Sonntag , 25 September 2016
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Aktienhandel

Mit Aktien handeln: wichtige Börsenregeln

Aktien sollten nur dann gehandelt werden, wenn frei verfügbares Geld zur Disposition steht. Das ist der Geldbetrag, der nach Abzug der Miete und der laufenden Kosten zum Lebensunterhalt übrigbleibt. Davon muss allerdings noch der Teil abgezogen werden, der für Lebensmittel oder sonstige Ausgaben des täglichen Lebens aufgewendet werden muss. Weiterhin muss überlegt werden, welcher Geldbetrag für sonstige Ausgaben voraussichtlich verwendet werden sollte. Schließlich planen Sie sicher ein bis zweimal im Jahr Ihren Urlaub oder haben sonstige Kosten für ein Auto oder Reparaturen. Der Geldbetrag, der rein rechnerisch nach Abzug aller voraussichtlichen Ausgaben übrigbleibt, ist der Geldanteil, der für Spareinlagen, Bausparverträge, festverzinsliche Wertpapiere und Aktien investiert werden kann.

Es macht keinen Sinn, Geld auszuleihen, um es dann in Aktien zu investieren, auch nicht, wenn das Zinsniveau niedrig ist. Aktien können sowohl Gewinne bringen, als auch Verluste. Falls die Aktie sich nicht wie gewünscht entwickelt, erspart man sich die Enttäuschung und die Rückzahlung der geliehenen Geldbeträge.

Risikoverteilung auf viele Aktien

Verschiedene Aktien entwickeln sich unterschiedlich und teilweise auch gegensätzlich. Eine Aktie kann gerade Kursverluste erleiden, während eine andere stetige Gewinne erzielt. Sie reduzieren Ihr Risiko erheblich, wenn Sie Ihr Depot breit streuen. Gute und weniger gute Kursentwicklungen gleichen sich schließlich aus. Die Wertentwicklung vieler Aktien ist wesentlich gleichmäßiger als die der einzelnen Aktien aus dem Depot. Ein gut gestreutes Depot enthält acht bis zehn unterschiedliche Aktien. Wenn Sie weniger Aktien in Ihrem Depot halten, setzen Sie sich dem Risiko des zu starken Einflusses einzelner Aktien auf das ganze Depot aus.

Aktienkurse

Bei einem starken Kursverfall von Aktien eines Unternehmens könnte die zahlenmäßige Auswirkung auf das gesamte Depot so groß sein, dass es geschlossen werden muss. Wer eher weniger unterschiedliche Aktien in sein Depot aufnehmen möchte, der sollte prüfen, ob eine andere Anlageform sinnvoller wäre. Bei Anteilen an einem Aktienfonds kann ab der ersten Einlage bereits eine breite Streuung erzielt werden. Der Aktienfonds enthält nämlich eine Vielzahl von Aktien, andere Wertpapiere oder sonstige Anlageformen von unterschiedlichen Firmen.

Handeln aber mit Balance

Wenn das Aktienportfolio breit gestreut ist, dann funktionieren auch solche Strategien, die es erfordern, dass Verluste abgewartet werden. In einem Depot, das bereits seit einigen Jahren geführt wird, werden sich sowohl hohe Gewinne abzeichnen als auch große Verluste. Aktien sollten aus den unterschiedlichsten Branchen und Regionen ausgesucht werden. Anfänger sind gut damit beraten, sich eher konservativ zu entscheiden und sich auf die Investition in sichere Unternehmen festzulegen. Damit sind Firmen gemeint, welche ein gutes Kurs-Gewinn-Verhältnis vorzuweisen haben. Entscheidend sind daneben auch die Dividendenrendite sowie ein stabiles Konzept, mit dem langfristige Gewinne möglich sind. Einige wenige spekulative Aktien sind bei einem solchen Depot durchaus auch im Rahmen.

Wer junge Firmen mit einigem Potenzial im Blickfeld hat, welche bisher nur wenige Gewinne gemacht haben, kann auch solche Aktien dem Depot zufügen. Diese Aktien sollten jedoch nicht den hauptsächlichen Teil des Depots ausmachen, denn dieses sollte schließlich der langfristigen Vermögensbildung dienen.

Eigene Strategien entwickeln – das Kurs-Gewinn-Verhältnis

Informationen über Unternehmen sind das Wichtigste beim Aktienkauf. Viele Aktionäre notieren sich Unternehmenszahlen nach einem Punktesystem. Das sind die sogenannten Bewertungskennzahlen, aus denen man Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen eines Konzerns ziehen kann.

Die am häufigsten beachtete Kennzahl ist das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Dabei wird der Kurs einer Aktie ins Verhältnis zum Jahresgewinn gesetzt, und zwar pro Aktie eines Unternehmens. Für Investoren ist letztendlich alleine der Gewinn, den ein Unternehmen erwirtschaftet, der entscheidende Faktor. Je mehr Ertrag ein Unternehmen erzielt, umso mehr Wert hat das Unternehmen letztendlich. Der Niederschlag der Ertragskraft des Unternehmens wird durch das KGV angezeigt. Dabei wird errechnet, welchen Preis die Aktien im Vergleich zum Gewinn des Unternehmens haben. Bei einem hohen KGV kann davon ausgegangen werden, dass die Aktie teuer ist. Ein niedriges KGV weist auf eine günstige Bewertung der Aktie hin. Wachsen die Kurse schneller als die Gewinne, nimmt das KGV zu. Im umgekehrten Fall sinkt es, wenn die Erträge schneller im Wachsen begriffen sind als die Kurse. Aktienbewertungen sind übrigens ein zuverlässiger Indikator für künftige Renditen und bei der Beobachtung der Entwicklung eines Unternehmens.

Das KGV – Kurs-Gewinn-Verhältnis

Informationsquellen richtig nutzen

Wer in Aktien investiert, der ist auf aktuelle Börsennachrichten angewiesen. Veränderungen auf dem Markt sowie der volkswirtschaftlichen oder politischen Lage und die aktuelle Situation von Unternehmen an der Börse können ausschlaggebend für Kursentwicklungen sein. Aus den Börsennachrichten lassen sich wertvolle Informationen entnehmen, diese liefern Anhaltspunkte zum Handeln für Anleger. Durch die Nachrichten können Chancen auf gewinnbringenden Investments schnell ergriffen sowie Gefahren frühzeitig erkannt werden. Bei dem großen Angebot an Nachrichten fällt es vielen Anlegern schwer, die richtigen Börsennachrichten herauszufiltern. Nicht alle Nachrichten haben Relevanz für die Entwicklung der Aktien aus dem eigenen Depot. Bestimmte Finanzportale im Internet helfen dabei, die richtigen Nachrichten herauszufiltern. Das Portal Deutschefxbroker.de bietet neben aktuellen News und vielen weiteren Informationen auch die Möglichkeit, gezielt Nachrichten über Unternehmen zu erhalten.

Die Limit Order – behalten Sie den Überblick

Bereits bei dem Ankauf der Aktie sollten sie Ihre Aufträge limitieren. Es ist nämlich jederzeit mit Kursschwankungen zu rechnen. Bei einer Limit Order wird vor dem Kauf ein Kurs festgelegt, der für einen bestimmen Zeitraum Gültigkeit hat. Die limitierte Kauforder wird ausgeführt, wenn der Aktienkurs genau gleich oder kleiner als das vorgegebene Limit ist. Bei einer limitierten Verkaufsorder wird diese erst dann ausgeführt, wenn der Aktienkurs das Limit erreicht hat. Durch ein Limit setzen Sie Ihren Kaufpreis genau fest oder er liegt unter dem gewünschten Wert, Sie vermeiden unnötig hohe Investitionen. Bei einer Verkaufsorder könnte der Kurs plötzlich stark ansteigen, Sie verkaufen nur, wenn der Kurswert tatsächlich fällt. Durch das Setzen eines Limits behalten Sie die Kontrolle über Ihre Order.

Verluste begrenzen – flexibel bleiben

Wer an der Börse Erfolg haben möchte, der muss gute Verluststrategien haben. Börsenfachleute setzen grundsätzlich eine Verlustmarke, die sich Stopp nennt unter halb von 10-15 Prozent des Einstiegswertes. Sollte sich die Aktie nicht in die hervorgesagte Richtung entwickeln und unter die vorher gesetzte Marke fallen, wird die Aktie automatisch von der Bank verkauft. In unsicheren Zeiten reagieren die Kurse zumeist empfindlich bei negativen Schlagzeilen. Es ist besser, einen kleinen Verlust hinzunehmen, als später um sein Geld zu bangen, weil der Kurs weiter fällt. Die Stopp-Loss-Marke hat den Vorteil, dass Entscheidungen, die auf einer nüchternen Prognose beruhen nicht mehr durch anderweitige emotionale Erwägungen ausgeschaltet werden können. Es wird nicht gewinnbringend sein, an einer Verlustposition festzuhalten. Das eingesetzten Kapital kann letztendlich besser dort investiert werden, wo mit gewinnbringenden Vorteilen zu rechnen ist.

Was ist eine Stop Loss Order?

Gewinne laufen lassen – die Stopp-Los-Marke richtig einsetzen

Eine der wichtigsten Regeln an der Börse und beim kaufmännischen Handeln besagt, dass es besser ist, möglichst günstig einzukaufen und teuer zu verkaufen. Damit haben viele Anleger jedoch Schwierigkeiten. Wenn die Aktie steigt, rechnen sich Aktionäre gerne hohe Gewinne aus. Dadurch werden Signale, welche auf einen Kursverfall hindeuten, häufig übersehen. Ebenso schwierig sind Situationen, in denen der Aktionär seine Position schließt, obwohl es noch gute Gewinnchancen gegeben hätte. Bei steigenden Aktienkursen ist es daher sinnvoll mit der Stopp-Los Marke zu arbeiten. Diese wird immer weiter nach oben angehoben, je weiter der Kurs steigt. Banken sind mittlerweile dazu übergegangen, einen sogenannten Trailing Stop anzubieten. Dieser wird bei einem Kursanstieg automatisch nachgezogen.

Trailing Stop Loss

Die Trailing Stop-Loss Order dient dem Schutz der Aktienposition und ist eine Variation der herkömmlichen Stop-Loss Order. Bei dieser Order Art wird entweder ein absoluter Wert oder ein Differenzwert in Prozent zum aktuellen Börsenkurs festgehalten. Beim Ansteigen des Wertpapierkurses wird der Trailing Stop-Loss automatisch unter Berücksichtigung des Differenzwertes nachgezogen. Dadurch wird der aktuelle Kursgewinn abgesichert. Wenn jedoch der umgekehrte Fall eintritt und der Kurs fällt, bleibt der Stop-Loss an der aktuellen Position bestehen. Bei dem Trailing Stop-Loss handelt es sich um einen komfortablen Ordertyp. Der Stop-Loss muss nicht andauernd manuell angepasst werden, sondern funktioniert vollautomatisch nach Wunsch. Bei einem geringen Differenzbetrag und hoher Kursschwankung ist es wahrscheinlich, dass es zur Auslösung der Trailing Stopp-Loss Order kommt.

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