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Wie weit ist die Industrie für alternative Energien?

alternative-energieEigentlich herrscht seit vielen Jahren sozusagen grünes Licht für die Umstellung der Energieversorgung. Fossile Brennstoffe wie Kohle oder Gas sollen ersetzt werden durch möglichst viel alternative Energie. Solarstrom, Strom aus Photovoltaik-Anlagen und Wasserkraft wurden lange Zeit als Zukunftsenergien gesehen. Dieser Trend wurde allerdings kurzfristig im zweiten Quartal gebrochen, was auch zu einem ersten Kapazitätsabbau der Solarenergie geführt hat. Doch was ist passiert? Und wie bereitet sich die Industrie auf alternative Energie vor?

Ausgerechnet der Umweltminister verunsicherte alle Marktteilnehmer

Wenn Sie die letzten Wochen den Politik-Teil der Zeitung intensiv gelesen haben, dann wird Ihnen sicherlich oftmals der Begriff der sog. “Strompreisbremse” aufgefallen sein. Ohne zu sehr auf die einzelnen politischen Farbschattierungen und das Wahlkampfjahr einzugehen, kann dennoch gesagt werden: Das ausgerechnet der Bundesumweltminister Peter Altmaier das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und seine langfristigen Garantien in Frage stellt, war schon seltsam. Erst vor etwa vierzehn Tagen konnte die Fachpresse – wie auch die Online Ausgabe des Handelsblattes -Entwarnung geben. Dort wurde Thomas Bareiß, MdB der CDU, zitiert: “Dabei geht es [...] nicht mehr nur allein um den Erfolg der Energiewende, sondern [...] um Besitzstandswahrung bei EEG-Subventionen.” Er erkannte also die Problematik, vor der die Industrie steht: Solange die auf beispielsweise bis zu zehn Jahre vorausplanbaren Subventionen in Form hoher Einspeisevergütungen garantiert sind, kann sich die Industrie auf diesen langen Planungshorizont einstellen. Werden nur noch Marktpreise für Strom bezahlt, dann wird die Luft für alternative Energie dünn und die Umweltverschmutzung durch fossile Brennstoffe nimmt wieder zu. Doch was kann man dagegen tun? Die Politik müsste auf Druck der Öffentlichkeit lediglich die Instrumente nutzen, die dem Gesetzgeber schon lange zur Verfügung stehen. Die Politik für alternative Energie wird dann problematisch, wenn ein “gelber” Bundeswirtschaftsminister eigentlich gegen Subventionen ist. Im Umkehrschluß aber dann mehr als 1.500 Betriebe von der Ökostrom-Umlage befreit, wie beim Spiegel nachzulesen ist. Die Schirophrenie löste – wieder einmal – eine Diskussion um die Befähigung des Noch-Bundeswirtschaftsministers Philipp Rösler um ssein Amt aus. Viel schlimmer ist aber: Teile der Windkraft-Branche und einige Solarstrom Erzeuger fielen in eine Schockstarre und warten mit der Realisierung neuer Kraftwerksprojekte nun doch lieber bis nach der Bundestagswahl ab.

Gegenmaßnahmen durch Verbraucher und Gewerbetreibende möglich

Für den Verbraucher bedeutet dies aber: Sie haben weiterhin die freie Wahl und können für noch mehr Umweltfreundlichkeit kämpfen. Setzen Sie ein Zeichen für Solarstrom und den Umweltschutz und starten Sie einen Preisvergleich. Jeder, der sich für Solarstrom entscheidet, der stärkt zusätzlich die VBolkswirtschaft der Bundesrepublick. Gerade in der derzeitigen, doch recht angespannten Lage! Auch als Inhaber eines kleinen Unternehmens können Sie jede Menge für die grüne Energie tun. Steigen Sie ebenso auf Produkte um, die einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien haben. Damit sorgen Sie zusätzlich für die Zukunft vor, denn dadurch sparen Sie CO2-Emissionen. Diese werden insbesondere in der langfristigen Betrachtung sehr bedeutend werden, wenn der Emissionshandel auf weitere Branchen ausgedehnt werden wird, wie weiter unten noch beschrieben wird. Sie sollten die deutliche Botschaft vernehmen, dass alle Änderungen im EEG-Gesetz nur Anlagen betreffen werden, die in der Zukunft fertiggestellt werden. Die bisherigen Stromlieferverträge und die Umweltschonung durch die Anlagen werden durch Änderungen, die dann für Neubauten gelten werden, nicht tangiert. Zudem besteht eine sehr große Chance, dass im Rahmen der EURO-Problematik die Fachleute eine Berechnung der Zahlungsströme für Importe und Expiorte vornehmen. Dabei wird sich zeigen, dass einer der größten Devisenabflüsse aus der Bundesrepublik dadurch entsteht, dass fossile Brennstoffe aus der ganzen Welt eingekauft werden müssen. Im Rahmen dieser Betrachtung wird sich dann allmählich die Meinung durchsetzen, dass erneuerbare Energien nicht nur neue “grüne” Arbeitsplätze schaffen, sondern die Wettbewerbsfähigkeit in mehrfacher Hinsicht und mehr als viele andere, vergleichbare Maßnahmen stärken.

Fehlende Bereitschaft zur Umstellung in weiten Teilen der Industrie

Große Teile der Industrie haben sich aber dem Thema alternative Energie und deren Auswirkungen auf die Zukunft des Geschäftsmodells nocht weitestgehend verweigert. Während die Deutsche Bahn AG in einer beeindruckenden Kampagne nachhaltiges Reisen beschreibt und Ökostrom für die Fernverkehrszüge einkauft, hinken andere Mobilitätsdienstleister und insbesondere der Automobilbau hinterher. Bei der Präsentation der neuen S-Klasse (werksintern Baureihe W 222) genannt wurden einige elektronische Annhemlichkeiten als großes Alleinstellungsmerkmal des neuen Luxusklasse-Fahrzeuges genannt, die die Arbeit des Fahrers erleichtern sollen. Allerdings gab es keinen Hinweis darauf, dass sich Mercedes-Benz des bald bevorstehenden Endes des Zeitalters der fossilen Brennstoffe bewusst sein würde. Eine Fahrzeugvariante, die mit Biotreibstoff angetrieben wird, ist in der imageträchtigen Luxusklasse ebensowenig zu finden wie die Bereitschaft wenigstens durch Solarpaneele und Stromerzeugung durch alternative Energie einen kleinen Beitrag zur Umweltentlastung zu leisten.

Bald wird die Industrie eine höhere Bereitschaft für alternative Energie zeigen müssen

Die Regierungen möchten den Kampf gegen den Klimawandel insbesondere im Bereich der Industrie weniger mit Verboten, denn mit einer preislichen Lenkung führen und gewinnen. Insbesondere beim “einfachen Bürger” und dessen Wohnraum wurde enormer psychologischer Druck für eine Wärmedämmung und Sanierung ausgeübt. Bloß damit im Nachhhinein die KfW (staatliche Bank für Wiederaufbau) feststellen musste, dass sich die Wärmedämmaßnahmen für den Privatkunden niemals amortisieren würden. Die Zeitung “Die Welt” berichtete sehr ausführlich darüber, beispielsweise hier. Diesen Fehler möchten die Regierungen nicht wiederholen. Deshalb sollen die alternative Energie und damit auch der Solarstrom über einen Umweg gefördert werden: Auf immer mehr Branchen soll der sogenannte Emissionshandel ausgedehnt werden. Dies bedeutet, dass die Unternehmen kurz nach Einführung genauso viel CO2 steuerfrei emittieren würden, wie sie dies in einem Refernzjahr getan haben. Sukzessive soll dann das “kostenfreie” Volumen reduziert werden. Unternehmen, die nicht genug CO2 einsparen, sollen dann auf dem Markt CO2-Emissionen vom Staat kaufen können. Oder aber sie kaufen von anderen Unternehmen, die das Einsparungsziel übertroffen haben, CO2-Zertifikate auf. Ein Unternehmen, welches zu späte auf mehr Umweltfreundlichkeit und weniger Ressourcenverbrauch umstellt, verpasst aber mehrfach Chancen: Ein geringerer Ressourcenverbrauch verbindet sich oft mit Innovation und einer höheren Wettbewerbsfähigkeit. Wer sich also dem Trend des Energiesparens entgegenstellt, der verschenkt Chancen zur Fortentwicklung des Unternehmens. Mit Ausnahme von wenigen Unternehmen – wie etwa der Deutschen Bahn oder einigen Kraftwerksherstellern für Wind- und Solarkraftwerke – besteht noch erheblicher Nachholbedarf bei den Unternehmen.

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