Freitag , 18 August 2017
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Hygrometer Luftfeuchtigkeit

Optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen

Zu einer angenehmen Wohnatmosphäre tragen behagliche Temperaturen und eine entsprechende Luftfeuchtigkeit bei. Diese Wohlfühlfaktoren können Menschen zwar nicht direkt mit einem speziellen Sinnesorgan wahrnehmen, trotzdem werden Emfindungen ausgelöst, die von der Luftfeuchtigkeit beeinflusst werden. Bei zu trockener Luft beginnen, die Schleimhäute zu brennen und zu jucken. Die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen beeinflusst aber nicht nur das Wohlbefinden, sondern kann durchaus gefährliche Ausmaße annehmen.

Luftfeuchtigkeit – Auswirkungen auf den Organismus

Der menschliche Körper ist mit einem wirkungsvollen Filtersystem ausgestattet, um das Vordringen unerwünschter Substanzen bis in die Lunge zu unterbinden. Die Atemwege verfügen über Flimmerepithel. Die feinen Härchen fangen Schadstoffe, Staubpartikel, Pollen und Krankheitserreger bereits in der Nase ab. Die Reinigung der eingeatmeten Luft kann aber nur hunderprozentig durchgeführt werden, wenn eine optimale Luftfeuchtigkeit vorherrscht. Insbesondere während der Heizperiode tritt in Wohnräumen aber zunehmend trockene Raumluft auf. Entsprechend können die Atemwege ihrer Funktion nicht optimal gerecht werden und Erkältungsviren haben größere Chancen in den Körper einzudringen. Eine ideale Luftfeuchte kann Schnupfen und anderen Atemwegserkrankungen vorbeugen, da die Schleimhäute nicht austrocknen und die Flimmerhärchen nicht verkleben. Allerdings wirkt sich auch eine zu hohe Luftfeuchte unvorteilhaft auf den Körper aus, da die natürliche Transpiration der Haut beeinträchtigt wird. Damit ist schon ein guter Grund dafür gegeben, mit einem Luftbefeuchter oder Luftentfeuchter zu arbeiten, um die Luftfeuchte zu regulieren.

Lesen Sie auch unseren Luftbefeuchter Test und unseren Luftentfeuchter Test. In diesen Testberichten haben wir für Sie die besten Geräte getestet.

Schäden an der Bausubstanz durch ungeeignete Luftfeuchte

Insbesondere das Naturmaterial Holz reagiert empfindlich auf eine Übertrocknung oder Übernässung. Schnell können sich bei einer ungeeigneten Luftfeuchte Wandpaneelen, Decken, Böden und Möbelstücke verziehen. Eine sehr viel schwerwiegendere Folge einer zu hohen Luftfeuchte in Wohnräumen ist allerdings in der Bedrohung durch Schimmel zu sehen. Wenn die Luft kondensiert, hinterlässt sie nämlich Nässe auf den Wänden, welche dann einen perfekten Nährboden für Schimmel bilden. Wird dieser Schimmel nicht rechtzeitig beseitigt, kann es nicht nur zu Schäden an der Bausubstanz kommen, sondern auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den Bewohnern. Mit dem Einsatz von Heizlüfter und Co. lassen sich nicht nur die empfohlenen Werte der Luftfeuchte erreichen, sondern auch Heizkosten sparen.

Schimmel an der Wand

Wie sollte die Höhe der Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen liegen?

Vom Menschen wird eine relative Luftfeuchte von 40 bis 60 % als angenehm empfunden. Bei einer Luftfeuchte von 70 % und mehr besteht akute Schimmelgefahr. Eine im passenden Verhältnis stehende Luftfeuchte hingegen verhütet Schimmel.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Feuchtigkeitsgehalt in der Raumluft zu regulieren:

  • richtiges Lüften
  • Einsatz von Heizlüfter
  • Einsatz von Luftentfeuchter
  • Einsatz von Luftbefeuchter

Insbesondere in Räumen mit höherer Dampfentwicklung ist eine regelmäßige Kontrolle der Luftfeuchtewerte ratsam. So sollten die Küche, das Badezimmer und andere Nassräume immer gut durchlüftet werden, um Schwankungen in der Luftfeuchte zu unterbinden. Nach dem Duschen oder Baden sollte immer gleich gelüftet werden und in der Küche trägt eine Dunstabzugshaube zu einer Normalisierung der Luftfeuchte bei. Da Menschen feuchte Luft ausatmen, sollte auch das Schlafzimmer unmittelbar nach dem Aufstehen gelüftet werden. Bei Räumen in denen die Raumluft zu trocken ist, gleicht ein Luftbefeuchter Defizite schnell aus.

Regelmäßige Überprüfung in Wohnräumen – die Messung der Luftfeuchte

Es lohnt sich für jeden gesundheitsbewussten Menschen sich ein Hygrometer anzuschaffen, denn mit diesem Instrument können regelmäßige Kontrollen der Luftfeuchte in Wohnräumen durchgeführt werden. Für wenig Geld bieten mechanische oder digitale Hygrometer ein gewisses Maß an Sicherheit. Ein solches Gerät sollte zur Messung an einer zentralen Stelle im Raum platziert werden. Um äußere Einflüsse auszuschließen und damit die Messung genauer ausfällt, sollte nicht an Plätzen direkt am Fenster oder neben der Heizung gemessen werden. Ist die Luftfeuchte ermittelt, so können mit einem Heizlüfter, einem Luftbefeuchter oder einem Luftentfeuchter entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Hygrometer Luftfeuchtigkeit

 

Optimale Werte – Luftfeuchte und Temperatur in den einzelnen Wohnräumen

Es gibt gewisse Richtwerte für die Luftfeuchte und Temperatur, die je nach Räumlichkeit, Dämmung, Jahreszeit und Situation unterschiedlich ausfallen können und für die einzelnen Räume einer Wohnung festgelegt wurden, um ein möglichst gesundes Wohnen zu gewährleisten.

  • Wohnzimmer: zirka 20 Grad Celsius mit 40 bis 60 % Luftfeuchte
  • Schlafzimmer: zirka 18 Grad Celsius mit 40 bis 60 % Luftfeuchte
  • Kinderzimmer: zirka 21 Grad Celsius mit 40 bis 60 % Luftfeuchte
  • Küche: zirka 18 Grad Celsius mit 50 bis 65 % Luftfeuchte
  • Badezimmer: zirka 23 Grad Celsius mit 50 bis 65 % Luftfeuchte
  • Keller: zirka 13 Grad Celsius mit 55 bis 65 % Luftfeuchte

Wer sich an diesen Richtwerten orientiert, sorgt für eine optimale Luftfeuchtigkeit, die der Gesundheit zugute kommt. Allerdings liegen die Werte im Bad und in der Küche häufig etwas höher. Generell schwanken die Werte der Luftfeuchte in den verschiedenen Räumen ständig. Daher sollte generell zu unterschiedlichen Zeiten eine gute Lüftung der Räume erfolgen. Nach dem Schlafen im Schlafzimmer, dem Duschen im Bad und dem Kochen in der Küche werden die Werte der Luftfeuchte natürlich ansteigen, so dass für eine optimale Luftfeuchtigkeit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Luftbefeuchter

Einflüsse auf die Luftfeuchte in verschiedenen Räumen

Generell ist die Luftfeuchtigkeit kein statischer Wert, der in den Räumen immer gleich bleibt. Je nach Art der Nutzung verändern sich die Werte im laufe des Tages. Dies ist auch weiter nicht dramatisch, solange eine ungeeignete Luftfeuchte nicht länger andauert. Es kommt also immer darauf an, wie ein Raum genutzt wird. Handelt es sich um einen stark bewohnten Bereich so sind die Werte meist höher. In Räumen, die zum Schlafen genutzt werden, sind die Werte der Luftfeuchte erfahrungsgemäß morgens höher, da die Schläfer über Nacht schwitzen und so Feuchtigkeit an die Luft abgegeben wird. In Küche und Bad verändert sich die Luftfeuchtigkeit ebenfalls – je nachdem wie intensiv der Raum aktiv genutzt wird. Eine ausreichende Belüftung bringt die Luftfeuchtigkeit dann allerdings wieder in Einklang. Die Luftfeuchtigkeit in Kellerräumen fällt meist etwas niedriger aus und so sollte es auch sein, damit es im Keller durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit nicht stickig wird. Insbesondere, wenn Gegenstände, Wäsche oder Lebensmittel trocken gelagert werden müssen, würde sich eine zu hohe Luftfeuchtigkeit negativ auswirken.

Lesen Sie auch unseren ausführlichen Ratgeber wie Sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen können.

Fazit

Die Luftfeuchtigkeit wird durch die Tätigkeiten in einem Raum beeinflusst. Baden oder Kochen steigern die Luftfeuchtigkeit, während Heizen die Luft austrocknet. Um ein gesundes Raumklima zu erhalten, ist es daher wichtig, die Luftfeuchtigkeit immer in einem gewissen Rahmen zu halten. Dazu ist einzig eine gute und regelmäßige Belüftung notwendig, die durch spezielle Luftbefeuchter und Luftentfeuchter unterstützt werden kann.

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Bildernachweis:
Hygrometer Luftfeuchtigkeit > Urheber: manfredxy / 123RF Lizenzfreie Bilder
Schimmel an der Wand > Urheber: wabeno / 123RF Lizenzfreie Bilder
Luftbefeuchter > Urheber: yocamon / 123RF Lizenzfreie Bilder

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