Montag , 24 April 2017
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Bild Laminat kaufen und auswählen

Laminat – Fakten und Kauftipps für Heimwerker

Sie möchten Laminat verlegen und suchen nach einem Boden, der zu Ihnen passt? Konzentrieren Sie sich nicht primär auf das Design, sondern beziehen die Eigenschaften von Laminat in Ihre Auswahl ein. Es gibt unterschiedliche Stärken und Ausführungen, womit die unterschiedliche Belastbarkeit einhergeht. Während Sie in der Diele und viel begangenen Bereichen unbedingt stabiles und damit stärkeres Laminat verlegen sollten, können Sie in Schlafzimmern und Wohnräumen auch zu weniger belastbaren Ausführungen tendieren. Hier erfahren Sie, welche Fehler Sie bereits bei der Auswahl vermeiden und beim Verlegen unterbinden können.

Laminat als praktischer und belastbarer Fußbodenbelag

Ein bekanntes Vorurteil, man sollte Laminat nicht über einer Fußbodenheizung verlegen, ist ein Mythos. Sie können trotz Fußbodenheizung zu Laminat greifen und sicher sein, dass die gewünschten Heizwerte erreicht werden. Empfehlenswert ist hierbei, dass Sie sich auf Ausführungen berufen, die gezielt vom Hersteller mit dem Vermerk „für Fußbodenheizungen geeignet“ versehen sind. Bei Laminat handelt es sich um Paneelen aus Holzfaserplatten, die mit einem Holzdekor mit unbehandelter oder behandelter Oberfläche gefertigt sind. Die Verlegung erfolgt heute mit Klicksystem und ist damit auch von Heimwerkern ohne Erfahrung in der Bodenverlegung verwendbar. In Badezimmern oder im Küchenbereich verzichten Sie am besten auf Laminat, da zu viel Feuchtigkeit den Boden schädigt und dazu führen kann, dass sich die Kanten „aufrollen“ und sichtbare Spalten entstehen. Feuchtigkeit zerstört Laminatböden und ist die größte Gefahr, die im Zusammenhang mit diesem Fußboden aufwarten kann. Für die Verarbeitung müssen Sie nicht mehr auf Leim zurückgreifen, da modernes Klick-Laminat keine externe Befestigung auf dem Boden benötigt und einfach über der darunter befindlichen Dämmschicht verlegt wird.
Bild Laminat fürs Wohnzimmer

Qualität erkennen: Kauftipps für Laminat

Die Qualität entscheidet maßgeblich darüber, wie lange Ihr Laminatboden hält und ob er der täglichen Beanspruchung gewachsen ist. Entscheidend ist hierbei die Klassifizierung, die Sie auf der Verpackung sehen und die als Grundlage für die Verwendung in den einzelnen Bereichen gilt. Hier gibt es gravierende Unterschiede, die bei Nichtbeachtung zu einem Ärgernis werden und für einen nicht lange haltbaren Fußboden sorgen können.

Zu den primären Kriterien in der Auswahl zählen:
  • die Verarbeitung (besonders an den Kanten und der Nut wie der Feder)
  • die glatte und saubere Oberfläche mit fester Verbindung zur darunter befindlichen Hartfaserplatte
  • die richtige Belastungsklasse (zum Beispiel Klasse 21 für Schlafzimmer, Klasse 33 für Großraumbüros und Dielen)
  • Achtung: Laminat unter 6mm Stärke ist oft mangelhaft und in der Klickverbindung instabil
  • je dicker das Laminat – umso höher die Qualität.

Allerdings bedeutet eine höhere Dicke von Laminat auch, dass Sie beim Kauf mehr zahlen und einen höheren Preis einrechnen müssen. Für Ihren Fußboden ist die Mehrausgabe allerdings sinnvoll, da Sie am Ende sparen und sich über nachhaltiges Laminat freuen können. Wenig empfehlenswert sind dünne und damit qualitativ mangelhafte Billigangebote. Diese können oftmals schon bei der Verlegung, spätestens aber beim Begehen an Nut und Feder brechen. Vor allem bei unebenen Untergründen ist das Risiko groß und die Freude am neuen Boden von kurzer Dauer.

Teuer vs. billig: Prägnante Unterschiede sind sichtbar

Sie müssen kein Fachmann sein, um Fehler beim Laminatkauf zu vermeiden. Setzen Sie auf Qualität von renommierten Herstellern und nehmen die Sichtprüfung ernst, werden Sie viel Freude an Ihrem neuen Boden haben. Vor allem der Nut und der Feder müssen Sie höchste Beachtung schenken. Nur wenn die Klickverbindung stabil und frei von Schwachstellen ist, hält der Boden und nimmt durch die tägliche Nutzung keinen Schaden. Billige Laminate sind nicht selten mit dünnen und wenig stabilen Federn gefertigt oder verfügen über ungerade Areale, die das Zusammenstecken schwierig machen. Da die Klickverbindung nicht mit Gewalt erzeugt werden kann, kommt es zu Brüchen in der Verarbeitung. Im Endeffekt weisen viele sehr preiswerte Laminate gravierende Fehler auf, die Sie bereits beim Blick auf die einzelnen Paneelen erkennen. An den Kanten löst sich das Oberflächenfurnier ab und Sie können davon ausgehen, dass ein gerader und belastbarer Boden kaum herstellbar ist. Der Preis ist ein Anhaltspunkt für den Kauf und sollte nicht unterschätzt werden.

Allerdings können Sie auch nicht davon ausgehen, dass billig = minderwertig und teuer = hochwertig ist.

Ein guter Orientierungspunkt ist die Garantie des Herstellers. Gibt er auf Laminat ab 15 Jahre Garantie, können Sie von hochwertigen Materialien und einer sorgfältigen Verarbeitung ausgehen. Bei Billigprodukten wird diese Garantie nicht geboten, da die verwendeten Materialien diese Belastbarkeit nicht bieten, was dem Hersteller durchaus bewusst ist. Die größte Schwachstelle bei sehr billigem und schlecht verarbeitetem Laminat ist die Verarbeitung der Kanten.

Wer billig und ohne lange Garantie kauft, nimmt folgende Risiken in Kauf:
  • Der Holzwerkstoff ist mit minderem Druck gepresst, wodurch das Laminat feuchtigkeitsanfälliger wird.
  • Die Kanten sind schlecht verarbeitet: Feuchtigkeit dringt ein und rollt die hauchdünne Oberflächenschicht auf.
  • Nut und Feder sind minderwertig und können bereits beim Verlegen brechen.
  • Die Harzschicht ist minderwertig und nutzt sich schnell ab: Der Boden delaminiert sich.
  • In einigen Fällen fehlt die untere Schutzschicht am Laminat und der Boden verformt sich schneller.

Es lohnt sich nicht, billig zu kaufen und die Entscheidung zulasten der Qualität zu treffen.

Achtung: Mit der Bezeichnung billig sind keine preisgesenkten Angebote von Markenfirmen, sondern tatsächliche Billig-Qualität und No Name Hersteller gemeint. Die Suche nach günstigen Angeboten hingegen ist kein Problem, wenn man den Fokus auf die Marke, die Qualität und die Verarbeitung des Laminats legt.

Unterschiedliche Designs | Für jeden Anspruch das passende Laminat

Nachdem die wichtigen Kriterien zur Beschaffenheit und Qualität bekannt sind, können sich Heimwerker auf ein reichhaltiges Angebot von Laminatböden freuen. Ob in natürlicher Holzoptik, im Kork-Design oder in Steinoptik: es gibt nichts, was es nicht gibt. Kreativer Freiraum ist bei der Bodengestaltung mit Laminat durchaus gewährleistet und kann den Fokus auf helles, auf strukturiertes oder dunkles Laminat mit unterschiedlichen Maserungen und optischen Besonderheiten lenken. Verlieren Sie die Klassifizierung nicht aus dem Blick, auch wenn Sie eine ganz konkrete Vorstellung von Ihrem neuen Boden haben. Die meisten Hersteller bieten alle Designs in verschiedenen Klassifizierungen, die sich im Preis und noch wichtiger, in der Belastbarkeit unterscheiden. Eine höhere Klassifizierung trägt immer zum längeren Halt des Bodens bei uns ist damit ein wichtiges Kriterium, wenn Sie langfristig entscheiden und sich mit der Verlegung keine unnötige Mehrarbeit machen möchten.

Bild Paneelendicke bei Laminat

Je dicker die Paneele, umso höher die Belastbarkeit

In Wohn- und Schlafräumen sind dünnere Paneelen ausreichend. Das heißt aber nicht, dass Sie mit 10mm starken oder noch stärkeren Laminatböden einen Fehler begehen. Vielmehr empfiehlt es sich, eine Belastungsklasse höher zu wählen und so zu gewährleisten, dass der Boden dem hohen Gewicht schwerer Möbel standhält. Nicht allein die Begehung durch Sie und Ihre Familie, sondern auch die Belastung durch Möbel und Einrichtungsgegenstände sollten in die Auswahl einfließen. Wenn Sie keinen externen Dämmschutz verlegen möchten, geben Sie für Ihr Laminat lieber ein paar Euro mehr aus. Hochpreisige Markenböden verfügen über einige Extras und bieten den Vorteil, dass eine externe Dämmung aufgrund der Produkteigenschaften nicht zwingend notwendig ist. Dies gilt nur, wenn der Boden eben ist und eine Verlegung ohne eine Ausgleichschicht ermöglicht. Bei ungeraden Böden, beispielsweise bei alten Dielen, sollten Sie auf eine Zwischenschicht in keinem Fall verzichten. Leerräume zwischen dem Laminat und dem Untergrund können zu Brüchen von Nut und Feder und damit zur vollständigen Zerstörung des Bodens führen.

Tipps zum Laminatkauf

Fazit | Aufmerksamkeit beim Laminatkauf lohnt!

Der Boden ist in Haus und Wohnung der am stärksten belastetste Bereich. Nur Laminat mit geeigneter Klassifizierung und hoher Qualität im Bezug auf die Materialbeschaffenheit ist zu empfehlen. Vergleichen Sie verschiedene Produkte und beziehen Bewertungen anderer Käufer ein. In Rezensionen können Sie echte Meinungen und Erfahrungen kennenlernen und eine Entscheidung treffen, mit der Sie zufrieden sind und die Ihren Kriterien entspricht. Wählen Sie ein Design, das in ausreichender Menge vorhanden ist und einen Nachkauf ermöglicht. Berechnen Sie den Bedarf präzise und planen eine Packung Laminat mehr ein, da es in der Verlegung zu Verschnitt und damit zu einem Mehrbedarf kommen kann. Stellen Sie die Qualität in den Mittelpunkt Ihrer Kaufentscheidung und wählen lieber stärkere als zu dünne Paneele.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: frenta / 123RF Lizenzfreie
Bilder Laminat fürs Wohnzimmer – Urheber: Scovad / 123RF Lizenzfreie Bilder
Paneelendicke – CC0 Public Domain / Pixabay.com

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