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Den Mars erobern ist billiger als Kriegführen

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Der Mars Roboter Curiosity (zu deutsch: Neugier) ist am 6. August erfolgreich auf unserem äußeren Nachbarplaneten gelandet. Die Hauptaufgabe dieses sechsrädrigen 900 kg schweren Fahrzeuges soll es sein, festzustellen, ob es Wasser und damit die Grundlage für Leben auf den roten Planeten gibt. Nun stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses 2,5 Milliarden Dollar teuren Unternehmens. Viele werden sagen, dass dieses Geld sinnlos verpulvert wurde. Ganz abgesehen davon, dass der menschliche Forschergeist unstillbar ist, könnten wir uns auch zurecht die Frage stellen, wie sich die Technik und unser Leben bis zur nächsten Jahrhundertwende verändern werden.

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Ehrlich, hätten die Menschen vor hunderten Jahren geglaubt, was heute technisch alles möglich ist? Wohl kaum. Deshalb sollten wir vorsichtig dabei sein, über die Idee, eine „Zweigstelle” der Erde zu suchen, sogleich abwertend zu lächeln. Denn wenn es einen Planeten in unserem Sonnensystem gibt, der als Kandidat dafür in Frage käme, als Ausweichquartier für uns Menschen zu dienen, so ist dies der Mars.

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Der sonnennächste Planet Merkur hat keine Atmosphäre und Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht von 600° C. Auf der Venus, die so schön am Himmel zu sehen ist, herrschen Verhältnisse, wie sie ansonsten der „Hölle” zugedacht werden. Wegen der äußerst dichten Atmosphäre, die Hitze kaum entweichen lässt, herrschen Oberflächentemperaturen von ca. 400° C, und der Druck ist so groß wie auf der Erde in 1000 Meter Wassertiefe.

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Die beiden großen Planeten Jupiter und Saturn kommen nicht in Frage, da sie Gasriesen sind. Außerdem würde uns, aufgrund der enormen Masse, die Anziehungskraft im besten Fall kriechen lassen.

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Am Jupitermond Europa soll es zwar Wasser geben, aber dieser Himmelskörper ist ca. fünfmal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Die dort herrschende Kälte wäre unüberwindbar. Gar nicht zu reden von den äußersten Planten, Uranus und Neptun.

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Für astronomische Verhältnisse, wo Entfernungen in Lichtjahre gemessen werden, liegt der Mars nur einen „Katzensprung” von der Erde entfernt. Diese Distanz schrumpft, je nach Stellung der Planeten zueinander, bis auf 75 Millionen km, eine Entfernung, für die das Licht gerade 4 Minuten braucht.

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Auch die Neigung der Rotationsachse gegen die Bahnebene ist der unserer Erde sehr ähnlich. Deshalb gibt es auch Jahreszeiten, die allerdings wesentlich länger dauern, da die Umlaufbahn des Mars um die Sonne deutlich größer ist als jene der Erde.

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Und es gibt Landschaften, die von der Geländeform der unseres Heimatplaneten sehr ähnlich sind. Langgezogene Ausnehmungen erinnern an „Flusstäler”. Und der bis jetzt als höchster Berg unseres Sonnensystems bekannte „Olympus Mons“ (26.400 m) liegt auf dem Mars.

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Auch die Temperaturen wären nicht ganz so unerträglich wie auf anderen Planeten. Sie liegen zwischen +27°C und -133°C.

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Gewiss, erst einmal müsste es gelingen, die Atmosphäre auf dem Mars zu verdichten. Beim Erzeugen von Treibhausklima haben wir unser Geschick allerdings bereits unter Beweis gestellt.

Ist die Idee, den Mars zu „erobern”, genau so phantastisch wie seinerzeit jene von Christoph Columbus, eine „Neue Welt” zu entdecken? Wie Viele haben wohl damals über ihn gelacht, als die Erde vielerorts noch für eine Scheibe gehalten wurde?

Wird in 100 Jahren eine Reise zum Mars ähnlich lange dauern wie heute ein Flug von Mitteleuropa nach Neuseeland?

Wir wissen es nicht. Wir dürfen wild spekulieren. Aber der Gedanke, dass Menschen eines Tages den Fuß auf einen fremden Planeten setzen könnten, ist zweifellos fantastisch.

Eine große Frage ist wohl jene der Finanzierung. Wie erwähnt, die jüngste Mission alleine verschlingt 2,5 Milliarden Dollar. Allerdings, stellen wir diese Summe in Vergleich mit den Militärausgaben, wirkt sie wiederum lächerliche gering. Weltweit werden diese mit 1.735 Milliarden Dollar angegeben, wovon 711 Milliarden alleine auf die Vereinigten Staaten entfallen. Sogar die deutschen Militärausgaben mit jährlich 46,7 Milliarden Dollar würden fast 20 Marsmissionen finanzieren.

Ob es der Menschheit wirklich dienen würde, in ein utopisches Projekt, wie der Besiedelung des Mars, ähnliche Summen zu investieren, mag anzweifelbar sein. Ein möglicher Erfolg, sofern sich auf einen solchen überhaupt spekulieren lässt, läge in weiter Ferne. Mit Sicherheit würde es weniger Schaden anrichten als die Welt mit Mordinstrumenten vollzustopfen. Doch, wie gesagt, wie anfangs angedeutet, es sind ohnehin bloß Träumereien – doch solange sich Politiker darauf berufen, dass ja auch die Rüstungsindustrie Arbeitsplätze schafft, in Marsmissionen zu investieren würde diesen Effekt wohl ebenso mit sich bringen.

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