NATO-Soldaten als Drogenhändler
Wie The Intelligence schon vor Monaten berichtete, blüht in Afghanistan das Geschäft mit Opium. Während die Taliban-Regierung den Opiumanbau als unislamisch erklärt hatte, was zu einem Rückgang der Anbauflächen um 90 Prozent führte, wird mittlerweile wieder mehr Mohn denn je angebaut. Nun ermittelt die britische Militärpolizei gegen Soldaten, die sich, so wird vermutet, rege am Opiumhandel beteiligen. Mit Militärtransportern werden die Drogen ins Heimatland verschifft. Mögliche Beteiligungen von Angehörigen anderer NATO-Armeen beschränken sich in den Berichten auf Kanada, was in den dortigen Zeitungen jedoch vehement bestritten wird.
90 Prozent des weltweit konsumierten Opiums bzw. Heroins soll aus Afghanistan stammen. Schon im Vorjahr berichtete die Sunday Times von einem Gespräch mit einem afghanischen Dealer, der sich Aziz nannte. Dessen Angaben zufolge, soll es sich bei Soldaten, nach internationalen Drogenbaronen, um die zweitgrößte Gruppe von Abnehmern handeln. Insbesondere für diejenigen, die kurz vor dem Ende ihres Einsatzes stehen, soll die Möglichkeit, sich auf diesem Wege eine finanzielle Zukunft zu sichern, verlockend wirken. Die britische Armeeführung reagierte auf den Verdacht mit stärkeren Kontrollen und dem Einsatz von Drogenhunden in den Militärbasen.
Selbstverständlich passen derartige Anschuldigungen nicht ins patriotische Bild der mutigen Soldaten, die, Tausende Kilometer entfernt, heldenhaft ihr Vaterland verteidigen. Demzufolge häuften sich gestern in den kanadischen Medien Artikel, die schon in der Schlagzeile darauf verwiesen, dass es sich um ungerechtfertigte Anschuldigungen handle.
Winnipeg Free Press, The Gazette, Toronto Star, CBC, National Post









