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Nicht nur Strom wird teurer. Oder: wie man beim Heizen effektiv sparen kann

holzpelletsIn den letzten Wochen hat wohl jeder einen nicht so erfreulichen Brief von seinem Energieversorgungsunternehmen erhalten, in dem wir alle auf deutlich steigende Strompreise hingewiesen werden. Ein Punkt, der dabei möglicherweise aus dem Blickfeld gerät, sind die sonstigen Wohnnebenkosten, die bereits in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Ursache für erhöhte Kosten beim Heizen sind neben mehreren recht kalten Wintern auch die gestiegenen Preise vor allem für Öl. Dabei ist mit einer weiteren Steigerung der Preise für fossile Energieträger zu rechnen. Es stellt sich die Frage, wie man an dieser Stelle sparen kann.

Theoretisch könnte man sich ja einen dieser regelmäßig durchs Land fahrenden und mit radioaktivem Abfall gefüllten Castorbehälter aufs Grundstück stellen und dessen Wärmestrahlung nutzen. Allerdings dürfte das wohl im Umfeld nicht allzu viel Akzeptanz finden. Außerdem wird ein solcher Mietservice meines Wissens von den diversen Atommüllfirmen auch nicht angeboten. Allerdings gibt es durchaus praktikablere Möglichkeiten, um die Kosten beim Heizen gering zu halten.

Als Mieter hat man natürlich nur begrenzte Möglichkeiten, seine Heizkosten zu beeinflussen, so fern man nicht gerade bereit ist, um des Sparens willen zu frieren. Dazu gehören

  • bedarfsgerechtes Heizen, z.B. maximal 21 Grad im Wohnzimmer, 16 Grad im Schlafzimmer (Faustregel: 1 Grad weniger ergibt etwa 6 % Ersparnis!),

  • richtiges Lüften (mehrmals tägliches Stoßlüften statt ständig angekippter Fenster auch zur Vermeidung von Schimmelbildung),

  • bei Bedarf Entlüften der Heizung (bei Glucksgeräuschen in der Heizung),

  • Isolieren von Fugen und Ritzen an Fenstern und Türen,

  • rechtzeitige Hinweise an den Vermieter, falls Heizungen nicht optimal funktionieren.

Weit mehr Möglichkeiten bieten sich allerdings dem Hauseigentümer: Dämmung von Wänden und Dächern, Austausch alter und ineffizienter Heizkessel, Austausch von Fenstern und Türen usw. Teilweise besteht sogar eine Pflicht zu solchen energetischen Sanierungsmaßnahmen, ausgehend von der sogenannten Energieeinsparverordnung (EnEV).

Insbesondere kann der Hauseigentümer meist frei entscheiden, welches Heizsystem er für seine Immobilie nutzen möchte. Aktuell (und auch auf lange Sicht) dürfte dabei wohl die das Heizen mit Holz bzw. Holzprodukten wie Holzpellets oder Holzbriketts am günstigsten sein. 1 kWh Energie aus Heizöl kostet etwa 9 Cent, 1 kWh aus Erdgas etwa 7 Cent. Bei Holzpellets sind es etwa 5 Cent. Was auch gleich zeigt, dass Heizen mit Strom aus Kostengründen gar nicht zu empfehlen ist.

Bei Heizen mit Holz denkt der eine oder andere vermutlich in erster Linie an einen alten Kachelofen, der im Wohnzimmer steht, mühsam mit Kohle und Holzscheiten zu bestücken ist und dessen Wärmeleistung nur schlecht auf den Wärmebedarf der Bewohner eingestellt werden kann.

Moderne Holzheizungen auf Pelletbasis erlauben allerdings das Beheizen eines Hauses ähnlich einer öl- oder gasbetriebenen Zentralheizung mit wenig Aufwand, inkl. der automatischen Befüllung des zentralen Ofens. Technische Lösungen dafür sind beispielsweise ein Holzheizkessel im Keller oder auch ein wassergeführter Kaminofen, der dann auch mitten im Wohnzimmer stehen kann.

Günstig heizen mit Holz und Holzpellets:

Die Umrüstung auf Holzheizung im Rahmen einer energetischen Sanierung wird sogar finanziell gefördert. Zuständig dafür ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BafA). Bedingung dafür ist, dass der zu sanierende “Altbau” bereits 2009 fertiggestellt worden ist. Dafür kann man Zuschüsse für die Einrichtung von Biomassen-Heizungen (Holz, Holzpellets), solarthermische Anlagen sowie auch Wärmepumpen erhalten.

Förderung in Form von zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen für einzelne Sanierungsmaßnahmen kann auch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden. Hierfür muss das zu sanierende Haus allerdings bereits spätestens 1995 gebaut worden sein.

Weitere Voraussetzungen kann der Häuslebauer bei einem qualifizierten Energieberater erfahren. Ein zugelassener Energieberater ist auch für den Antrag auf Förderung durch die KfW zuständig.

Auf diese Weise schließt sich der Kreis dann auch wieder ein wenig: Der Verbraucher muss für die erhöhte EEG-Umlage zur Förderung erneuerbaren Energien beim Strom tiefer in die Tasche greifen. Der Hauseigentümer wiederum bekommt Geld für die energetische Sanierung inkl. der Verwendung von Solarthermie. Leider ist es nicht gerecht, solange die Kosten für die Energiewende nur am gemeinen Verbraucher hängen bleiben.

Ein Beitrag von Dr. Falk Richter – http://www.falkrichter.de

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