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E.ON beruhigt dumme Verbraucher

windpark 1Düsseldorf – „Ich würde gern wissen, wie das mit den erneuerbaren Energien weiter geht. Wird immer genug davon da sein?“ Auf diese selten gestellte, aber tiefsinnige Frage der international bekannten Verbraucherinteressen-Aktivistin Frau Kuhn geht der Energiekonzern E.ON in seiner TV-Kampagne ein. Prof. Dr. Ralf Nigrün, Leiter der Forschungs-Abteilung bei E.ON, legte hierzu neueste weiterführende Studien offen. „Die Sorge der rassigen jungen Dame ist durchaus verständlich. Aber, auch wenn der Öko-Hype sonst viele falsche Vorstellungen weckt, im Prinzip deutet doch Vieles darauf hin, dass erneuerbare Energien erneuerbar sind. Wahrscheinlich werden sie nicht so bald verbraucht sein.“

In letzter Zeit waren verschiedene führende Stromerzeuger kritisiert worden, ihre Werbespots würden eine nicht vorhandene Umweltfreundlichkeit suggerieren. Die E.ON-AG, der weltgrößte private Energie-Lieferant, entschloss sich daher zu einer transparenteren Öffentlichkeitsarbeit: Zur besten Sendezeit und auf eigene Kosten wird renommierten Kritikern wie Frau Kuhn ein öffentliches Forum für scharfsinnige Grundsatz-Erwägungen geboten, auf die auch umgehend geantwortet wird. Ohne sich in Details zu verlieren erklärt E.ON Frau Kuhn gegenüber, man würde „die Zukunft der Energie gestalten“. Bescheiden verzichtet der Konzern auf den Hinweis, dass er den Verbrauch erneuerbarer Energien nur langsam einleitet, um die knappen Ressourcen zu schonen. Im Jahr 2010 z.B. stammten gerade einmal 8% des gelieferten Stroms aus regenerativen Quellen, stolze 68% wurden aus den nahezu unerschöpflichen fossilen Brennstoffen gewonnen und weitere 24% aus natürlichem, nur leicht aufbereitetem Uran.

In vertraulichen Hintergrund-Gesprächen mit aufgeschlossenen Fach-Journalisten räumen mehrere bedeutende Energie-Versorger allerdings ein, bei erneuerbaren Energien gäbe es noch ungeklärte rechtliche wie wirtschaftliche Aspekte. Kaum erörtert sei bislang der Strahlenschutz bei Sonnenenergie-Anlagen. Müssten diese nicht bei höherer Strahlenbelastung wegen der dünner werdenden Ozonschicht abgeschaltet werden? Müsste nicht unter Gleichbehandlungs-Gesichtspunkten die Brennelemente-Steuer auch für Wasserkraftwerke gelten? Sind die Kosten landschaftsverschandelnder Windparks und Hochspannungsleitungen zu verantworten, wenn ein billiges AKW den Strom auch direkt im zu versorgenden Ballungszentrum erzeugen kann? Solange diese Unsicherheiten bestünden, wolle man nicht im Übermaß in regenerative Energien investieren.

Anders als bei den konventionellen Energiequellen gelte es zudem, die Folgeprobleme von vornherein zu bedenken. Prof. Nigrün wies darauf hin, dass die Frage der Endlagerung bei sämtlichen regenerativen Energieformen noch völlig ungeklärt sei. „Man kann doch seinen Wind nicht einfach fahren oder sein Wasser einfach laufen lassen!“

Anmerkung der Redaktion:

Falls sie obigen Artikel für schamlos übertrieben, wenn nicht sogar für erstunken und erlogen halten, dann haben sie recht. Das sind typische Stilmittel einer Satire. Eine solche haben sie gerade gelesen. Lediglich der TV-Spot(t) mit der unsäglich dummen Frage ist echt, aber sehen sie selbst:

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