Sonntag , 29 Mai 2016
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Trockene Luft: Luftfeuchtigkeit erhöhen

Luftfeuchtigkeit erhöhenDer Hals kratzt, die Lippen sind spröde und die Augen brennen – besonders in den Wintermonaten klagen viele Menschen über zu trockene Luft am Arbeitsplatz und in den eigenen vier Wänden. Die geringe Feuchtigkeit stört nicht nur das persönliche Wohlempfinden, sondern macht nachweislich krank. Gesund durch die kalte Jahreszeit zu gehen heißt also auch, sich im richtigen Raumklima zu bewegen. Mit einfachen Tricks kann die Luftfeuchtigkeit erhöht und das unangenehme Kratzen und Brennen vertrieben werden.

Was ist eigentlich die Luftfeuchtigkeit?

Bevor in das Raumklima aktiv eingegriffen wird, sollte man sich die Bedeutung der Luftfeuchtigkeit noch einmal klarmachen: Normalerweise ist mit Raumfeuchte die relative Luftfeuchtigkeit gemeint. Sie gibt das Verhältnis zwischen dem in der Luft vorliegenden Wasserdampf und jener Wassermenge an, die die Luft maximal aufnehmen kann. Ein Beispiel: Kann die Luft 20 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter tragen (20 g/m³) und enthält sie nur die Hälfte von 10 Gramm (10 g/m³), dann beträgt die relative Luftfeuchtigkeit 50 %. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, umso mehr Wasserdampf kann die Luft aufnehmen.

Krankmacher: Trockene Luft

Für das Wohlbefinden und die Gesundheit ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 60 % ideal. Über 70 % entsteht in den Wänden schnell Schimmel. Unter 30 % erhöht sich beim Menschen das Infektionsrisiko: Die Schleimhäute, die gegen Verdunstung kaum geschützt sind, trocknen aus. Bakterien und Viren können dann nur noch schlecht abgeführt werden. Die Folge: Mund, Nase und Augen werden gereizt und die Gefahr für eine Erkältung liegt dreimal höher als bei optimaler Luftfeuchte. Die Viren leben in trockener Luft länger und können sich im Raum freier bewegen, da sie vom Wasserdampf kaum noch behindert werden. Gleiches gilt auch für Staub, der bei geringer Feuchtigkeit leichter aufgewirbelt wird und die Schleimhäute zusätzlich reizt.

Raumfeuchte erhöhen: Einfache und wirksame Tricks

Um die Luftfeuchtigkeit nun zu erhöhen, muss Wasser in die Luft eingebracht werden. Dies kann über Verdunstung, Zerstäubung oder durch Ausschwitzen erfolgen. Klingt kompliziert? Ist aber mit einfachen Mitteln schnell und nahezu kostenfrei realisierbar:

  1. Mehr Pflanzen, mehr gießen: Der Wald macht es vor – in heißen Sommern „schwitzen“ die Bäume aus ihren Blättern viel Wasser, kühlen die Luft und erhöhen nebenbei die Feuchtigkeit. Gleiches gilt für Zimmerpflanzen, die über ihre Blätter Wasser in die Umgebung abgeben. Um sich im Winter gegen die trockene Luft zu wappnen, brauchen auch Pflanzen mehr Feuchtigkeit. Es gilt also grundlegend: Mehr gießen hilft – den Pflanzen und der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Wer bislang noch keine Pflanzen besitzt, kann die Gelegenheit nutzen und seine Räume dekorativ verschönern. Vorsicht ist allerdings in Schlafzimmern geboten, da das Grün in der Nacht eine Menge Sauerstoff verbraucht.
  2. Gefäße aufstellen: Es ist egal, ob sich das Wasser in der Schüssel, in einem Topf oder in einem Aquarium befindet – jede offene Wasseroberfläche verdunstet und befeuchtet den Raum. Dies geschieht umso schneller, je größer die Oberfläche ist. Beschleunigen lässt sich das Ganze noch, indem man die Gefäße in unmittelbarer Nähe der aufgewärmten Heizung aufstellt. Der Fußboden ist dabei ein komfortabler, aber vielfach unglücklich gewählter Stellplatz, denn zu schnell vergisst man die neue Stolperfalle. Besser geeignet sind gefahrlosere Positionen wie Fensterbank oder Tisch, in jedem Falle sollten die Gefäße aber fernab von elektronischen Geräten aufgestellt werden. Wenn die Schüssel nicht gefällt, bieten sich Verdunstergefäße an, die sich direkt an der Heizung aufhängen lassen oder dekorative Zimmerbrunnen.
  3. Nasse Textilien: Die Wäsche im Zimmer trocknen oder nasse Handtücher großflächig über die Heizung hängen. Der Effekt ist der gleiche wie beim Gefäß – das Wasser verdunstet und befeuchtet die Raumluft.
  4. Türen auf: Wenn in der Küche gekocht oder in der Badewanne gebadet wird, kann der Wasserdampf in der ganzen Wohnung verteilt werden, indem die Türen geöffnet bleiben.
  5. Zerstäuben: Mit einer Blumenspritze das Wasser in feinen Tröpfchen im Raum verteilen.

Alternativ zu den genannten Methoden können auch elektrische Luftbefeuchter eingesetzt werden. Mit ihren automatischen Funktionen erleichtern die Geräte eine fortwährende Befeuchtung und im Gegensatz zu Schüsseln oder dem Wäscheständer fügen sie sich mit ihren Designs dekorativ in den Wohnraum. Bei der Auswahl ist neben dem anfallenden Stromverbrauch zu berücksichtigen, dass die Leistung des Gerätes für die entsprechende Größe des Raumes ausreicht. Unbedingt nachfragen und ausprobieren!

Zusätzliche Tipps

Neben den genannten Methoden zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sollten noch weitere Maßnahmen beachtet werden:

  • Elektrische Luftbefeuchter sind in Verruf geraten, weil sie die Luft mit Keimen belasten. Dabei ist aber grundlegend zu beachten: Wo offenes Wasser und warme Luft zusammentreffen, sind Bakterien nicht weit. Wenn diese dann noch in zerstäubten Tröpfchen in den Raum transportiert werden, sind gesundheitliche Probleme vorprogrammiert. Wichtig ist daher bei allen genannten Methoden, das Wasser regelmäßig zu wechseln und die entsprechenden Gefäße oder Geräte zu reinigen. Dies gilt insbesondere für elektrische Luftbefeuchter, aber auch für Blumenspritzen und Zimmerbrunnen.
  • Hygrometer unterstützen die Kontrolle des Raumklimas: Die relativ kostengünstigen Geräte messen die Luftfeuchtigkeit und zeigen meist auch die Temperatur mit an. Wird die Raumfeuchte aktiv verändert, kann der erzielte Effekt direkt abgelesen werden und man erhält einen Eindruck vom Zusammenspiel zwischen Raumfeuchte und Raumtemperatur.
  • Trockener Luft kann entgegengewirkt werden, indem Räume nicht überheizt werden. Zudem sollte bei kühlen Außentemperaturen nur kurz und stoßweise gelüftet werden, da die kalte, einströmende Luft noch weniger Wasser mit sich führt als in der Wohnung vorhanden ist.
  • Ein altbekannter und dennoch richtiger Hinweis ist: Viel trinken hilft viel. Wer unter geringer Luftfeuchtigkeit leidet, kann seine Beschwerden durch erhöhte Aufnahme von Flüssigkeit zumindest lindern, um dem Körper und damit den Schleimhäuten ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen.

Fazit

Wenn Personen unter trockener Luft leiden, kann die Luftfeuchtigkeit mit einfachen Mitteln erhöht werden: Erste Wahl sollten Pflanzen sein, die über ihre Blätter Wasser ausschwitzen. Weiterhin kann im Haushalt relativ einfach Wasser aus Gefäßen oder nassen Textilien verdunstet werden. Auch elektrische Luftbefeuchter sind möglich, die der Raumgröße entsprechend ausgewählt werden sollten. Wichtig ist es, bei allen Methoden auf die regelmäßige Reinigung zu achten, um Bakterien zu vermeiden. Übrigens: Feuchte Luft wird von Menschen als wärmer empfunden. Daher lässt sich mit höherer Luftfeuchte die Heizung weiter runterfahren und Energie und Geld sparen.

Titelbild > Urheber: likuzia / 123RF Lizenzfreie Bilder

Über Andreas Kappler

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