Samstag , 1 Oktober 2016
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Spritpreiswucher zur Osterzeit – was kann man selbst dagegen tun?

tankstelle_1Alle Jahre wieder – dauerhaft erhöhte Spritpreise im Umkreis von Feiertagen. Es ist ja nun nichts Neues, was einem da um die Osterzeit an den Tankstellen widerfährt. Auch wenn es immer wieder für Aufregung und Ärger sorgt. Von Seiten der Politik sind dann ebenfalls häufig markige Sprüche zu hören. Auch der aktuelle Bundeswirtschaftsminister Brüderle zeigte sich zuletzt ungehalten über die Preissprünge vor den Osterferien. Derzeit bemüht sich zudem das Bundeskartellamt, das Ganze auf Preisabsprachen hin zu untersuchen.

Man kann allerdings überlegen, inwieweit sich da überhaupt etwas nachweisen und was sich von politischer Seite aus dagegen unternehmen lässt. Sofern von politischer Seite überhaupt der Wille besteht, dagegen anzugehen. Ich bin diesbezüglich jedoch wenig optimistisch.  Die Frage ist nun: Was kann man eigentlich selbst in dieser Angelegenheit tun?

Ich meine, dass man durchaus gewisse Kleinigkeiten bewirken und die teuren Spritpreise umgehen kann. Wer eine gewisse Motivation hat, nicht nur den Ölkonzernen einen Strich durch die Rechnung zu machen, für den gibt es da einige Möglichkeiten.

Von den Konzernen wird ja gern als Argument ins Feld geführt, dass die Preise durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Stimmt auch soweit. Wobei sich die Konzerne offensichtlich auf eine hohe Nachfrage eingestellt haben.

Anscheinend unternehmen viele Menschen über Ostern auch längere Reisen mit dem Auto. Womöglich nur mal kurz über das verlängerte Wochenende. Mit dem Ergebnis, dass sie dann am Gründonnerstag erst einmal lange im Stau stehen. Nicht eben erholsam. Aber muss das sein? Den Stress der Hin- und Rückfahrt – gerade wenn alle zur selben Zeit unterwegs sind – kann man sich ja wohl sparen! Wie viel Zeit geht dafür drauf? Und kann man diese Zeit nicht besser nutzen? Zum Beispiel für deutlich erholsamere Ausflüge in die nähere Umgebung.

Wann haben Sie das letzte Mal eine Radtour oder Wanderung unternommen? Wann waren Sie das letzte Mal bei einer Sehenswürdigkeit oder auch einem Ort der Ruhe im Umkreis von 50 oder 100 Kilometern? Sofern Sie jetzt meinen, so etwas gebe es nicht, so möchte ich Sie dazu ermuntern, dies vielleicht erst einmal zu erkunden. Bewohner bestimmter Ballungszentren möchte ich davon einmal ausnehmen.

Und bei einem hinreichend großen Tank und einer daraus resultierenden Reichweite von 700 Kilometern und mehr kann man dann auch viel besser disponieren. Wie eingangs erwähnt: Dass die Preise um bestimmte Feiertage herum steigen und danach wieder etwas sinken, weiß man ja und könnte sich eigentlich darauf einstellen. Oder man kann vielleicht einmal über Alternativen bei der Wahl des Reisemittels nachdenken.

Auch wenn die Preise der Bahn kontinuierlich gestiegen sind, so hat man dort zumindest keine Preisschwankungen über die Woche oder den Monat. Nun gut, die Deutsche Bahn zeichnet sich vielleicht nicht immer durch Zuverlässigkeit im Fahrbetrieb aus. Aber die Streiks der Lokführer scheinen ja nunmehr vorbei zu sein. Und zumindest um die Osterzeit ist weder mit vereisten Weichen und Schneeverwehungen noch mit Überhitzung wegen ausgefallener Klimaanlagen zu rechnen. Wäre allerdings noch die Frage, ob und wie es die Bahn schaffen kann, mit einem höheren Passagieraufkommen zurechtzukommen.

Ein weiterer Punkt, den man in diesem Zusammenhang noch anführen könnte, ist der Vergleich der Preise zwischen den Tankstellen. Da ich beruflich bedingt in den letzten Jahren regelmäßig längere Strecken gefahren bin, kann ich aus meiner Erfahrung heraus feststellen, dass es nicht nur Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Marken (sogenannte A-, B- und C-Marken) gibt, sondern vor allem Schwankungen über die Woche und sehr deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen, selbst innerhalb eines Bundeslandes. Zumindest über einen gewissen Zeitraum lässt sich dabei auch eine gewisse Regelmäßigkeit feststellen. Wenngleich nicht immer dieselbe Tankstelle die günstigsten Preise hat.

Zumindest im Umkreis von Feiertagen fallen die Unterschiede allerdings nicht so groß aus. Mitunter finden sich allerdings auch dann gewisse „Ausreißer“ bei den Preisen. Ich hatte am vergangenen Montag jedenfalls Glück. Der Inhaber einer etwas einsam liegenden Tankstelle in einem etwas kleineren Ort hatte das mit Ostern offensichtlich völlig vergessen und zu Wochenbeginn die Preise wieder gesenkt. Dadurch kosteten die unterschiedlichen Kraftstoffe allesamt sieben Cent weniger, als an allen anderen Tankstellen, die ich an diesem Tag passierte. Meinen geliebten Super-E10-Sprit bekam ich dabei sogar für „nur“ 1.489 Euro pro Liter.

Ein Beitrag von Falk Richter – http://www.falkrichter.de

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