Dienstag , 21 August 2018
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Startup-Boom: Berlin ist das neue Silicon Valley

In Berlin werden jedes Jahr zwischen 42.000 und 44.000 Unternehmen neu gegründet
Wer an den Wirtschaftsstandort Berlin denkt, der sollte neben der High-Tech-Industrie und den kreativen Berufen auch an die allgemeine Wirtschaftsentwicklung denken. Mit 42.000 bis knapp über 44.000 neugegründeten Unternehmen pro Jahr zeigt die Bevölkerung den Willen zum Anpacken und zum Gestalten. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn Medienunternehmen und IT-Unternehmen einen Standort mit guter Lebensqualität und einem dynamischen Umfeld suchen. In vielen Berufen sind qualifizierte Arbeitnehmer oder auch Gründer Mangelware und haben oftmals die Auswahl zwischen mehreren Stellenangeboten.

In Berlin gibt es inzwischen die kritische Masse an neuen Unternehmen in traditionellen Branchen sowie der IT-Industrie. Auch der Bankensektor ist in Berlin mit einer Innovation vertreten: Seit etwa dem Jahr 2005 revolutioniert die quirin Bank mit einem neuen, partnerschaftlichen Beratungsansatz das Bankwesen. Verschiedene Verlagshäuser und Medienkonzerne haben sich für den Umzug beispielsweise aus Köln, Hamburg oder München nach Berlin entschieden. In der Folge sind auch Investoren auf den neuen Standort Berlin aufmerksam geworden und bieten eine hervorragende Infrastruktur an.

Bild: sharonang / Pixabay.com
Bild: sharonang / Pixabay.com

Ein Kristallisationskern für Unternehmen ist wichtig

Wunderlist
Bild: Screenshot – Wunderlist.com

Viele Gründer sind exzellente Fachleute auf ihrem Gebiet und haben ein marktfähiges, innovatives Produkt. Damit Berlin zum Silicon Valley Deutschlands werden kann braucht es aber noch mehr: Neben einem offenen sozialen Klima, welches nicht durch konservatives „nach hinten-Sehen“ geprägt wird, ist auch einiges an Infrastruktur notwendig. So gibt es diverse sehr gute und preisgünstige Angebote für den ersten Unternehmenssitz: Co-Working-Spaces bieten die notwendige Infrastruktur zu einem günsitgen preis an, so dass gerade nicht finanzstarke Unternehmensgründer bereits die für das Geschäft notwendigen Ressourcen wie repräsentative Büros, Besprechungsräume oder auch Farbdrucker gemeinsam nutzen können.

Investoren und Business Angels können dann in einem räumlich überschaubaren Umfeld mit kurzen Wegen mit den Gründern zusammenarbeiten. Denken Sie an den Erfolg der App von www.wunderlist.com, die ohne Investoren-Kapital und den Standort Berlin niemals eine so große Marktdurchdringung erreichen würde: Immerhin gibt es mehr als 6 Millionen Menschen, die die App inzwischen nutzen und mach Wunderlist.com zum führenden Anbieter seines Segments. Mitarbeiter und Kreative kommen aus aller Welt und fühlen sich am Standort wohl. Eine Problematik, die in umgekehrter Art und Weise auch der Eigentümer des Textilunternehmens Trigema in einem Fernsehbericht angesprochen hat: Er würde die Mitarbeiter aus der Region suchen, weil er Akademiker mit Familie nicht unbedingt dazu bewegen könne, nach Burladingen zu ziehen. Berlin wird selbst von milliardenschweren Großunternehmen als der Standort angesehen, an dem Gründer sehr Vieles bewegen können. So stattete die im Kernunternehmen nicht gerade innovativ auftretende Deutsche Telekom AG einen „Inkubator“ namens Hubraum aus, der als Kristallisationskern für Neugründungen dient. Damit sichert sich die Deutsche Telekom AG einen Wissens- und Wettbewerbsvorsprung.

Mit den Startups verändert sich auch das gesamte Umfeld einer Stadt. So gibt es in Berlin nicht nur eine lange Nacht der Museen, sondern auch eine lange Nacht der Startups. Dort werden Apps und neue Ideen rund um Smartphones & Co. präsentiert. Gründer und Dienstleister können Gelegenheiten zum Netzwerken nutzen und dann gemeinsam richtig Gas geben. In einer innovationsfreudigen Stadt müssen einzelne Unternehmer eben nicht mehr alleine die kritische Größe für Innovation und Erfolg erreichen, sondern finden viele Menschen, die ähnlich denken und handeln.

Neue Unternehmen übernehmen Weigweiserfunktion und bieten Mehrwert an

Eine weitere Neugründung zeigt, dass an einem innovativen Standort vieles möglich ist, was an brauchtumsorientierten Standorten nicht so schnell umsetzbar wäre. Unter www.toroleo.de finden Autofahrer einen sehr gut programmierten und bis ins Detail umgesetzten Vergleichsrechner für Autoreifen, der die Kunden direkt zum günstigsten Anbieter führt. Damit setzt das Unternehmen für die Kunden etwas um, was bisher meist lediglich für Versicherungen oder Bankdienstleoistungen möglich war: Die Erschaffung einer Suchmaschine, die den Kunden bares Geld bringt.

Toroleo
Bild: Screenshot – Toroleo.de

Der Standort Berlin bietet dank seiner Spezialisten für Programmierung, Ideen und Marketing den idealen Nährboden. Stellen Sie sich einmal vor, jemand hätte an einem der Stzandorte der großen Automobilfirmen die Idee umsetzen wollen! Dort wäre er beinahe täglich auf Widerstände gestoßen, weil man so ein Produkt ja noch nie gehabt hätte und auch ohne einen Preisvergleich groß geworden wäre. Berlin bietet den Vorteil, dass nach der Wiedervereinigung ein ganz neues Klima entstehen und bewahrt werden konnte.

Die Zukunft der Meinungsforschung ist nicht in Allensbach zu finden

Die meisten Menschen denken bei Meinungs- und Marktforschung an mehr oder weniger aufdringliche Anrufer, die eigentlich immer zu ungebetenen Zeiten anrufen. Egal ob es sich um Wahlforschung des Privatunternehmens Infas oder eines Meinungsforschungsinstitures aus Allensbach handelt: Viele von ihnen verpassen den Anschluss an die Jetzt-Zeit und haben keinen Zugang zu jungen, innoavtiven und kaufkräftigen Zielgruppen. Ein  neu gegründetes Berliner Startup, welches unter Daliaresearch.com zu finden ist, hat diese Marktlücke erkannt und füllt diese mit einer innovativen App. Der Befragte kann zu einem Wunschzeitpunkt seine Meinung zu den befragten Themen übermitteln, dank der App kann dies sogar Spaß machen.

daliaresearch.com
Bild: Screenshot – daliaresearch.com

Anhand der allgemeinen Wachstumsraten und der genannten Beispiele innovativer Start-ups lässt sich sehr gut zusammenfassen, worauf es bei der Standortwahl für Unternehmensgründungen ankommt: In einem großstädtischen, toleranten und multikulturellen Umfeld fühlen sich innovative Menschen aus allen Kulturen und beruflichen Hintergründen wohl. Zudem sollte die räumliche Trennung zwischen Investoren und Start-ups nicht zu weit sein, damit diese einen ständigen Austausch pflegen und Ideen gemeinsam entwickeln können.

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