendämpfe in der Luft führen zu chronischen Krankheiten. Was wird passieren, wenn sich der nächste Hurrikan zusammen braut? Wie lange müssen Betriebe, die wegen der Katastrophe vor dem Bankrott stehen, auf Kompensation warten?

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Doch lassen wir alle langfristigen Auswirkungen einmal beiseite. Der wichtigste Schritt, auf den wir alle seit fast drei Monaten warten, ist es, den Ölfluss endlich einmal anzuhalten. Dass wir den, von BP bekannt gegebenen, Meldungen nur teilweise Vertrauen schenken dürfen, hat die Erfahrung bestätigt. Die Fortschritte beim derzeitigen, und vorläufig auch geglückten, Versuch, die undichte Stelle mittels einer 68 Tonnen schweren Absagglocke zu verschließen, drückten sich in einem vorsichtigen Anstieg der Kurse aus. Gestern, während der späten Handelsstunden, als auf allen Nachrichtensendern berichtet wurde, dass zum ersten Mal seit Beginn der Katastrophe am 20. April endlich kein Öl mehr ausströmt, kletterten die Kurse der BP-Aktien spontan um rund 7 Prozent, auf über 39 Dollar. Am Freitag lag der Eröffnungskurs dann nur mehr auf 38,54, und fiel während der ersten Stunde sogleich wieder bis auf 37,08. Was drückt den Optimismus? Was wissen die Investoren besser als der durchschnittliche Medienkonsument?

Gewiss, die finanzielle Krise von BP ist noch lange nicht ausgestanden. Noch ist nicht klar, ob das Unternehmen die entstehenden Kosten überhaupt überleben wird. Ob neben den Entschädigungszahlungen von der US-Regierung auch Strafen verhängt werden, steht ebenfalls noch lange nicht fest. Trotzdem, ließe sich darauf vertrauen, dass der Ölfluss nun endgültig zu einem Ende gekommen ist, sollte doch zumindest der gestrige Kursanstieg, der von den neuesten Meldungen beeinflusst war, gehalten werden.

Die laufende Entwicklung findet sich bei Yahoo-Finance. Es bleibt zu hoffen, dass die internen Informationen der Anleger sehr rasch mehr Optimismus ausdrücken werden.

Die folgende Graphik zeigt die Entwicklung der BP-Aktien seit Montag, den 12. Juli:

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