Ein Blick ins Management, wer ist König Drosselbart
Was ist eine Firma ohne tatkräftige Mitarbeiter und was ist ein Arbeiter ohne Firma? Die Firma sicher pleite und der Arbeiter sicher arbeitslos. Aber so einfach ist die Sache nicht. Das „managermagazin“ trägt die Zielgruppe des Journals im Namen. Die Ausgabe 7/2010 eröffnet breiteren Kreisen ein Verständnis für die Problematik. Es geht nicht um Anzüge und Lackschuhe, sondern um Erwartungen, Hoffen und Bangen, Forderungen und Tatkraft. Ein Bild muss sich jeder Leser selber machen, aber kurze Ausschnitte verdeutlichen die Spannbreite.
Seite 15 zu Vodafone:
„…dessen Entwicklung internen Angaben zufolge bislang mehr als zwei Jahre gedauert, rund 650 Mitarbeiter und etwa eine halbe Milliarde Euro beansprucht hat. `die Idee der Community-Vernetzung`, konstatiert ein Insider, `geht an den Marktbedürfnissen vorbei.`“
Bedenkt man, dass der Markt immer alles möglichst umsonst haben will und auch die Höhe der verbrauchten Entwicklungsressourcen, ist es fast eine Gnade des Schicksals, den Markt letztlich verfehlt zu haben, meint der Zyniker., anerkennt aber den grundsätzlichen Mut für Entwicklungen mit solch gewaltigem Investitionsbedarf. Keine leichte Entscheidung.
S. 24 Dirk Roßmann zu staatlichen Sparmaßnahmen:
„Einen sehr großen Beitrag zur Schuldenbewältigung müssen die Vermögenden leisten, zu denen auch ich zähle. Das liegt in unserem eigenen Interesse. Schließlich haben wir Reichen durch die Krise am allermeisten zu verlieren.“
Wenngleich nobel, ist dies erst einmal eine sehr sachliche Einschätzung, vielleicht mit kleiner Unterschätzung der Kreativität, wenn es gilt, Besitzstände zu sichern. Die konkreten Vorschläge aber haben mein volles Einverständnis, inklusive der Ablehnung einer Vermögenssteuer. Die würde ich persönlich sogar viel rigoroser ablehnen.
S. 42 ff das SAP-Führungsduo zur Firmenentwicklung:
„Unser ambitioniertes Ziel ist es, eine Milliarde SAP-Nutzer im Jahr 2015 zu erreichen.“
Wenn die derzeitige Userzahl tatsächlich 35 Millionen zählt, ist das wahrlich ambitioniert. So richtig kann ich mir allerdings nicht vorstellen, dass dann jeder achte. Erdbewohner ein SAP-Spielzeug in den Händen hält. Etliche davon würden sich sicher mehr freuen, wenn sie Wasser und Medikamente hätten. Bedenkt man die Vorhaben der Wettbewerber , müssen sehr - sehr - glückliche Zeiten anbrechen.
S. 69 zu Seminarangebote für Manager:
„Wer also `Führen in Krisenzeiten` thematisiert, hat das Kerngeschäft der Führung nicht verstanden. Eben weil es Krisen gibt, gibt es Führung; ohne Krisen wären Führungskräfte überflüssig.“
Das ist bestimmt kein Umfrageergebnis aus Managerkreisen.
S. 94 ff zum Sanierungsfall Deutschland:
„Einsparungen in einer Größenordnung wie im kommenden Jahr stehen von nun an bis 2020 jedes Jahr auf der Agenda: rund zehn Milliarden 2011, zusätzliche 10 Milliarden 2012 und so weiter.“
Und mir wurde völlig klar, dass ich einen völlig anderen Begriff vom Sparen habe. Sparen heißt in meiner täglichen Praxis, etwas , was ich besitze, nicht auszugeben. Hier ist sicher gemeint, Ausgaben zu senken, unabhängig davon, ob ich überhaupt etwas besitze!
Nachhaltig beeindruckt hat mich aber der Bericht über den schwäbischen Werkzeugmaschinenbauer „Trumpf“ ab Seite 86.
Annähernd kenne ich die weltweite Reputation dieses Unternehmens. Sie ist exzellent. Durch den Bericht erahne ich nun auch, wie dieser Ruf erworben wurde, was der wert und auch wie berechtigt er ist. Und irgendwie kann ich dran glauben, dass der Ruf so bleibt, unabhängig davon, wie sich das im Detail entwickeln wird. Ein Unternehmen das etwas unternimmt.
Franz Wanner - http://blog.corporatebookstore.de









