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Vom Kartellamt erlaubt! Fusionen, die trotzdem nicht erwünscht sind

kernfusion

Er kommt einfach nicht. Dabei hatte ich ihn schon vor etwa zwanzig Jahren herbeigesehnt. Meinen eigenen Fusionsreaktor. Jetzt ist kürzlich schon wieder eine Stromabrechnung bei mir eingetrudelt und das Elend scheint kein Ende nehmen zu wollen. Als ich auf das Ding aufmerksam wurde, war auch mit dem Internet noch alles in Ordnung. Von Staatstrojanern, Botnetzen und anderen Ausgeburten war nicht das geringste Anzeichen sichtbar.

Was ist eigentlich so schwer daran, Deuterium und Tritum zu verbinden, das Helium entsteht? Die Sonne macht doch das auch schon so ähnlich und das mit Erfolg und zwar schon seit Jahren. Aber die Sache mit den reproduzierten Spinnweben ist ja auch so ein Ding, was seit Jahrzehnten erforscht wird und das ständig klemmt. Zwar hat es 2004 mittels genetischer Basteleien an Bakterien fast geklappt und wird bis heute munter weiter verfolgt, aber der endgültige Durchbruch steht auch hier noch aus, obwohl man seit 2010 mit den Genen von Seidenspinnerraupen experimentiert. Komischerweise hat bei der technologischen Umsetzung des sogenannten Lotuseffekts alles recht reibungslos geklappt.

Könnte denn wohl irgendjemand etwas dagegen haben, dass jeder Bürger in der Lage ist, seinen gesamten Landkreis mittels einer Regentonne voll Wasser und ein paar alten Lithiumakkus mit Strom zu versorgen – und dieses gleich für mehrere Jahrzehnte?

Dabei forscht doch angeblich fast die gesamte Welt daran herum. Ob USA, Europa, China oder Japan. Alle sind richtig heiß darauf, den riesigen Bock zu schießen, indem sie den stetig steigenden Energiehunger der Menschheit mit einem Schlag befriedigen können und gleichzeitig alle Energiesorgen obsolet werden lassen.

Als das Experiment vor zwanzig Jahren in England das erste Mal funktioniert hat, habe ich mich ehrlich gefreut, sah ich doch damals schon unseren geliebten Planeten an der Krankheit “Mensch” zu Grunde gehen. Sicherlich gab es Probleme und es musste mehr Energie aufgewandt werden als hinterher gewonnen wurde. Doch ich war mir damals ziemlich sicher, dass der Fusionsreaktor das Ding sein könnte, was die gesamte Welt dauerhaft und umweltneutral von ihrem Energieproblem befreien wird.

Scheinbar habe ich die Rechnung ohne diejenigen gemacht, welche da meinen, uns erstmal ihren aus fossilen und radioaktiven Stoffen gewonnenen Strom verkaufen zu müssen. Ist ja auch für Selbige die lukrativere Variante und verschafft ihnen Zeit, sich mit der neuen Technik zu beschäftigen, neue Abhängigkeiten zu konstruieren und um Himmels Willen zu verhindern, dass eintritt, was ich mir doch so sehr wünschen würde:

Keine Kernkraftwerke, keine Castor Demonstrationen. Keine Umweltverschandelung und keine Vögelverärgerung durch Windkraftanlagen, kein Sondermüll durch Photovoltaik, leise Elektroautos, Energie für jeden in wahnsinnigen Mengen und das ganze dann am besten noch umweltneutral und kostengünstig.

Leider muss ich mich anscheinend noch einige weitere Jahre gedulden, denn erste erfolgversprechende Forschungsergebnisse aus Frankreich, wo in Cadarache der global finanzierte “International Thermonuclear Experimental Reactor” kurz ITER steht, sind vor 2020 sehr wahrscheinlich noch nicht zu erwarten – oder nicht vorgesehen.

Ich bin jedoch voller Zuversicht, dass sich für unser Energieproblem langfristig eine Lösung findet. Denn für die einzige Alternative, das völlig umweltkonforme Leben ohne Autos, Computer, Geld und Gier, wie sie bereits in unserem kindlichen Bewusstsein verankert ist, finden sich bis jetzt nur wenige Freigeister.

 

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