Donnerstag , 19 Oktober 2017
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Gold als Altersvorsorge – wie sicher sind Edelmetalle wirklich?

Sparanlagen auf der Bank kosten eher Geld, als sie eine Rendite bringen. Auch Versicherungen mit Kapitalbildung sind immer weniger attraktiv und eignen sich aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung nicht mehr als Altersvorsorge. Sachwerte geraten immer mehr in den Fokus und beschränken sich längst nicht nur auf Immobilien, sondern beziehen immer häufiger Edelmetalle wie Gold, Platin oder Silber ein.

Ein ganz wichtiger Faktor für eine Entscheidung zu Gold ist die Tatsache, dass es sich hierbei um die letzte steuerfreie Möglichkeit handelt, sicher für den Lebensabend vorzusorgen und dem Staat keinen Zugriff auf die Anlage zu ermöglichen. Dem gegenüber steht der Goldpreis, der in den vergangenen Monaten eher mit einer konstanten Performance überzeugt. Gold kann durchaus als sichere Anlage gesehen werden, schließt aber einen enormen Renditeanstieg aus. Dies muss nicht unbedingt als Manko gelten, sondern ist vor allem für Verbraucher mit dem Fokus auf Sicherheit die Grundlage einer Altersvorsorge, die den Risiken auf dem Finanzmarkt entgeht und einen materiellen Wert entgegenstellt.

Gründe, die für Gold sprechen

Längst ist bekannt, dass Geld in seiner Wertigkeit verfällt und der Inflation unterliegt. Je mehr Geld in den Umlauf kommt und von Notenbanken gedruckt wird, umso geringer ist der reale Wert, der dem gedruckten Papier gegenübersteht. Weiter ist Gold resistent gegen Währungskrisen und zählt zu den sich verknappenden Ressourcen. Durch das erschöpfliche Vorkommen ist davon auszugehen, das Gold als alternatives Zahlungsmittel nie an Wert verliert und jederzeit in bares Geld umgewandelt werden kann. Diese Anlageform ist ausfallsicher und zeigt sich als gute Reserve, egal welchen Krisen und Problemen der Finanzmarkt in Zukunft ausgesetzt ist und welche Wertminderung die aktuelle Währung in ihrer Performance mit sich bringt. Durch den Besitz von Gold:

  • macht man sich unabhängig von Krisen
  • schließt die Inflation der Geldanlage aus
  • nutzt einen Sachwert
  • hat ein weltweit und zu jeder Zeit akzeptiertes Zahlungsmittel gewählt.

Ganz ohne Risiko zeigt sich der Edelmetall-Markt allerdings nicht, wie Experten zu bedenken geben. Auch wenn Gold und Silber, sowie Platin sich der Inflation entziehen und weitgehend preisstabil bleiben, muss es nicht zu einer enormen Wertsteigerung und so zur gewünschten Rendite kommen. Wer die Investition in Edelmetalle wählt, sollte nicht auf eine steigende Performance, sondern auf die Stabilität setzen und wird aus dieser Perspektive heraus die richtige Entscheidung treffen.

Fakt ist, eine Anlage in Edelmetallen lässt sich jederzeit in die aktuelle Währung umwandeln, zum Bezahlen nutzen und schützt vor den Gefahren, die der Handel mit Devisen, der Abschluss von Versicherungen oder Sparanlagen mit sich bringt und zeigt sich mit dem geringsten Risikopotenzial.

Goldkauf

Goldkauf – wie spekulativ ist die Investition in Edelmetalle?

Da sich ein Risiko nicht gänzlich ausschließen lässt, ist auch diese Investition in einen Sachwert eine spekulative Anlage. Die preisliche Entwicklung tendiert nicht in eine Richtung, sondern kann eine hohe Wertsteigerung, wie auch eine Wertminderung mit sich bringen. Schon in der Vergangenheit gab es sehr lange Phasen, in denen der Goldpreis keinem Anstieg unterlag und der Investor daher beim Wiederverkauf Verluste begünstigt hätte. Von 2013 bis zum heutigen Tag ist der Goldpreis um rund 30 Prozent gesunken, was für den aktuellen Kauf durchaus als positive Performance betrachtet werden kann. Wer allerdings in 2013 Gold gekauft hat, sollte von einem aktuell geplanten Verkauf absehen und würde im Vergleich zum Kaufpreis einen Verlust machen. Ebenso verhält es sich mit Silber, mit Platin und generell mit Edelmetallen. Der Investor sollte allerdings beachten, dass die Rendite sich nicht allein über den Kaufpreis definiert. Ein wichtiger Aspekt ist die Reinheit des Edelmetalls. Aber auch die Form und Ausführung kann den Wert erhöhen. Beispielsweise setzt man bei Gold- oder Silberbarren von Goldsilbershop.de nur auf den reinen Materialwert, während der Kauf von Münzen den mentalen Wert für Sammler einschließt.

Abzusehen ist von Zertifikaten und Investmentfonds bei Edelmetallen. Im Bezug auf Zertifikate handelt es sich um eine reine Spekulation, die den vollständigen Verlust der investierten Geldsumme mit sich bringen kann. Wie bei allen Anlagen lässt sich auch beim Edelmetall das Risiko nicht gänzlich ausschließen, wohl aber durch eine überlegte Investition mindern. Zertifikate, egal welches Produkt hinter ihnen steht, gehören zu den riskantesten Anlageformen und sollten gerade im Bereich von Sachwertanlagen außen vor bleiben.

Wie viel Vermögen in Gold umwandeln?

Spätestens mit dem aktuellen Blick auf den Finanzmarkt wird vielen Sparern klar, dass sie schnell handeln sollten. In jüngster Zeit haben sich die Käufe für Edelmetalle erhöht und es wird davon ausgegangen, dass ein Großteil der Haushalte, die sich auf Edelmetalle berufen, ihre gesamten Ersparnisse in Gold anlegen. Generell gilt für Investitionen, also auch für Gold und Silber, sowie Platin, dass eine Streuung der Anlage von Vorteil ist und einen Ausgleich durch die Mischung verschiedener Anlageprodukte beinhalten soll. Auch wenn einige Vorteile für die Investition in Gold sprechen, sollte ein Haushalt nicht sein gesamtes Vermögen in Edelmetalle anlegen. Neben dem Fokus auf unterschiedliche Anlagen zum Risikoausgleich ist es ratsam, beim Goldkauf eher zu größeren Stückelungen zu tendieren. Je kleiner ein Goldbarren ist, umso höher ist der Kaufpreis je Unze. Ein Vergleich lohnt sich schon aus dem Grund, da die Unterschiede im Ausgabepreis auf den ersten Blick kaum zu erkennen sind. Anstelle von 10 Goldbarren von 10 Gramm Gold, kann man beim Kauf eines Barrens mit 100 Gramm einen besseren Ausgabepreis erzielen und so eine rentablere Anlage begünstigen. Im Bezug zu Goldmünzen ist es ratsam, sich auf eine hohe Reinheit der Münze, sowie die Größe der Auflage zu konzentrieren. Je reiner die Münze ist und je weniger sie produziert wird, umso höher wird sich ihre Performance gestalten.

Goldbarren

Individuelle Kosten bei Investitionen in Edelmetalle

Die Anlage in Gold setzt voraus, dass der Investor einen sicheren Aufbewahrungsort wählt. Dieser kostet Geld, welches zusätzlich zum Goldkauf aufgewandt werden muss.

Ein Goldbarren ist im Bankschließfach, welches mit jährlichen Gebühren einhergeht, weitaus besser aufgehoben als im Safe in Haus oder Wohnung. Es lohnt sich daher, die jährlichen Gebühren über den geplanten Investitionszeitraum auszurechnen und in Erfahrung zu bringen, wie hoch der Goldpreis steigen muss, um einen Verkauf ohne Verlust zu ermöglichen und nicht am Ende eine geringere Rendite zu begünstigen, als sie bei einem Festgeldkonto oder einer kapitalbildenden Versicherung ausgezahlt würde.

Generell kostet der Kauf von Gold bares Geld. Für Aktien und Fonds fällt zwar keine Gebühr für ein Bankschließfach, trotzdem aber eine Gebühr in Form von Ausgabeaufschlägen und Verwaltung an. Um diese Kosten zu vermeiden, tendieren viele Investoren zum Kauf von Goldbarren oder Münzen, ohne für eine sichere Aufbewahrung zu sorgen. Hier sei darauf hingewiesen, dass im Falle eines Einbruchs die Versicherung nicht für den Schaden aufkommt, der durch den Diebstahl von Edelmetallen aus dem eigenen Safe entsteht.

Sparen vs. Anlage in Edelmetalle

Gerade deutsche Sparer stellen die Sicherheit in den Vordergrund und halten nicht selten an ihrem Sparkonto bei der Hausbank fest. Doch ist die Verzinsung niedriger, als die Inflation und man setzt sein Geld daher automatisch dem Wertverlust aus. Wer sich zu Edelmetallen informiert und von einer Investition in Sachwerte überzeugt ist, wird zwar nicht unbedingt eine höhere Performance erzielen, sich aber weitaus mehr Sicherheit verschaffen und einen Wertverlust, wie er bei Geld immer gegeben ist, ausschließen können.

Um aus einer finanziellen Situation heraus nicht in Zugzwang zu geraten und sein Gold zu einem ungünstigen Preis verkaufen zu müssen, sollte man die Sparanlage aber nicht generell außen vor lassen. Trotz aller Sorge um die Zukunft und die Angst vor der Altersarmut ist es ratsam, die Gegenwart nicht aus den Augen zu verlieren und finanzielle Mittel zu behalten, auf die man jederzeit zugreifen kann. Investitionen zur Vorsorge für den Lebensabend, die man generell ausschließen kann, sind Versicherungen mit kapitalbildender Wirkung. Im Vergleich zu einem Festgeld- oder Tagesgeldkonto ist nicht nur die Verfügung weitaus schwieriger, sondern auch die Performance um Einiges geringer. Das optimale Pendant zu einer Investition in Edelmetallen ist Bargeld auf einem Sparkonto mit jederzeit möglichem Zugriff. So bleibt die Sachwertanlage sicher und kann unangetastet bis zu einem Zeitpunkt aufbewahrt werden, an dem der Verkauf den Ausgabepreis übersteigt und man eine sichtbare Rendite erzielen kann.

In Gold investieren ist für jeden Verbraucher möglich, der sich mit dem Besitz von Sachwerten sicherer fühlt und der eine Basis für den Lebensabend schaffen möchte. Wer die Risiken kalkuliert und sich nicht von einer hohen Performance leiten lässt, schafft eine solide Basis mit einer Ressource, die aufgrund ihrer Verknappung gar nicht mit einem generellen Wertverlust einhergehen kann. Gold, Silber und Edelmetalle generell sind jederzeit verkäuflich und können zu Bargeld gemacht werden. Sie halten Finanzkrisen stand und lassen sich von der Inflation in keiner Form beeindrucken.

Dirk Müller – Bei Gold ist alles auf grün, Edelmetalle kommen

 

Bilder: Pixabay.com

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