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Alarm: Deutschland steht vor dem Ruin!

die_gepluenderte_republik_coverDas ist keine marktschreierische Schlagzeile, sondern könnte, in nicht so ferner Zukunft, durchaus zur Tatsache werden. Warum das so ist, erklärt uns Thomas Wieczorek, Erfolgsautor des Buches „Die verblödete Republik“, in seinem neuen Werk „Die geplünderte Republik“.

Diesmal zieht er allerdings nicht über die Medien, sondern über Banken, Spekulanten und Politiker her. Und das mit vollem Recht, denn sie sind für Plünderungen verantwortlich und könnten uns, das Volk, durchaus in den Ruin treiben, wenn sich nicht bald etwas an deren Verhalten ändert.

Wie das in der Vergangenheit ausgesehen hat, füllt einen Großteil der ersten 100 von insgesamt 283 Seiten. Man könnte schon beinahe von einem Nachschlagewerk sprechen oder einer Chronologie des Grauens. Beides ist wohl passend, wenn einem die einzelnen Debakel um Landesbanken, Commerzbank und Hypo Real Estate, sowie Opel, Schaeffler und Co. noch einmal detailliert vor Augen geführt werden. Dass es um Abermilliarden an Steuergeldern ging, weiß wohl jeder noch, aber wer, wann, welchen Bock geschossen hat, dürften die meisten unter uns mittlerweile vergessen, oder zumindest verdrängt haben.

Verständlicherweise bleibt bis hier der Humor ein bisschen auf der Strecke, aber das ändert sich mit Kapitel 3 schlagartig. Nicht dass das Buch ab sofort eine Lachnummer wäre – im Gegenteil – die Analyse der „Analysten“ und „Experten“ auf Seite 107 hat wirklich Kabarett-Qualität und könnte von Volker Pispers stammen. Auch in der Folge werden die Top-Protagonisten unter den  Talkshow-Experten, Wieczorek nennt sie „Böcke als Gärtner“ mit spitzer Zunge entlarvt.

Dass die Kommunen ebenfalls ihren Teil zur Steuergeldvernichtung beigetragen haben, wird an Hand von vielen Beispielen dargelegt und dass Politiker sich gerne die Taschen voll machen, ist kein Geheimnis, aber, wie hier mit Zahlen unterlegt, immer wieder beeindruckend. Ebenso wie die, in jüngster Zeit etwas in Vergessenheit geratenen, Managerabfindungen, die letztendlich Steuereinnahmen verhindern, weil die Unternehmen diese Zahlungen selbstverständlich absetzen können.

Im Anhang findet sich zur Abrundung eine chronologische Auflistung der Finanzkrise, von den ersten Vorboten im Februar 2007, bis zum, vom damaligen Wirtschaftsminister zu Guttenberg, verkündeten Ende am 11. Juli 2009. Wenn er sich da mal nicht getäuscht hat, der Herr Minister.

Fazit: Wer das Eingangs erwähnte Werk über „Die verblödete Republik“ kennt, das wir übrigens in einer Kurzrezension zur Pflichtlektüre für Bundesbürger gekürt haben, der wird möglicherweise etwas enttäuscht sein, denn gar so locker und leicht liest sich das neue Buch nicht. Was aber nicht am Autor, sondern am Thema liegt. Die Medien liefern einfach mehr Steilvorlagen, die man humoristisch behandeln kann. Das ist bei einer ausgewachsenen Krise deutlich schwieriger.

Für jeden Steuerzahler ist das Buch aber trotzdem eine absolute Empfehlung, er ist es, der die Machenschaften der Oberen finanziert. Und nur er hat die Möglichkeit etwas dagegen zu unternehmen, das gilt im übrigen auch für die Steuerzahlerinnen. Wenn auch nicht als Einzelperson, aber in Form des Volkes. Und genau deswegen ist es zu wünschen, dass der kleine Aufkleber auf unserem Rezensionsexemplar nicht umsonst dort angebracht wurde. Denn darauf steht: „Der NEUE Bestseller“.

Erschienen im Knaur Verlag und für gut investierte 8,95 Euro im Buchhandel oder direkt hier erhältlich.

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